184 A. Geistliche Literatur, d) Die Heilsmittel.
Sündenklagen sind auch die beiden von Schönbach, ZfdA. 48, 87—98(vgl. Sprockhoff S. 85) aus einer Klagenfurter Hs. des 12. Jhs. heraus-gegebenen, in Versen abgefaßten fragmentarischen Klagenfurter Gebete(Klagenfurter Sündenklagen). Es sind drei Stücke, von denen das erste undletzte in Versen (l a und l b ), das mittlere (l b . 2 a ) in Prosa abgefaßt ist. 1 ) Fürdie Heimatsbestimmung gibt die Sprache keine sicheren Anhaltspunkte. DerApostel Jacobus scheint der Schutzpatron des Bittenden oder ein besondersangesehener Heiliger seines Klosters bezw. seiner Diözese gewesen zu sein.
Die Magdalenenklage in den Upsalaer Frauengebeten s. oben S. 171.
In Hartmanns Rede vom Glauben (s. S. 63) ist im Abschnitt vomheiligen Geist als dem Bewirker der Sündenvergebung eine Sündenklageangefügt,») bei Massmann 1752—2369, enthaltend I. 1768—1827 Sünden-bekenntnis, II. 1828—1842 Bitte um Sündenvergebung, III. 1843-2369 Be-rufungen.
II. Büß- und Sittenpredigt.
§ 62. Memento mori.
Kelle 2, 31 f. 260 f.; Piper, GD. 1, 31—36. — Ausg.: K. A. Barack, s. oben S. 40; MSD.Nr. 30" u . II 3 , 164—168; Braune, LB. 8 Nr. XLII u. S. 200; Piper, LB. d. Ahd. u. As. S. 192—195; Piper, Notker 1, 863—868 u. Einl. S. XCV. — Steinmeyer, Anz. 5, 431 f.; Scherer,ZfdA. 24, 426—450; Bartsch, LitBl. 1880, 13 f.; Behaghel, ebda 1881, 235; F. Seiler,ZfdA. 25, 188; H. Herzog, Germ. 30, 60—63; Baechtold S. 76-78 u. Anm. S. 23; Leitz-mann, Beltr. 16, 533—536; Wilmanns, Gott. g. A. 1893, 535; Kraus, ZföG.45 (1894), 133 f.;Wunderlich, ZfdPh. 26, 113; O. Mendius, Beitr. 27, 205 f.; Paul Habermann, Die kleinerenahd. Reimgedichte S. 78—96 u. 167—193; Wolfskehl u. v. d. Leyen S. 98—109. 219 f.
Hs.: Straßburger Hs. des Ezzoliedes S. 154t>. 155a, fortlaufend in nicht abgesetzten,jedoch durch Punkte getrennten Versen mit großen Initialen am Anfang der Strophe.
Die Bezeichnung „Memento mori" rührt von dem ersten HerausgeberBarack her.
Der Dialekt 3 ) ist alemann, und in der Orthographie recht gut und ziem-lich regelmäßig ausgeprägt. Das Gedicht ist wahrscheinlich in der östlichenSchweiz entstanden und zwar in der 2. Hälfte des 11. Jhs., um 1070. DerVerfasser war ein Geistlicher. Am Schluß steht ein Schreiberzusatz, das Reim-paar fro so mozint ir wesin iemer, daz machot allein noker. Das letzteWort ist der Name Noker, welche durch Assimilation des t an das k ent-standene Form für Notker in schweizerischen Quellen schon seit dem 9. Jh.vorkommt und im 11. und 12. öfter belegt ist. Es ist wohl der Name desDichters, aber die Stelle ist nicht recht verständlich. 4 )
') Die Verse 31—38 gehören doch wohlmit den folgenden 40—72 zu einem Gebetzusammen (SPROCKHOFF nimmt zwei Gebetean). Gott als Schöpfer angerufen im fünftenBußpsalm, Ps. 101, 26, vielleicht ist 37 einefreie Wiedergabe von Ps. 101, 24 f. Ihm stehtder Mensch gegenüber als ein Teil derSchöpfung (34 u. 56): diese gedankliche Ein-heit spricht ebenfalls für Zusammengehörig-keit von 31—38 mit dem Folgenden.
2 ) Diemer, Beitr. V, Wiener SB. 48 (1864)Anm. zu 1166 (s. oben S. 117 Anm. 3); SchererQF. 7, 21.
3 ) Scherer S.431. 437 ff.; Mendius aaO.
4 ) Bartsch und Behaghel aaO ; SchererS. 430—433; Braune S. 200; Herzog aaO.Den rechten Weg hat Bartsch eingeschlagenmit seinem Hinweis auf Rudolfs von EmsAlexander: ez hat ouch nach den alten sitenein Lampreht geühtet. Dann hat ein dieAl. ■A'.ol-v-i'A j^j-, {f-J^j-, ■> 3^^, XyA^ ,CV<^-L " A/|?» JSf" V &-' i,vvS x *£<kA-\^-* .