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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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172 A. Geistliche Literatur, d) Die Heilsmittel.

Das gereimte Benediktbeurer Meßgebet (der sog. Messegesang).

Kelle 2, 173. 367; Piper, GD. 2, 125 f. Ausg.: K. Roth, Denkmäler S. XII. 46 f. ("Liedan Gott den Vater'); Schmeller, ZfdA. 8, 117119 ("Gesang zur Messe"); MSD. Nr. 46,II 3 , 271 f. ("Messegesang"); Piper aaO.; Waag, Kl. d^Ged.' S. 170173 u. Einl. S. CV f.Scherer, QF. 12, 102; Ders., D. Stud. 1, 14.

Hs.: Benediktbeurer Gebetsammlung, s. oben S. 170. Der Dialekt des Gedichtes istwie der der Hs. bairisch. Abfassungszeit noch im 12. Jh.

Inhalt. A. 148 Anrufung Gottes (14), Erklärung des Meßopfers. B. 4972 Be-gründung (Von diu), Berufung auf Christi Marter. C. 7394 Bitte an Oott_{Verlih 73,ouch bite wir dich 77) unter Berufung auf das heilige Opfer.

Die Reime sind mit Ausnahme weniger leichter Assonanzen meist rein, aber sehr un-beholfen (sieben Reimpaare mit hait, sieben auf persönl. bezw. possess. Pronomen). DieVerse haben normalen Bau.

Ein ähnliches, aber kürzeres gereimtes Meßgebet ist erhalten in einer Hs. des Bene-diktinerstiftes S. Peter zu Salzburg, 12./13. Jh. Der Schreiber war wohl zugleich Verfasserdes Gedichtes (hgb. in Mones Anz. f. K. d. t. Vorz. 7 (1838), 236 f., und von Steinmeyer,ZfdA. 17, 425427). Stark betont ist das Gefühl der Sündhaftigkeit und darum das Ver-langen nach Erbarmen, so daß das Ganze einer Sündenklage nahekommt (vgl. clage 12).Die Verse reimen nahezu rein und sind normal gebaut. Am Schluß steht ein dreifacher Reim.

Der Schluß in Freidanks Bescheidenheit 181, 1021 ist ebenfalls ein Meßgebet, dieÜberschriften der Hss. M und R weisen' selbst darauf hin. Die 12 Verse smd auch einzelnin Hss. erhalten: in einer Fuldaer aus Weingarten aus dem 12./13. Jh., wo am Rande dieAnweisung steht, das Gedicht soll in der stillen Messe gesprochen werden (Steinmeyer,ZfdA. 18, 455 f. 19, 103 f., vgl. 340); auch in einer St. Florianer Hs., 15. Jh. (Lambel, Germ.21, 347. 22, 384). Auch in diesen beiden Hss. sind die Verse als Schlußgebete verwendet,in der Weingarten-Fuldaer Hs. stehen sie nach dem Psalm 100, also am Ende des zweitenPsalmbuches, in der St. Florianer Hs. am Ende des St. Florianer Steinbuchs (Lambel, DasSteinbuch, Heilbronn 1877, S. XXVXXIX u. 95125).

Der massive Teufelsglaube der Zeit kommt wuchtig zum Ausdruck in einem TriererReimspruch (drei Reimpaare), in dem einer in Christi Namen den abtrünnigen Teufel, denChrist gefesselt, mit der Keule totschlagen will. Gelinder ist ein aus einem Satze von GregorsMoralia übersetzter ebenfalls Trierer Teufelsspruch in zwei Reimpaaren (v. Steinmeyer, Kl.ahd. Spr. S. 399 f.; Priebsch, Beitr. 38, 341 ff.).

§ 55. Heinrichs Litanei.

Kelle 2, 176182. 370-373; Piper, GD. 2, 95 f., Nachtr. S. 285 f. Ausg.: Graff,Diut. 1, 307 f. (Anfangs- u. Schlußverse der Straßburg-Molsh. Hs.); Hoffmann, Fundgr.1, 257 (desgl.), Fundgr. 2, 215238 (Grazer Hs.); Massmann, D. Ged. 1, 4363 (Litanie,Straßburg-Molsh. Hs.); v. Kraus, Mhd. Übungsbuch S. 1953. 240 f. (beide Hss.) W.Grimm, ZGdR, Kl. Sehr. 4, 169 ff.; Vogt, Beitr. 1, 108146; Rödiger, Die Litanei und ihrVerhältnis zu den Dichtungen Heinrichs v. Melk, ZfdA. 19, 241346; Scherer, QF. 1, 64.7, 65 f. 12, 67; Ders., D. Stud. 1,6; Schönbach, ZfdA. 20, 189193; Bech, Germ. 22,41 f.

Hss.: G, Grazer Hs., Universitätsbibl. zu Graz Nr. 1501 (39/59), 8°, 12. Jh., aus St.Lambrecht, 1 ) enthält lat. und deutsche Frauengebete (s. oben die St. Lambrechter Gebete),auf B1.70 a105 b unser Gedicht. S, Straßburg-Molsheimer Hs., s. oben S. 17.

Kirche 2, 168 f.); der kollektive Plural desPredigers, der seine Person und zugleich dieGemeinde umfaßt (Schmid S. 176). Im Sinneder Gemeinde gesprochen sind 57 'f., wodiese Gott durch den Priester um Annahmedes Opfers bittet.

') Vielmehr aus Seckau, s. Eichler aaO.S. 49 f.

Eingang mit der Anrufung Gottes: Suscipesanete Pater, omnipotens eterne Deus, woGott als der Allmächtige und der Vater ge-dacht ist wie Benediktb. Meßgebet MSD.Nr. 46, 1 f.; suscipe = enphähe 7; dann diegöttliche und menschliche Substanz Jesu alsGemeinschaft zwischen ihm und uns 9 ff.(vgl. F. X. Schmid, Kultus der christkathol.