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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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A. Geistliche Literatur, d) Die Heilsmittel.

507 ff.; 114 ff. 143 ff. 468 ff.; 98 ff. 125 ff. 243 ff. 440 ff.); durch Äußerungeigener Teilnahme an dem Erzählten erweckt er das Interesse der Hörer(98. 101. 204. 250 ff. 261. 287. 306. 354. 462); durch immer wiederkehrendeBetonung des WortesRecht" zwingt er die Aufmerksamkeit auf den Kern-punkt des Themas, besonders in den Formeln Nietnan ist so here so dazreht zewäre (1 f. 239 f. 321 f. 345 f.) am Anfang neuer Abschnitte, oder [Da]keren aber an daz reht 67. 124. 163 nach Abschweifungen vom Haupt-gegenstand. Er hat eine bestimmte Disposition für den Inhalt, aber er bindetsich nicht streng an sie, sondern läßt die Gedanken leicht nach unwillkür-lichen Assoziationen ablaufen, unbekümmert um den notwendigen innerenZusammenhang. Er scheut Wiederholungen nicht, gleichgültig gegen dieäußere Form gebraucht er öfter die nämlichen oder ähnliche Wendungenund Reime. Formeln sind nicht gerade häufig (68. 104. 219. 223. 241. 248.342); lat. Wörter meidet er ganz. Der Satzbau ist hypotaktisch, darin zu-weilen parallele Sätze mit oder ohne Konjunktion kräftig hervortreten.

Metrik. 1 ) Nahezu ein Fünftel der Reime sind unrein, ohne auffallendeAssonanzen. Es begegnen Dreireime (13 ff. 439 ff.). Der Rhythmus ist ver-schiedenartig, der Umfang schwankt zwischen kurzen und langen Versen.

§ 67. Die Hochzeit.

Kelle 2, 206. 385; Piper, GD. 2, 8790. Ausg.: Karajan, DSpr. S. 19-44, dazuPiper, Nachtr. S. 282 f. Bartsch, Germ. 7, 278; Waag, Kl. d. Ged. 2 S. 87123 u. Einl.S. LVILXXIX, zur 1. Aufl.: Kraus, Anz. 17, 25-29. Haupt, ZfdA. 15, 264 (Konjekturen);Scherer, QF. 7, 1419. 12, 52 f.; Heinr. Löbner, Berl. Diss. 1887; Kraus, Vom Rechte,s. oben S. 196, und die dazu gehörenden Besprechungen von Schröder, Vogt, Kochen-dörffer, Jellinek, Löbner; Leitzmann, Anz. 34, 122125.

Hs.: Milstäter Hs. Bl. 142 a154 b . Für die Sprache, Herkunft und Zeit der Abfassunggilt das gleiche wie für das Gedicht Vom Rechte, Kraus S. 6 f.

Inhalt. I. Einleitung 1146. Inhaltsangabe 16; Gleichnis vom Goldschmied unddem Schmuck, das Gold ist die Weisheit 764; das Wort Gottes 2 ) und der Glaube; Gegen-sätze: Heiden und Christen; der gute Knecht, der Gottesstreiter, und der nicht guteKnecht, der in Hochmut Fechtende; die Hölle und Abrahams Schoß 65144. II. Haupt-teil 1451078 Die Parabel von der Hochzeit des Herrn vom Gebirge mit dem Edelfräuleinim Tale, a) Die Erzählung 145324. Im Hochgebirge hat ein Landesherr seinen Sitz.Ein Teil seiner Knechte empörte sich, er warf die Ungetreuen in den Kerker in einemgrausigen Abgrund 145193. Da war ein schönes Tal, aller Lieblichkeit voll, da wurdeein schönes Mädchen geboren aus edlem Geschlechte, voll Güte, Demut und Schönheit194207. Der Herr wirbt um sie durch seine Boten, die Verwandten stimmen zu, derHerr vermählt sich ihr. Sie steht in strenger Hut 208244. Eine zweite Botschaft wirdgesandt: die Braut solle sich rüsten und schönes Brautgewand anlegen 245258. Braut-fahrt des Herrn mit seinen Rittern, die Braut wird gebadet, in weiße Gewänder gekleidet,mit Goldschmuck behangen 259284. Das Brautgeleite, junge Ritter, bringen sie unter Ge-

weise reden soll: Minoribus autem decet inparabolis loqui, Alanus De arte praedicatoriaKap. 39, Migne 210, 184 C.

J ) W. Grimm, ZGdR., Kl. Sehr. 4, 165;Kraus S. 39 f.; Hanisch aaO. (Vortragsform,Rhythmik); H. sucht aus Gründen der Vers-melodik spätere Einschaltungen aus dem ur-

sprünglichen Gedicht, demUr-Recht", aus-zusondern.

2 ) Den Schatz nicht vergraben, eine häu-fige Mahnung in der christlichen Lehre, vgl.Roethe, Reimvorreden des SachsenspiegelsS. 104107; EhrismÄnn, Stud. über R. v.Ems S. 4 Anm. 4.