242 B. Weltliche Literatur, a) Weltliche Epik von geistlichen Dichtern.
wer im Himmel ist, auf einem von zwei Greifen getragenen Sessel fährt ergegen den Himmelsthron, aber eine Stimme heißt ihn auf die Erde zurück-kehren) 4281—4312 B. 3. Al.s Sonnenfahrt (AI. fährt zu den Bäumen derSonne und des Mondes, eine Stimme verkündet ihrrf, daß ihn sein nächsterKämmerer vergiften werde) 4313—4345 B. 4. Al.s Ende (seine Vergiftungdurch seinen Vertrauten Jobas, sein Testament, Abschied von den Seinen,,Beschreibung seiner Persönlichkeit) 4346—4729 B.
Der Straßburger Alexander.Die zweite Bearbeitung, Y, die durch die sorgfältige Hs. S gut vertretenist, hat ohne tiefgreifende Änderungen des Inhalts 1 ) mit dem ihr über-kommenen Grundtext Lamprechts sehr frei geschaltet in der modernisieren-den Absicht, Versbau 2 ) und Stil 3 ) den Anforderungen der weitergeschrittenenKunst anzupassen. Der Rhythmus des in V überlieferten Teiles ist geebnet,oft dadurch daß entbehrliche Worte, die den Vers beschweren, ausgeschaltetoder durch kürzere ersetzt sind, fehlende Senkungen sind ausgefüllt. Über-lange Verse sind beseitigt: durch Teilung in zwei, wobei der neue Verseinen weiteren Reimvers nötig machte, oft unter Verwendung eines Wortesim Innern des ursprünglichen Langverses als Reimwort; oder durch Dehnungzweier langer Verse in vier kurze; leicht stellten sich hierbei Flickverseein. Die selbständige Fortsetzung in Y ist von vornherein in regelmäßigenVersen angelegt. Dagegen war eine grundsätzliche Regelung des Reim-gebrauchs in Y nicht beabsichtigt. Manches wurde zwar geändert. Schonin X sind unreine Bindungen gebessert worden, in Y wurden dann, oftdurch leichtere Eingriffe, noch mehr gleiche Reime hergestellt; aber vielealte Assonanzen sind geblieben und in den von S umgestalteten oderzugesetzten Versen sind wieder weitere neue hinzugekommen. Somit kannin dem S und V gemeinsamen Teile von einer Vermeidung der unreinenReime nicht die Rede sein, und dementsprechend sind sie auch in der Fort-setzung bei S durchaus sehr häufig, nur gegen den Schluß nehmen sie ab.Ein Unterschied in der Art der Assonierung besteht zwischen den beidenTeilen von S nur in wenigen unmaßgebenden Fällen. Zur Reimtechnik istnoch zu erwähnen, daß S im Verhältnis häufiger als V kleine, zum Reimenbequem sich eignende Wörtchen wie al, baz, daz, da, dö, vruo, zuo u. a.benutzt. 4 )
Die ausgeprägteste Neuerung von Y aber liegt im Gebiete des Stils.Das bei den mhd. Umarbeitungen und Übersetzungen allgemein gültigePrinzip der Erweiterung zum Zweck des leichteren Verständnisses, durchAusmalung und Begründung, hat auch der Bearbeiter (Y) befolgt, er ist alsoauf dem Wege, den Lampr. einschlug, weitergeschritten, nur daß er die
*) Zacher, ZfdPh. 11, 414 ff. Hampe S. 79 ff.
2 ) Kinzel, ZfdPh. 10, 19 ff.; Kuhnt aaO., 4 ) Zwierzina, Verhandlung. aaO.; Kuhnt
bes. §§ 35 u. 36 u. S. 106. S. 59 f.*) Harczyk S. 11—30; Reblin S. 28 ff.;