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A. Geistliche Literatur. d)DiE Heilsmittel.
über die letzten Dinge, das jüngste Gericht. Eine Bußpredigt ist dieS. Pauler Predigt in conversione sancti Pauli (25. Januar), 1 ) die am Schlußebenfalls bekeren, buoze, tegedinge (gerihte) als Grundgedanken hat.
Die Reime bezw. Assonanzen entsprechen der Zeit von ca. 1130 — 1150.Der Versbau ist normaler Typus. Cantilena ist das Stück überschrieben, weiles in Versen abgefaßt ist und also für liturgisch-melodischen Vortrag be-stimmt war.
Paulus ist der Typus des bekehrten Sünders, 2 ) ein Muster wahrer Be-kehrung den Büßern; sein Fest, Conversio Pauli, feiert die Kirche am 25. Jan.(Pauli Bekehrung). In der Erzählung dieser Umwandlung aus einem Ver-folger der Christen in einen Verkündiger Christi (Apostelgesch. Kap. 9) liegtder Grund dazu, daß Paulus eine Sündenklage in den Mund gelegt werdenkonnte. 3 ) Hier ist der Schritt getan vom Unglauben zum Glauben, von derSünde zur Buße, den jeder Beichtende tut. Paulus selbst bekennt sich alsden vornehmsten der Sünder, er selbst hat eine ergreifende Sündcnklage ge-sprochen in 1. Tim. 1, 9—15 und er selbst hat in Galat. 5, 19 — 21 eine An-zahl von Hauptlastern zusammengestellt, die in die m.alterliche Beichtliteraturübergingen.
Unter den Fürbittern besaß Paulus, wie Petrus, die Gewalt, die Sündenzu behalten und zu erlassen. 4 ) Der Tag seiner Bekehrung erinnert denChristen an die Hoffnung auf Gnade und ermahnt ihn zur Reue. 5 ) — EineSündenklage, dem Heiligen vorgetragen, ist das 45. (72.) Gebet Anselms vonCanterbury. 6 ) Ein Schritt weiter ist es, wenn nun die Sündenklage demApostel selbst in den Mund gelegt wird, und der ist in dem RheinauerGedicht getan. Damit ist die biblische Erzählung in die Auffassung und dieSitten des Mittelalters versetzt: Paulus spricht, bevor er sich taufen läßt,Glaube und Beichte, er klagt seine Sünde (RP 131 —134). 7 ) Seine Be-kehrung wird aufgefaßt wie eine christliche Taufe. Die einzelnen Motive derSchlußerzählung sind alle der Tradition entnommen, hinzugetan aus Eigenemhat der Verfasser nichts. 8 )
') Jeitteles, Ad. Predigten aus St. PaulS. 5-7.
2 ) Paulus als Jenseitsfahrer s. oben VisioS. Pauli.
3 ) Kraus S. 81.
4 ) Vgl. Litanei, Massmann S.51, 601 - 604..6 ) S Bernhard, Sermo I in Conversione
S. Pauli; Jeitteles, Ad. Pred. S. 7.
6 ) Migne 158, 975 ff.
') D.as ist der volkstümlich-legendarischePaulus, der Durchschnittstypus des populärenHeiligen (ein gereimtes deutsches Gebet mitdieser Auffassung s. bei Mone, Hymnen 3,85). Die herbe Größe des augustinischenPaulus war dem Volk nicht faßbar. — In dasBreviarium Romanum aufgenommen wurdeAugustins Sermo 279, Migne 38, 1275 ff.,(vgl. Schönbach, Ad. Predigten 3,197 f. 390);
ähnlichen Inhalt hat Sermo 176, Migne 38,945 ff.; diese Predigt wird noch heute amFest der Bekehrung Pauli vorgetragen. Augu-stinus hebt den Gegensatz zwischen demSaulus und dem Paulus, dem Wolf und demLamm, stark hervor, um die Gnade Gottesin um so hellerem Lichte erstrahlen zu lassen.Den scholastischen Paulus findet man in derLegenda aurea des Jacobus a Voragine(Graesse, Jacobi a Voragine Legenda aurea,3. Aufl., Vratisl. 1890, S. 133 f).
8 ) V. 139 der mute s. Paulus: bei Augu-stinus ist Paulus die Charitas eigen (Migne35, 2089. 37, 1923), für das Mittelalter ist erder barmherzige Tröster in Sündennöten. —V. 140 f. Gottes Gnade, s. Kraus, Anm. zuV. 140 auf S 100. — V. 142 irwelitiz gotisuas — vas electionis, Apostelgesch. 9, 15 u.