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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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40 A. Geistliche Literatur, b) Das Dogma.

b) Das Dogma.

§ 6. Ezzos Gesang.

Kelle 2, 721. 99. 240250. 302; Piper, GD. 1, 3754, Nachtr. S. 245. 371, Höf.Ep. 3, 715. Ausg.: Erster Abdr. des Vor. Textes: Diemer, D. Ged. S. 317330, Anm.S. 7782, Einl. S. XLVIIXLIX u. LVIILXII (Übersetzung), Diemer, Beitr. VI. Teil,Wiener SB. 52 (1866), 183202. 427469, Wiener SB. 55 (1869), 271331, dazu Scherer,ZföG. 19 (1868), 735743 u. Kl. Sehr. 1, 588597; erster Abdr. des Straßburger Textes: K.A. Barack, Ahd. Funde, ZfdA. 23, 209216, Ezzos Gesang von den Wundern Christi u.Notkers Memento mori in phototyp. Facs. der Straßburger Hs., 4 Tafeln, Straßburg 1879,dazu Steinmeyer, Anz. 5, 431 f.; MSD Nr. 31 u. II 3 , 168188, dazu Wilmanns, Gott. gel.Anz. 1.893,535-537, Kraus, ZföG. 45 (1894), 134, Wunderlich, ZfdPh. 26,112 f. (zur 1. Aufl.:Bartsch, Germ. 9, 59 f.); Braune, LB. 8 Nr. 43 u. 200 f.; Waag, Kl. d. Ged. 2 S. 116u. Einl. S. XIXIX. Schade, Geistl. Ged. S. XXIII XL u. Decas S. 3036; Konr. Hof-mann, Münch. SB. 1871, 293328; Scherer, QF. 12, 2830; Wilmanns, Ezzo's Gesangvon den Wundern Christi, Bonner Univers.-Progr. 1887; John Meier, Beitr. 16, 6774;Heinr. Giske, Germ. 28, 8998; Friepr. Weidling, Germ. 37, 6974; W. Mettin, DieComposition des Ezzoleichs, Diss. Halle 1892; ders., Philol. Studien, Festgabe für SieversS. 277ff.; Kelle, Die Quelle von Ezzos Gesang, Wiener SB. 129 (1893), I; Joh. Bapt. Kral-linger, Der Ezzoleich, Progr., München 1894/95 (gemeinverständl.); v. d. Leyen, KU Beitr.S. 9-40, dazu LC. 1897 1078 f., Reuschel, Lit.Bl. 1898, 178180, Uhl, ZfdPh. 32, 271 f.;Wolfskehl u. v. D. Leyen S. 156177. 224f. Beiträge zu einzelnen Stellen: Müllen-hoff, ZfdA. 19, 493 f.; Schröder, ZfdA. 47, 72. 55, 40.

Hss. V (A), die Vorauer Hs., s. oben S. 16. S (B), Straßburger Hs., 1 ) Universitäts- undLandesbibl., Cod. germ. Nr. 278, 2V, 155 Bl. fol., 11. Jh., aus dem oberschwäbischen KlosterOchsenhausen bei Memmingen, enthält Teil 3 u. 4 von Gregors Moralia in Job. Am Schlußdes dritten Teils, auf der ursprünglich leeren Rückseite des Blattes 74, sind in 23 Zeilen76 Verse des Ezzoliedes eingetragen, die den ersten 132 Versen von V entsprechen, voneiner Hand des 11./12. Jhs.

Beide Hss. sind Abschriften, ein gemeinsames fehlerhaftes Original istnicht nachzuweisen. S hat die ältere Fassung bewahrt (abgesehen von denbeiden letzten Wörtern des V. 132). Die Überlieferung ist gut und nur durefrwenige Schreibfehler gestört. 2 ) Stark ändert dagegen V. 3 ) Viele Wörter sindverschrieben, dazu ist mit dem ursprünglichen Wortlaut sehr frei verfahrendurch Einschaltung von Wörtern (Attribute) und willkürliche, gutes Alte ver-wischende Änderungen.

Der Hauptunterschied zwischen V und S liegt in der Erweiterung desStoffes, indem in V drei neue Strophen eingefügt sind: Str. I (in MSD), dieEingangsstrophe, gibt eine Mitteilung über die historische Entstehung desGedichtes. Str. III u. IV vervollständigen den biblischen Bericht von derSchöpfungsgeschichte: Str. III Verleihung des guten Sonntags [gehört demZusammenhang nach erst hinter das Sechstagewerk, also erst hinter 3, 12]und Erschaffung des Menschen aus acht Teilen; Str. IV Erschaffung desWeibes und des Paradieses mit den vier Strömen. Der Verfasser dieser Zu-satzstrophen besaß viel geringeres Talent als der ursprüngliche Dichter, seinStil ist hölzern, durch häufige Wortwiederholungen 4 ) und steife Aufzählungen

') Die Hs. wurde aufgefunden 1878 vonK. A. Barack.2 ) Steinmeyer, MSD. II 3 , 184..

3 ) Steinmeyer, ebda S. 187.

4 ) Steinmeyer, ebda.