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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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280 B. Weltliche Literatur, a) Weltliche Epik von geistlichen Dichtern.

Gründung des Bistums Bamberg. Nach der kampferfüllten Zeit Konrads ILfolgt sein Sohn, der guote Hainrich 16378, dessen Macht sich erweistin siegreichen Kriegen und noch mehr in der friedlichen Lösung des Streitesum den heiligen Stuhl. Damit ist die Machtfrage zwischen Kaisertum undPapsttum eröffnet und dieser Gegensatz bedingt die politische Stellung desDichters. Im Sinne seiner, der klerikalen, Partei ist Heinrich IV. der rexiniquus, der tirannus: die Reichsfürsten behandelt er rücksichtslos, die Edeln-höhnisch, er ist unklug und unkeusch, begünstigt Räubereien, ist frivol, erliegt dem Spiel ob statt seinen Regierungspflichten 1654816560. J ) DieSchuld trägt sein Ratgeber, der Erzbischof von Bremen, 2 ) die Folge ist derSachsenkrieg. Im Gegensatz zu den ungerechten Kriegen des Kaisers stehtder Zug des Herzogs Gotfrid zum heiligen Grab, dem wären gote zeren16622, der erste Kreuzzug 1661816 789. Dem entsprechend erhält Gotfridauch den höchsten Laienpreis; er hat die Ehre der Welt und die Gnadeder Seele, sein Leib ruht beim heiligen Grab, die Seele ist heilig, währendHeinrich durch den einzigen Sohn aus seiner Herrschaft verstoßen wirdund ruhmlos endet. Zwietracht stört das Reich und die Christenheit auchunter seinem Sohn Heinrich V., dessen Herrschaft aus dem Streit mitdem Vater geboren war, Fehde zwischen Laien und Pfaffen, 16860 f., zwischenKaiser und Papst. Ein neuer Zwiespalt bestimmt die Zeit der beiden letztenKaiser, das Ringen um die weltliche Oberherrschaft zwischen Lothar undden Hohenstaufen, zwischen dem Weifen Heinrich dem Stolzen und demStaufer Konrad III. Diese Ereignisse hat der Dichter nun selbst mit er-lebt und seiner Parteistellung gibt er deutlichen Ausdruck. Demguten"Lothar 16952, der sich demütig weigert, die Krone anzunehmen, bringt erpersönliche Verehrung entgegen, er fordert auf für sein Seelenheil zu beten,er ist ihm der Inbegriff der Herrschertugenden, ihm und der seligzupreisendenKönigin bringt er das Fürstenlob dar wie vorher dem großen Karl, demfrommen Ludwig, dem heiligen Heinrich und dem guten Heinrich (III.): er warder Friedenskönig; berichtet wird allerdings nur von Kriegstaten. Auchdem Schwiegersohn des verehrten Kaisers, dem Baiernherzog Heinrich demStolzen, bringt der Dichter seine Huldigung dar, aber der Ton des Lobeshält sich in gebührendem Abstand: nicht einzelne christliche Trefflichkeitenwerden hervorgehoben, sondern nur im allgemeinen wird gerühmt, daß er inhohen Ehren stand, ein sehr erhabener Fürst war, gnädig seinen Untertanen,als Schwiegersohn des Kaisers einer der vornehmsten Laien und viele guteTugenden besaß 1709717104.

Mit der Vorbereitung zum zweiten Kreuzzug bricht das monumentaleWerk ab, mitten im Satze hat der Dichter die Feder aus der Hand gelegt.Hat sie ihm der Tod entrissen? Haben ihn äußere Umstände verhindert,

') Aus Ekkehards Chronik aaO. S. 199,vgl. Schröder, Einl. S. 69.

2 ) Ueber den bösen Ratgeber in der Auf-

fassung der Kirche vgl. Herzfelds Diss.S. 25. 55 ff.