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A. Geistliche Literatur, d) Die Heilsmittel.
Inhalt der Erinnerung. 1 )I. Einleitung 1—34: .Ich will eine Rede halten von der Erinnerung an den Tod welt-lichen Leuten, da sie sich leider auf den Tod nur säumig vorbereiten." — II. Hauptteil35—1023. A. Vom allgemeinen Leben (vgl. 450). Die allgemeine Sündhaftigkeit 35—454.
a) Gebrechen der Geistlichen 35—263 a) Im allgemeinen 35—98; ß) Gebrechen der Priester99—186; )<) Gebrechen der Mönche 187—242; &) Schluß, über die Priester und Mönche243-263. — b) Gebrechen der Laien 264—397 a) Die ungerechten Richter 264-271; ß) dasRitterleben: Hoffart 289—397; dazwischen Hoffart der niederen Weiber 319—340. — c) Pfaffenund Laien sind lasterhaft 398—434 a) Die Habsucht Roms, Machtgelüst geistlicher Fürsten,die Reichen und die Armen 398—422; ß) Laster aller Stände 423—434. — d) Übergang zuB 435—454. — B. Erinnerung an den Tod 455—1028. a) Vergänglichkeit des Lebens,darum gedenke des Todes 455—482. — b) Elend des Lebens 485—558. — c) Häßlichkeitdes Todes 559—635. — d) Schrecken nach dem Tode 636—1028 a) Mahnung zur recht-zeitigen Buße 636—662; ß) der Sohn am Grabe des Vaters, die Pein des Vaters im Feg-feuer, Warnung für den Sohn 663—884; y) Christus selbst warnt 885—910; <5) Hölle undHimmel 911 — 1028. - III. Schluß 1029-1042 Gebet zu Gott.
Der Dichter selbst hat durch einen Übergang 435—454 die beiden TeileA und B ausdrücklich getrennt, A ist für sich ein Gedicht oder ein Ge-dichtteil, liet: den Abschluß dieses ersten Teiles bezeichnet er mit denWorten hie welle wir enden ditz liet 447; das Bisherige handelte von demgemäifiem lebene 450, im Folgenden soll die Rede sein von dem töde 452;es ist die Mahnung an den Tod: Nugedench aber mensch dlnes tödes 455.
Inhalt des Priesterlebens. 2 )Der Anfang fehlt. 1—8 Warnung vor der ewigen Strafe. Von da an ist das Themades Gedichtes die Unzucht der Priester (Weltgeistlichen i 9—746. a) Die Priester, die dieMenschen lehren sollen, sind nicht gewissenhafte Warner (Wartleute) vor dem Teufel 9—48. —
b) Schlemmerei und Buhlerei der Priester 49—249, dabei zwei Szenen: der Fremde, der umEinlaß in das Pfarrhaus bittet, wird nicht aufgenommen 69—89, Gelage beim Pfarrer 90—110;Salomo als Beispiel, wie die Weiber den Mann von Gott abziehen 136—162. — c) Das
Priester auch ihm, dem Dichter, erlauben,Gottes Wort zu reden; die (dumme) Eselinhat den Propheten Bileam das Wort Gottesgelehrt, darum darf es die Priester nicht ver-drießen, wenn ich, ein Sünder, dies tue. Nie-mand kann mir es verwehren, daß ich vonGott sage, was ich weiß, mögen sie darüberauch in Haß und Neid geraten. Gott hatwohl auch noch irgendwo einen Dienstmann,dem dies wohlgefällt und der nach meinenWorten einen sichern Standpunkt gewinnt."Ein „monachus" hätte seine Kenntnisse vomWort Gottes den Weltgeistlichen gegenüberwohl nicht so minderwertig dargestellt (zuBileams Eselin vgl. Heinzels Anm. S. 146 f.),und suntcere 457 konnte er sich nennen alseinen, der noch mit der Welt in Verbindungwar und nicht durch die Priester- oder Mönchs-gelübde völlig dem geistlichen Stande an-gehörte (zu V. 467 vgl. Lecoy de la MarcheS. 27: Befürchtungen vor der Eifersucht derWeltgeistlichen wegen des ungeheuren Er-folges, den die Predigt der Franziskaner undDominikaner im 13. Jh. hatte).
Zur Zeitbestimmung des Gedichtes istübrigens zu bemerken, daß auch die Buß-predigten des 13. u. 14. Jhs. denselben Inhalthatten, z B das Buch der Rügen, der Renner(vgl. auch Cruel S. 269—277). Selbst dieRücksicht auf die „Frauen (Weltfrauen)" findetsich im Buch der Rügen, ZfdA. 2, 89 f., undRudolf v. Ems im Barlaam 294, 35-298, 10und Hugo v. Trimberg im' Renner Ausg.d. Lit.Vereins 12281 ff., gehen nach vor-herigem Tadel in ein hohes Lob der Frauenüber; demnach kann aus der Schonung, dieHeinrich gegen die Frauen übt, kein Schlußauf etwaige ritterliche Herkunft gezogenwerden (Heinzel S. 17). Allgemein wurde,und mit Recht, die Annahme von WiLMANNSzurückgewiesen, Heinrich habe in Ungarnum 1360 gedichtet iSlemüller aaO., LorenzaaO., Schröder aaO., KochendörfferS. 281 ff.).
') Heinzel S. 8—10; Wilmanns S. 53 f.
2 ) Diemer, Kl. Beitr. XV, 40—45; SchereraaO.; Heinzel S. 10 f.; Baunack, ZfdA. 57,77—80.