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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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328 B- Weltliche Literatur, b) Das Spielmannsepos.

Hinwerfens hängt andrerseits zusammen ein Mangel an Sorgfalt der Behand-lung von Stoff und Form: Komposition, Sprache und Verskunst sind nach-lässig. Das Dichten ist Handwerk, berechnet auf den Geschmack der Masse,oder überhaupt auf einen massiveren Bildungsgrad. 1 ) Innerhalb der Spiel-mannsdichtung bedeutet der Salman einen Höhepunkt. Die Salomosageist von bedeutendem Einfluß auf die Ausgestaltung der Entführungs-geschichten gewesen, die ganze Anlage und eine Reihe einzelner Motivekehren in den entsprechenden mhd. Dichtungen immer wieder. 2 )

In der schwankfrohen Zeit des 15. u. 16. Jhs. war die Eulenspiegeleides Markolf auch in Deutschland ein beliebter Unterhaltungsstoff. Um dieMitte des 15. Jh. hat ein sonst nicht bekannter Autor, Gregor Hayden, 3 )für den bairischen Landgrafen Friedrich von Leuchtenberg (j 1487) eineRezension der lat. Prosa in deutsche Reime gebracht. Viel verbreitetwar das ebenfalls aus der lat. Prosa übersetzte deutsche Volksbuch 4 )Frag und aatwort Salomons und marcolfi", schon 1487 in Nürnberg er-schienen, dann bis ins 17. Jh. oft wiederholt, auch ins Niederdeutsche undDänische übertragen. Aus dem Volksbuch schöpften dann Hans Folz(Ein Spil von konig Salomon und Markolfo) 5 ) und Hans Sachs (1. DasJudicium Salomonis, 2. Von Joseph und Melisso, auch König Salomon) denStoff für ihre Fastnachtspiele.

§ 82. Sanct Oswald.

Kelle 2,216 f. 388; Piper, Spielm. D. 1,146170, Nachtr. S. 243, Höf. Ep. 3,711. Ausg.:Ettmüller 1835 (Schaffh. Hs.), dazu Mone, Anz. f. Kunde d. d. Vorz. 4, 414 ff., Schmeller,Münch. Gel. Anz. 1836 Nr. 122124; Krit. Ausg. von Georg Baesecke, Der Münch. Os-wald, Germ. Abh. 28, 1907, dazu Wilmanns, Gott. gel. Anz. 1909, 108127, Ehrismann,Anz. 32, 174193. 33, 123, Baesecke, ZfdA. 53, 384395; Baesecke, Der Wiener Oswald,Germ. Bibl. 2, 1912 (vgl. Verh. d. 51. Phil.-Vers. in Posen 1911 S. 103 f.), dazu Keim, Anz.36,240-251, v. Unwerth, DLZ. 1913, 15131516, Helm, Lit.Bl. 1915,258261; Gertr.Fuchs, D. W. Osw., Germ. Abh. 52, 1920. J. V. Zingerle, Die Oswaldlegende und ihreBeziehung zur deutschen Mythol. 1856, dazu Anz. f. Kunde d. d. Vorz. 1857,381388; Bartsch,Germ. 5, 129174; E. H. Meyer, ZfdA. 12, 387-395; Jos. Strobl, Wiener SB. 64 (1870),457504; Ant. Edzardi, Untersuchungen üb. d. Ged. von St. Osw. 1876, dazu Rödiger,Anz. 2, 245262; Berger, Beitr. 11, 365469; Siegmar Schultze, Hall. Diss. 1888; Keim,Bonn. Diss. 1912, dazu v. Unwerth aaO., Helm aaO.; Helm, Beitr. 40, 147; Schneider,Wolfdietr., Reg. S. 416; Baesecke, Anz. 38, 49 f.

Die Legende vom heil. Oswald ist im Deutschen in drei verschiedenen,mit einander in Beziehung stehenden Fassungen erhalten:

Die teutschen Volksb'ücher, Heidelb. 1807,

1 ) Ueber d. Verhältnis zu Rother, Orendel,Oswald s. oben S. 290.

2 ) Siehe bes. die oben angeführten Werkevon Panzer, Baesecke, Schneider, Tardel.

') Hgb. von Bobertag, Narrenbuch, Kürsch-ners D. National-Litt. Bd. 11,293-361; Schau-bach aaO.

4 ) v. d. Hagen S.XIVf.; Goedekes Grundr.I 2 , 347 f. 467; Benary S. XXVXXVIII; Bo-bertag, Geschichte des Romans, I. Abt. 1. Bd.S. 186 ff.; dazu Scherer, QF. 21, 25. 34;Bobertag, Narrenbuch S.296ff ; Jos.GöRRES,

S. 188; neu abgedr. in v. D. Hagens Narren-buch S. 215268, dazu S. 498513; H. W.Fischer, S. u. M. nach d. Ausg. v. d. Hagensneu hgb., Leipz. 1907; J. J. A. A. Frantzenund A. Hulshoff, Drei Kölner Schwank-bücher aus d. XV. Jh., Utrecht 1920, dazuSchröder, Anz. 40, 93 f.; vgl. NeophilologusV H. 2.

5 ) v. d. Hagen S. XV XVII; AdelbertKeller, Fastnachtspiele Bd. 2, 523540 u-Reg. Bd. 3, 1580b.