336 B - Weltliche Literatur, b) Das Spielmannsepos.
lungen bedeutungsarmer Partien sind 139—151. 1690—1715. 1776—1882.2090—2138; besonders bei Mahlzeiten: 685-702. 815-826. 1077—1086.
Eine rein formale Erweiterung ist die Anfüllung mit inhaltleeremoder inhaltlosem Sprachstoff, das sind die wörtlichen Wiederholungen, Flick-formeln und Flickverse. 1 ) So wird die Aufzählung der Landesherren 7—18bei ähnlichen Gelegenheiten gleichsam automatisch wieder hergesagt 88—98.943—952; ebenso 1842—1857=1953-1967. 1149—1176= 1377—1404.In Übergängen, Einleitungen von Reden oder bei Aufträgen dient oft eineschleppende Wendung wie diu wile werte niht lange, der kamercere quamgegangen, dö er den herren an sack 462—464; dö er in die stat was be-komen, alse wir ez sider hän vernomen, an der selben stunde einenmeister er an sehen begunde ... 476—479, ebenso 500—503, und ähnliche um-ständliche Verse 98-103. 394—399. 822-825. 871—879. 1499—1503.1690—1698. 1900-1904. 2020-2023. 2613—2619 u. ö.
Das geistliche Element, das im Rother nur einzelheitlich vertretenwar, ist in der Oswalddichtung zu einem Wesensbestandteil geworden. DieEntführungssage ist in den Dienst der kirchlichen Idee gestellt, sie ist zueinem Bilde geworden für den Sieg des Christentums über das Heidentum,sie ist in den großen Zeitinhalt eingefügt und die Heerfahrt übers Meer hatdie Form eines Kreuzzugs angenommen.
Metrik. 2 ) Die Verse des Münch. Oswald haben ungleichen Bau, dochsind Kurzverse seltener, während die Eigenart des Rhythmus durch diegroße Zahl langer Verse bestimmt wird. Die unreinen Reime treten imGanzen zurück.
II. Die Prosa (zn).
zn ist eine völlige Umarbeitung und starke Kürzung der Fassung Mz,an deren Text sich noch einige Anklänge erhalten haben. 8 ) In einfach volks-tümlichem Legendenton wird die heilige Sage erzählt, ohne Abschweifungin schlichter Aufeinanderfolge der Hauptzüge. Das Spielmännische und dasAlltägliche ist ausgeschaltet. Wiederholungen von Wendungen und Motivensind nicht ganz vermieden, andrerseits entstehen manchmal Unklarheitendurch zuweitgehende Kürzung. Eingang und Schluß weichen von MS ganzab. In der Einleitung wird die Vorgeschichte des Raben erzählt: er wurde
*) Der Text ist förmlich zusammengesetztausgleichen Wendungen, vgl.EDZARDl, Unter-suchungen S. 2 ff.; Baesecke an verschie-denen Stellen, bes. S. 310 ff.; Ehrismann,Anz. 32, 184—193; Walther Vogt, Wort-wiederholung. — Parallelen zu Oswald:Droege, ZfdA. 51, 202; Keim, Anz. 36, 249 f.— Anderes: Zwierzina, s. Anz. 26, Reg.S. 353. 27, Reg. S. 348.
2 ) Baesecke, Münch. Osw. S. 201—213.310—362, nimmt für das ursprüngliche Ge-dicht vierzeilige Strophen an, auch Wien.Osw. S. XIX-XXIII. XXXV-LX1I (vgl. aberBerger S. 460-469, Ehrismann S. 180—
183, LG. I, 227); Schade, Cresc. S. 60-63stellt sechszeilige Strophen her, Simrock,Uebersetzung des Orendel S. XXIII f. (vgl.auch Die Nibelungenstrophe und ihrUrsprungS. 73—78), die fünfzeilige Morolfstrophe,ebenso E. H.Meyer, ZfdA. 12, 392 f., StroblaaO. und Edzardi, Untersuchungen S. 54—107 (dagegen Rödiger aaO.). Zu den Reimens. auch Bartsch, Germ. 5, 131—142, dazuRödiger aaO. S. 252 ff. — Heusler, ZfdA.58, 1 ff.
3 ) Baesecke, Münch. Osw. S. 221—228.238-261; Berger S. 405 ff. 427 f.