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A. Geistliche Literatur, d) Die Heilsmittel.
507 ff.; 114 ff. 143 ff. 468 ff.; 98 ff. 125 ff. 243 ff. 440 ff.); durch Äußerungeigener Teilnahme an dem Erzählten erweckt er das Interesse der Hörer(98. 101. 204. 250 ff. 261. 287. 306. 354. 462); durch immer wiederkehrendeBetonung des Wortes „Recht" zwingt er die Aufmerksamkeit auf den Kern-punkt des Themas, besonders in den Formeln Nietnan ist so here so dazreht zewäre (1 f. 239 f. 321 f. 345 f.) am Anfang neuer Abschnitte, oder [Da]keren aber an daz reht 67. 124. 163 nach Abschweifungen vom Haupt-gegenstand. Er hat eine bestimmte Disposition für den Inhalt, aber er bindetsich nicht streng an sie, sondern läßt die Gedanken leicht nach unwillkür-lichen Assoziationen ablaufen, unbekümmert um den notwendigen innerenZusammenhang. Er scheut Wiederholungen nicht, gleichgültig gegen dieäußere Form gebraucht er öfter die nämlichen oder ähnliche Wendungenund Reime. Formeln sind nicht gerade häufig (68. 104. 219. 223. 241. 248.342); lat. Wörter meidet er ganz. Der Satzbau ist hypotaktisch, darin zu-weilen parallele Sätze mit oder ohne Konjunktion kräftig hervortreten.
Metrik. 1 ) Nahezu ein Fünftel der Reime sind unrein, ohne auffallendeAssonanzen. Es begegnen Dreireime (13 ff. 439 ff.). Der Rhythmus ist ver-schiedenartig, der Umfang schwankt zwischen kurzen und langen Versen.
§ 67. Die Hochzeit.
Kelle 2, 206. 385; Piper, GD. 2, 87—90. — Ausg.: Karajan, DSpr. S. 19-44, dazuPiper, Nachtr. S. 282 f. — Bartsch, Germ. 7, 278; Waag, Kl. d. Ged. 2 S. 87—123 u. Einl.S. LVI—LXXIX, zur 1. Aufl.: Kraus, Anz. 17, 25-29. — Haupt, ZfdA. 15, 264 (Konjekturen);Scherer, QF. 7, 14—19. 12, 52 f.; Heinr. Löbner, Berl. Diss. 1887; Kraus, Vom Rechte,s. oben S. 196, und die dazu gehörenden Besprechungen von Schröder, Vogt, Kochen-dörffer, Jellinek, Löbner; Leitzmann, Anz. 34, 122—125.
Hs.: Milstäter Hs. Bl. 142 a —154 b . Für die Sprache, Herkunft und Zeit der Abfassunggilt das gleiche wie für das Gedicht Vom Rechte, Kraus S. 6 f.
Inhalt. I. Einleitung 1—146. Inhaltsangabe 1—6; Gleichnis vom Goldschmied unddem Schmuck, das Gold ist die Weisheit 7—64; das Wort Gottes 2 ) und der Glaube; Gegen-sätze: Heiden und Christen; der gute Knecht, der Gottesstreiter, und der nicht guteKnecht, der in Hochmut Fechtende; die Hölle und Abrahams Schoß 65—144. — II. Haupt-teil 145—1078 Die Parabel von der Hochzeit des Herrn vom Gebirge mit dem Edelfräuleinim Tale, a) Die Erzählung 145—324. Im Hochgebirge hat ein Landesherr seinen Sitz.Ein Teil seiner Knechte empörte sich, er warf die Ungetreuen in den Kerker in einemgrausigen Abgrund 145—193. Da war ein schönes Tal, aller Lieblichkeit voll, da wurdeein schönes Mädchen geboren aus edlem Geschlechte, voll Güte, Demut und Schönheit194—207. Der Herr wirbt um sie durch seine Boten, die Verwandten stimmen zu, derHerr vermählt sich ihr. Sie steht in strenger Hut 208—244. Eine zweite Botschaft wirdgesandt: die Braut solle sich rüsten und schönes Brautgewand anlegen 245—258. Braut-fahrt des Herrn mit seinen Rittern, die Braut wird gebadet, in weiße Gewänder gekleidet,mit Goldschmuck behangen 259—284. Das Brautgeleite, junge Ritter, bringen sie unter Ge-
weise reden soll: Minoribus autem decet inparabolis loqui, Alanus De arte praedicatoriaKap. 39, Migne 210, 184 C.
J ) W. Grimm, ZGdR., Kl. Sehr. 4, 165;Kraus S. 39 f.; Hanisch aaO. (Vortragsform,Rhythmik); H. sucht aus Gründen der Vers-melodik spätere Einschaltungen aus dem ur-
sprünglichen Gedicht, dem „Ur-Recht", aus-zusondern.
2 ) Den Schatz nicht vergraben, eine häu-fige Mahnung in der christlichen Lehre, vgl.Roethe, Reimvorreden des SachsenspiegelsS. 104—107; EhrismÄnn, Stud. über R. v.Ems S. 4 Anm. 4.