§ 79. Die Kaiserchronik vom Pfaffen Konrad. 269
31. Justinianus 12813—13066, seine Frau Tharsilla lehrt ihn, anstatt Furcht zu erweckenLiebe zu gewinnen. 32. Theodosius 13067—660, Astrolabius' Liebe zu der Venusstatue;Erwachen der 7 Schläfer. 33. Constantinus Leo (Leo III) 13661—824, ist hier .mit seinemSohn C. Kopronymus zusammengefallen. 34. Zeno 13825—14193, bei dem die TatenDietrichs (Theoderichs d. Gr.) erzählt werden. 35. Constantius (Constantin VI. Porphyro-genetos) 14194—281. Von da ist das Römische Reich von Griechenland geschieden.
B. Die deutschen Kaiser 14282—17283. Das Reich steht leer bis auf 1. Karl d. Gr.,14282—15091. Er und Papst Leo sind_Brüder, der Papst, von den Römern vertrieben,flieht zu Karl, wird von ihm wieder eingesetzt. Karl richtet das Recht ein. 2. Ludwig d.Fromme 15092—235. 3. Lothar 15236-317. 4. Ludwig d. Deutsche 15318—99. 5. Karl(der Dicke) 15400—517, Gesch. von der unschuldigen Königin. 6. Arnulf 15518—81,Gründung von S. Emmeram. 7. Ludwig d. Kind 15582-651. 8. Konrad I. 15652—759, dieaufständischen Herzoge Erchenger u. Perhtolt werden enthauptet. 9. Heinrich I. 15760—849.10. Otto I. 15850—973, Schlacht auf d. Lechfeld. 11. Otto IL 15974—16063. 12. Ottolli.16064—141. 13. Heinrich II. 16142—253, Gründung des Bistums Bamberg. 14. Konrad II.16254—375. 15. Heinrich III. 16376-531. 16. Heinrich IV. 16532—847, sein zügellosesLeben; Kreuzzug Gotfrids (v. Bouillon). 17. Heinrich V 16848—941. 18. Lothar IL 16942—17181, Preis Heinrichs (des Stolzen) von Bayern. 19. Konrad III. 17182—283, Bernhardv. Clairvaux mahnt zum Kreuzzug.
Aus der Inhaltsübersicht ergibt sich die Komposition der Kehr. Esist die erste eigentliche und große Geschichtsquelle in deutscher Sprache.Sie besteht aus einer fortlaufenden Reihe von Kaiserbiographien, die ineinen römischen (A) und in einen deutschen (B) Teil zerfallen.
Entstehung der römischen Kaisergeschichte (A). Die m.alterl. Weltgeschichtschreibungist in ihrem Grundschema Chronologie der Regenten. Diese christliche Chronographie wurdefestgelegt in der uns verlorenen, bis auf Constantin reichenden griechischen Chronik desBischofs Eusebius von Caesarea (265—340). Die Grundlage für alle folgenden Com-pendien aber ist die lat. Übersetzung des Eusebius durch Hieronymus (380]81). DieseWeltgeschichte ist eine Zeittafel, in welcher der Reihe nach die Fürsten der verschiedenenReiche, der Assyrer, Juden, Ägypter, Griechen (Sicyonier, Argiver, Mycener, Athenienser),Römer, mit, meist spärlichen, Notizen einzelner Ereignisse synchronistisch zusammengestelltsind. Die übrigen Dynastien gehen nacheinander in dem römischen Weltreich auf, so daßdieses schließlich, von der Zerstörung Jerusalems durch Vespasian an, allein die Geschieht«ausmacht. Hieronymus hört mit dem Tode des Kaisers Valens (378) auf. Er zählt der römischenZeitrechnung entsprechend nach den Regierungsjahren der Kaiser.
Die Chronik des Hieronymus ist in ihrer knappen Aufzeichnung rein äußerer histo-rischer Tatsachen annalistisch, dagegen hat Augustinus in seinem Buche vom Gottes-staat ') die geistige Auffassung der Weltgeschichte geschaffen, indem er sie als Entwicklungdes göttlichen Erlösungswerkes auffaßt. (Buch 11—22.) Die Geschichte beginnt mit derWeltschöpfung und endet mit der jenseitigen Ewigkeit, sie spielt sich ab in den zwei ent-gegengesetzten Staaten, dem Gottesstaat und dem Weltstaat, der civitas coelestis undder civitas terrena. Der Ursprung der beiden Staaten liegt schon in der Verschiedenheitder Engel, im Fall Lucifers ist die civitas diaboli begründet. Durch den Sündenfall ent-steht die civitas terrena, das Reich der Sünde, das Reich des Teufels auf Erden; mit Kainund Abel tritt der Gegensatz unter den Menschen auf, zwischen den Gottlosen und denFrommen, den Kindern der Welt oder des Teufels und den Kindern Gottes. Die Augusti-nische Geschichtsentwicklung vollzieht sich im Rahmen des Alten Testamentes und istgegliedert in sechs Weltalter: 1. von Adam bis zur Sündflut (Buch 15), 2. von Noe bisAbraham, 3. von Abraham bis David (Buch 16), 4. von David bis zur Babylonischen Ge-
') Siehe oben Einleitung S. 3.