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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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272 B. Weltliche Literatur, a) Weltliche Epik von geistlichen Dichtern.

umgekehrt sind nicht dazu gehörige Persönlichkeiten unhistorisch auf-genommen: Tarquinius aus der altrömischen Königsreihe, Faustinianus ausder nachklassischen Sage (s. unten); ferner Achilleus, Narcissus; 1 ) Gallienusist mit dem Arzt Galenus verwechselt; Alarich zerstört Rom unter Commodus(Accommodus), sein Feldherr ist Wilhelm v. Apulien (7361. 7391), der gegenden Antoninus (Antonius) Pius, einen Feldherrn des Commodus, kämpft;ein Totila kommt unter Tarquinius Superbus vor. Verhältnismäßig wahr-heitsgetreu angegeben ist die Anzahl der Regierungsjahre, oft ganz, oft an-nähernd richtig, selten völlig falsch. Die aufgeführten geschichtlichen Er-eignisse beschränken sich im wesentlichen auf Kriege und dem Interesse derZeit entsprechend benutzt der Dichter gern die durch den Stoff ge-botene Gelegenheit zu Schlachtschilderungen. Zu den geschichtlichen Teilengehören auch die Christenverfolgungen (Domitian, Decius, Diocletian undMaximian, Gallienus, Justinian) und Synoden (Constantinus, Theodosius).Die Hauptmasse des Werkes bilden die fabulistischen Partien, dieErzählungen. Sie sind verschiedenen Ursprungs: der Geschichte am nächstenschließen sich an römische Kaiserfabeln: Nero, Titus, Trajanus, Pertinax,Helius Adrianus, Gallienus, Julianus, Justinianus, Constantinus (Por-phyrog.); entfernterstehen antike Sagen, altrömische: Gajus (Marcus Curtius),Tarquinius (Lucretia), Vitellius (Mucius Scaevola), spätere: Faustinian (Cle-mentin. Recognitionen), Nerva (Perillus); und deutsche: Severus (Adelger),Zeno (Dietrich von Bern); 2 ) wiederum aus der Zeitgeschichte unmittelbarhervorgegangen sind die Legenden bei Tiberius, Faustinianus, Nero, Domi-tianus, Trajanus, Philippus, Decius, Diocletianus, Constantinus (Chlorus),Constantinus, Julianus, Heraclius, Narcissus,. Theodosius, Constantinus Leo.Die Grundlage, die der Verfasser für die römische Kaisergeschichte be-nutzte, läßt sich nur vermutungsweise erschließen. Es wird eine lat. Chronikgewesen sein, welche stark fabulistisch das Leben der Kaiser in den Haupt-zügen behandelte, mit den Regierungsjahren, dem Tod und einigen kurzerzählten Taten und Ereignissen, unter ständiger Bezugnahme auf die Päpsteund das Christentum. Die erzählenden Partien, alte und spätere Kaiser-fabeln wie bei Nero, Titus, Trajanus, Pertinax, Gallienus, Justinianus, hatder deutsche Verfasser reicher ausgearbeitet und vor allem hat er selbstSagen, Novellen und Legenden eingeschoben; für letztere mag ihm teil-weise ebenfalls eine Sammlung, ein' Legendär, vorgelegen haben. 3 ) Die

') Achilleus, der Ursurpator Ägyptensunter Diocletian, begegnet bei Hieronymus(Migne 27, 660), in Ekkehards Chronik aaO.S. 110,41. 111, 1. Narcissus ist ein in derrömischen Geschichte mehrfach vorkommen-der Name, vgl. Massmann 3.896 f.; Schröder,Anm.zu 11352. Odnatus(4905ff.) = Odenatusist bekannt als einer der dreißig Tyrannen,Kaiser des Ostens (a. 267, vgl. Massmann3, 730 f.; Schröder, Anm. zu 4905).

2 ) W. Grimm, DH. 3 S. 43. 224 (Anm.) 227.

421 Anm. Vgl. Georg Matthaei, ZfdA. 46,6 ff.; Jac. Bleyer, Beitr. 31, 496 f.

') Ueber die Herkunft und Verbreitung dereinzelnen Sagen auch im deutschen Teiles. Massmann 3, 3951179. 11851192Sagenerörterungen"; Schröder in den Anm.;Jellinek, Anz. 16, 139 f.; Schönhoff, ZfdA.49, 353355, dazu Schröder ebda S. 362;Verhältnis zu dem Legendär des 12. Jhs. (oben§ 41) s. Scherer, QF. 7,39ff.; Busch, ZfdPh.10, 440. 11, 16 f. 32. 45 u. ö. Zur Grün-