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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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A. Geistliche Literatur, e) Mariendichtung.

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erklärung gebildet, 1 ) die in der Literatur und auch in der Liturgie angewendetwurde. 2 ) Die biblischen Bilder stammen meistens aus dem hohen Lied, wieMond, Sonne, Morgenröte, Blume, Lilie, Rose, Myrrhe, Narde, Zimmt, einigeauch ausSirach24,17ff.; Stern, besondersMeeresstern, 3 )Gemma(mhd.g-wz/«£,Edelstein), sind öfter im alten Testament vorkommende bildliche Bezeichnungen.

Die Mariensymbolik gehört zu der allgemeinen typologischen Methodeder Auslegung des alten Testaments, das ist die allegorische Erklärung.Diese Symbole wurden zumeist schon von der griechischen Patristik ge-bildet (4./5. Jh.). Auf die Abstammung der Muttergottes wurden gedeutet:der Stern Jakobs, 4. Mos. 24, 17Orietur Stella ex Jacob"; das Reis (Rute,Gerte) aus der Wurzel Jesse, Jes. 11,1Et egredietur virga de radice Jesse";auf die unverletzte Jungfrauschaft der Dornbusch Moses, 2. Mos. 3, 2 ff.,weil der Busch mit Feuer brannte und doch nicht verzehrt ward (das Tertiumcomparationis ist das Unverletztbleiben); der beschlossene Garten, hortusconclusus, den Gott selbst behütete, in dem die Frucht Jesus inne wuchs,Höh. Lied 4, 12 ff.; die beschlossene Pforte, porta clausa, durch die alleinGott einging, Ezech. 44, 2; das Fell Gedeons, Rieht. 6, 37: der Tau, der aufdas Fell niederfiel, bezeichnet den Tau des heiligen Geistes, mit dem Mariabegossen wurde; Aarons Stab, der Blüten trug, ist die Jungfrau, die alsFrucht Jesus hervorbrachte; das häufige Bild, daß die Sonne durch dasGlas hindurchscheint, ohne es zu beschädigen (Sonne scheint durch ganzesGla^), wurde schon von den griechischen Kirchenvätern gebraucht (vgl.Salzer S. 73 f.). Urchristlich ist die Gegenüberstellung der Maria, die derMenschheit den Erlöser gebar, gegen Eva, die die Sünde brachte, sowieschon der Paulinische Gegensatz von Christus zu Adam.

Mit einer Fülle von Beiworten schmückt die Liebe und Verehrung dieGottesmutter und gebenedeite Jungfrau noch außerdem: sie ist Mutter undJungfrau, Kaiserin und Königin des Himmels, der Engel, das Licht und-der Spiegelglanz, die Himmelsspeise und der Rosengarten, Viole und Zeit-lose, Lavendel, Muskatblume, jeglicher Edelstein. Solche Preisworte sindzum Teil Eigenschaften, die dem Dogma entsprechen, andere sind demPhysiologus oder Lapidarius entnommen, viele sind spätere poetische Motiveder Poesie des 13./14. Jhs.

Die ersten Jahrzehnte des 12. Jhs. brachten diesen Überschwang derSymbolik in die Mariendichtung, in den früheren Hymnen waren die Bildernur vereinzelt und maßvoll, der Schwerpunkt lag auf der Person Jesu.Auch Petrus Damiani wendet sie spärlich an in seinem Officium (Migne145, 935937), stärker aber in seinem Rhythmus de S. Maria virgine (ebda

] ) W. Grimm, Gold. Schmiede,Einl.;ANSELMSalzer, Die Sinnbilder und Beiworte Mariensin der deutschen Lit. und lat. Hymnenpoesiedes MA.s, 7 Programme des Ober-Gymn.zu Seitenstetten, 1886. 1E88. 1889.1890.1891.1892. 1893, s. auch MSD. II 3 , 251 f. u. in den

Deutsche Literaturgeschichte. II.

Anmerkungen zu den in MSD. aufgenomme-nen Mariengedichten.

2 ) Eine Anzahl solcher allegorischer Bilderenthält das Marianische Officium.

3 ) Siehe bes. Salzer S. 411 Anm.

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