278 B- Weltliche Literatur, a) Weltliche Epik von geistlichen Dichtern.
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angedeutet), Heinrich I. 15760 ff., Heinrich II. 16142 ff., auch Heinrich IV.16532 ff. und 16848 ff., und Lothar II. 16942 ff.; bei den drei Konraden istder Reim bestimmt durch den Namen: si körnen alle ze rate, si griffenan ainen Chuonräten 15656 ff. 16256 ff. 17182 ff. Die Abschlüsse sind be-zeichnet durch die Zahl der Regierungsjahre, die oft bis auf Monate, ja aufTage genau, und meist auch richtig, berechnet sind. Die Todesarten brauch-ten bei den deutschen Kaisern, die alle ein natürliches Ende gefunden haben,nicht angegeben zu werden. Bezeichnend aber für etwaige besondere Wert-schätzung, in der ein oder der andere Herrscher bei dem Verfasser undseinen Gesinnungsgenossen stand, sind die gleichsam die moralische Persön-lichkeit zusammenfassenden Kundgebungen der Sympathie am Schlüsse derBiographien, so bei Karl dem Großen die Aufzählung seiner Fürstentugendenmit dem Schlüsse: Karlen lotete man pilliche in Römiscen riehen vor allenwerltkunigen: er habete di aller maisten tagende 15069—15087;') fernerbei Ludwig dem Frommen 15224 — 15231, Heinrich dem Heiligen 16246 —16253, Heinrich III. 16522—16527, Lothar II. 17165-17181; Totenklagebei Heinrich I. 15849, Otto I. 15973, Heinrich II. 162541, Konrad II. 16375.
Die erzählenden Hauptstücke in der Mitte enthalten fast durchweghistorische Bezüge, nur die Regierung Karls des Dicken, über die der Dichternichts zu sagen wußte, ist ausgefüllt durch eine Novelle, denn „RichgardsFeuerprobe" 15400—15517 ist wiederum die Geschichte von der unschuldigverleumdeten Königin.
In großen Zügen entfaltet sich die Reichsgeschichte an den Taten derHerrscher. Der Typus des christlichen Regenten, der rex Christianus, ist dasUrbild, an dem diese gemessen werden. Unter drei Gesichtspunkte ist dieTätigkeit eines mittelalterlichen Fürsten zu stellen: sein Verhältnis zum Papst,zum Krieg, zum Frieden; die oberste sittliche Anforderung ist „frommsein". Seine Beziehungen zum Papst, das Verhältnis zwischen Imperiumund Sacerdotium, sind die beherrschenden Linien für die Weltlage, sie be-deuten die Wahrung oder die Verletzung der Grundidee der Weltgeschichte,das ist die politische Verwirklichung des Gottesstaates auf Erden. Das Idealdes frommen und gerechten Fürsten, der die Einheit des Gottesreiches unddes Weltreiches, des Papsttums- mit dem Kaisertum, durchführt, ist ver-körpert in Karl dem Großen, er habete di aller maisten tilgende 15087.Symbolisch ist diese Einheit dargestellt darin, daß Karl und Leo, der Kaiserund der Papst, Brüder sind. Der von den Feinden mißhandelte Papst fliehtzum Kaiser, damit ist ausgesprochen, daß dieser der weltliche Schutzherr(voget 14533) der Kirche ist. Karl ist der siegreiche Kriegsfürst, aber ingerechten Kriegen, der gotes dienestman 14909, ain wärer gotes wigant15073, er führt den Kampf des Christentums gegen das Heidentum: mitdem swerte sol ich di christenhait besännen 14537; er gründet das Bistum
') Vgl. Schade, Decas S. 65f.; Schröder, ZfdA. 27, 79 f.