Salman und Morolf.
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verse für Frau v. Spiegel 1824 wiederholte (Bd. 3, 20). Und den Reich-tum an plastischen Szenen erkannte mit geschärftem Künstlerblick, heimat-lich romantisches Empfinden mit klassischem Schönheitssinne verbindend,Eduard Mörike. 1 )
§ 81. Salman und Morolf.
I. Das Spielmannsgedicht von Salman und Morolf.
Kelle 2, 216. 388; Piper, Spielm. D. 1,196—229; Höf. Ep. 3, 711. — Ausg-.: v. d. Hagenin v. D. Hagen u. Büsching, D. Ged. d. MA. I. Bd. Einl. S. IV—XXIV, Text (nach E): Spiel-mannsged. S. 1—43 Anm. S. 65—91, Spruchged. S. 44—64 Anm. S. 91—99, dazu J. Grimm,Heidelb. Jahrb. 1809, 2,151 — 154. 249—255 u. Kl. Sehr. 4, 25-27. 44—49; Friedr. Vogt, Sal-man und Morolf, Halle 1880, dazu Wilmanns, Anz. 7, 274—301, LC. 1880, 1333, Rödiger,DLZ. 1881, 1038, Paul, Lit.Bl. 1881, 9—11. — Siehe auch Panzer, Hilde-Gudr., Reg. S. 451;Baesecke, Münch. Oswald, Reg. S. 442. 443; Schneider, Wolfdietr., Reg. S. 417.
Hss.: 2 ) E. Eschenburgs Hs. v. J. 1479, ehemals im Besitz Eschenburgs (in Braunschweig),dann in Berlin, jetzt verschollen. Über v. D. Hagens Mskpt. s. Vogt S. 165.
S. Stuttgart, vorher dem Kloster Weingarten gehörig, mit Bildern (12 sind erhalten),14./15. Jh.; Dialekt: südl. Rheinfrk.
Dresdener Hs., 3 ) Bruchstücke (12 Blättchen), Mitte 15. Jh., enthielt ebenfalls Bilder. —EineHs. v. J. 1476 der ehemal. Straßburger Johanniterbibl. ist mit der Stadtbibliothek 1870 verbrannt.
d. Druck, Straßburg 1499, mit Holzschnitten.
S und d haben eine gemeinsame, ziemlich fehlerhafte Vorlage (Y), d ist ganz un-zuverlässig durch Lücken, Entstellungen, Änderungen und Interpolationen; Dresden stehtam nächsten zu d. E ist weit nachlässiger und willkürlicher als S, welches demnach denalten Text am besten bewahrt hat. Die Quelle von Sd-E (X) ist nicht der Originaltext selbst,sondern eine im Laufe des 13. und Anfang des 14. Jhs. durch Entstellungen, Interpolationenund Strophenerweiterungen zustande gekommene Version. Das ursprüngliche Gedichtist am Ende des 12. Jhs. von einem Dichter des südlichen Rheinfranken verfaßt. 4 )
Inhalt. 5 ) Einleitung Str. 1—21. Salman, König von Jerusalem, hat die Tochter desHeidenkönigs Cyprian von Endian über das Meer entführt und getauft. Sie heißt Salme.Ihre Schönheit, Kleidung; Kirchgang am Pfingstfest.
A. Salme und Fore Str. 21—597.
1. Salmes erste Entführung durch den Heidenkönig Fore Str. 21 —158. SeineHerren schlagen Fore die Christenkönigin in Jerusalem, Salmans Gemahlin, zur Frau vor.Er zieht gegen Salman, wird in der Schlacht gefangen genommen, der Salme zur Bewachungübergeben. Er schenkt ihr einen zauberkräftigen Ring, der sie zur Liebe zwingt. Sie hilftihm zur Flucht. Ein Spielmann Fores gibt Salme ein Zauberkraut, das sie scheintot macht.Sie wird begraben, vom Spielmann, der den Sarg erbricht, entführt. — II. Morolfs Kund-schaft Str. 159—345. Um als Kundschafter unkenntlich zusein, ersticht Morolf einen altenJuden und steckt sich in dessen Haut. Als Pilger zieht er nach der Königin aus. EinenHeiden, der ihm ihren Aufenthaltsort angibt, ersticht er, um nicht von ihm verraten zu werden.Beim Kirchgang erzählt er der Königin bettelnd von Salman und der Flucht der Salme. Daraufvon ihr zum Schachspiel geladen verrät er sich, indem er eine ihr bekannte Weise singt,wird gefangen, entflieht dadurch daß er die Wächter trunken macht, wonach er ihnen Plattenscheert. Wieder gefangen, befreit er sich auf die gleiche Weise. Er geht zu Hofe und spieltden Kaplanen Fores und diesem selbst einen lächerlichen Streich: er betäubt alle durch
] ) Vgl. Hans Wolfg. Rath, Briefwechselzw. Ed. Mörike u. Mor. v. Schwind S. 48. 202—208 u. Reg. S. 211. — Ueb. Rother in R. Wag-ners dramat. Entwurf 'Wieland der Schmied's. Roethe, Berl. Ak. 1919, 693. 699. — In derZs. f. Einsiedler: Scherer, J. Grimm S. 65.
2 ) v. d. Hagen u. Büsching, Liter. Grundr.1812 S. 207 f.; Vogt, Einl. S. I—XX u. S. 165.
3 ) Ludw. Schmidt, Beitr. 30, 571 f.
4 ) Vogt S. CVIl—CXVI1I; Wilmanns aaO.--) Vogt, Einl. S. XXI—XXXIII.