§ 79. Die Kaiserchronik vom Pfaffen Konrad.
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der verworfen Otto 4848, DomVttänus, der was ain gotes widerwarte 5558f.Den Schluß bildet die chronikalische Notiz: Regierungszeit des Herrschers,z. B. bei Gajus: drin jär er des riches phlac unt zehen tnänode mere 1216f.,bei Faustinianus: daz riche het er vur war rehte driuzehen jär und ehtemänode mere 4079ff., dabei auch oft der Tod des Regenten, z. B. beiTiberius: do vergäben si ouh dem herren 1114, vgl. 4082. 7425; beiTarquinius: also reslaoc in der herre 4834; bei Titus: von der werlteversciet der herre 5556; bei Domitian: die tievel wizent sin sele 5674,= Decius 6450, Julianus 11137; bei Dieterich: die engele ladeten sinesele 12812, = Theodosius 13650, vgl. 10510. 1 ) Das von formelhaftemEingang und Schluß umrahmte Mittelstück enthält Taten des betreffendenKaisers und Ereignisse unter seiner Regierung. Der Umfang dieser Haupt-teile ist sehr verschieden. 2 ) Am kürzesten sind die Stücke über Galba mitzwölf und Otto mit elf Versen; hier ist die Darstellung von annalistischerKnappheit. Diese kurzen Biographien fallen aus dem epischen Tone derGesamtdichtung heraus, in welcher sich die einzelnen Bilder teilweise zwarnur in Hauptzügen, oft aber in reicher Detailausführung entfalten, so daßz.B. die Abschnitte über Faustinian 1219-4082, Constantin 7806—10633,Narcissus 11352—12812 mit ihren 3864, 2828, 1461 Versen zu ausführ-licheren, in sich selbständigen Gedichten abgerundet sind. Man kann inder epischen Darstellung unterscheiden zwischen historischen und fabu-listischen Partien. Rein historisch sind nur wenige Stücke, Vespasianusund Lucius Accomodus. Bloße Fabel und Sage ohne geschichtliche Ver-knüpfungen wird erzählt von Gajus, Faustinianus, Tarquinius, Nerva,Severus, Narcissus. Die übrigen Biographien endlich, die Mehrzahl vonallen, enthalten sowohl historische als fabulistische Bestandteile. In die Er-zählung sind öfter lehrhafte Partien verwoben, worunter die Disputationenim Faustinian und im Silvester am umfangreichsten sind. Mit dem Maßstabdes Historikers darf man an diese römische Kaisergeschichte nicht heran-treten; es fehlt hier der Begriff des historischen Urteils. Die chronologischeFolge der Kaiser ist der lat. Quelle entnommen, sie ist aber willkürlichverändert. 3 ) Zwar die Reihenfolge von Augustus bis Trajan ist in Ordnung,dann aber wird auf Philippus (a. 244—249), Decius (a. 249-251), Diocle-tian (a. 284—305) übergegangen, darauf kommen der frühere Severus(a. 193—211) und dessen Vorgänger Pertinax (a. 193) und weiter in derZeitenfolge rückwärts Hadrian (a. 117—138) und Commodus (a. 18.0—192),wonach auf Gallienus (a. 260-268) übergesprungen wird. Durcheinandergeworfen sind dann auch die Byzantiner, indem Heraclius (a. 610—641) vorJustinian (a. 527—565) steht, worauf dann erst der viel frühere Theodosius(a. 379—395) folgt, usw. Viele Kaiser, darunter auch bedeutende, fehlen,
>) Massmann 3, 338—341. 353.2 ) Zur Gruppierung nach dem Stoff vgl.Kettner, ZfdPh. 9, 284—296.
3 ) Massmann 3, 331—334.der Kaiser ebda 335—338.
Die Charaktere