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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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312 B. Weltliche Literatur, b) Das Spielmannsepos.

Besondere Ausdrucksmittel des epischen Stils wie die verschiedenartigenFormeln, Eingang, Übergang, Quellenberufung, Wahrheitsbeteuerung, Zahlen,Alliteration, Paarbegriffe, Epitheta, Hyperbeln, Metaphern sind maßvoll ver-wendet, öfter finden sich Vergleiche. Belebt wird die Erzählung durch Aus-rufe mit wie, hei wie, owi, owi wie, wie zvaz, eiä, wol bei Gemütsbewegung,Verwunderung etc. 195. 247. 253. 349. 355. 379. 449. 471. 486 f. 1065.1153. 1182. 1466. 1555. 1707. 1779. 2071. 2083. 2336. 2528 u. ö., zumAusdruck rascher Handlung 182. 2026. 2094. 2318. 2492. 2512 u. ö. DerDichter läßt die Menschen nach Grundsätzen handeln. Gern stellt er deneinzelnen Fall unter moralische Wertung und knüpft daran einen Erfah-rungssatz, z.B. 500504.617619. 15511553. 1971. 2004 f. 2035 f. 3057 f.3322-3324. 34153417. 34183421. 3654-3659. 3712-3717. 4383f.45244526. 4559-4562. 4640 f. 51245127. 51515156. 5161 5163. Erläßt sprichwörtliche Redensarten einfließen, z. B. 1085 f. 1474. 3138.

DieReime und der Versbau 1 ) entsprechen der um 11301160 üblichenTechnik. Die Verse sind infolge der Freiheit der Senkungsfüllungen von un-gleicher Länge, jedoch ist ein gewisses Mittelmaß zwischen den Extremen Regel.

Das Fortleben des Gedichtes. Das Gedicht muß auch noch imdreizehnten Jahrhundert recht beliebt gewesen sein, da es in mehreren Hss.dieses Jahrhunderts auf uns gekommen ist und einer Modernisierung nachden Anforderungen eben jener Zeit unterzogen wurde (Hs. A). Der Marner 2 )und ihm folgend Hugo v. Trimberg im Renner 3 ) zählen den König Rotherunter den Stoffen auf, nach denen von dem ungelehrten Publikum ihrerZeit am meisten verlangt wurde, 4 ) und öfter werden in Dichtungen des13. Jhs. die Riesen Asprian, Widolt, als besondere Kraftkerle zitiert. 6 ) Undals durch die wundersüchtige Geistesströmung der Romantik der Sinn fürdas Mittelalter wieder erweckt worden war, da schrieb Tieck bei seinemAufenthalt in Rom im Jahr 1805 die palatinische, damals im Vaükan auf-bewahrte Handschrift ab. In dem auf Tiecks Abschrift beruhenden Druckevon der Hagens (1808) lernte Goethe das Gedicht kennen und las es mitandern altdeutschen Denkmälern dem auserwählten Kreise seiner Mittwochs-gesellschaft vor (Annalen 1809). Er auch hat der ewigen Lebensfrische undGemütsinnigkeit des Gedichtes die treffendste und schönste Erläuterung-gegeben in den sechs Strophen des romantischen Maskenzuges von 1810(Jubil.-Ausg. Bd. 9, 328 f. 441 f.), deren beide ersten er [als Stammbuch-

*) Metrik: Amelung, ZfdPh. 2, 253305ROckert S.LXXXII ff.; Lambel S. 177179Edzardi, Germ. 18, 391 ff.; v.Bahder, Germ29, 257 ff. 288-296; Vogt, Salman XCVlIff.Berger, Orendel S. LXI; Hertel, MarburgDiss. 1908; Bernt, Diss. aaO.; SchröderGott. Nachr. 1918, 425. Sechszeil. Strophen:Schade, Cresc. S. 54 ff., Geistl. Ged. S. LXXVGl; achtzeilige Strophen: PogatscherS. 37 ff. Saran, Reg. S. 352; Zwierzina,

ZfdA. 44, 43. 94 f.

2 ) Ausg. von Strauch S. 125 u. Anm. S. 180;Droege, ZfdA. 51, 215.

3 ) Ausg. d. LitVer. V. 1223 u. 16197.

4 ) W. Grimm, DH 3 S. 179 f. 191; ROckertS. VIX; Lambel S. 171; Edzardi, Germ.18, 388 f. Der Name lautet in späteren Hss.oft Rücker, s. die Varianten zu den Stellen desMarner u. des Renner in den betr. Ausgaben.

6 ) W. Grimm, Reg. S. 500 unt. Asprian.