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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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§ 51. Patricius. § 52. Die Vision des Tundalus.

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gleichen Hs. wie die Bruchstücke 1 und beginnen da, wo diese aufhören. Die Überlieferungist nicht gut. Erhalten sind die Verse 1508, der Gesamtumfang belief sich wohl aufetwas über 2000 Verse.

Der Dialekt des Schreibers ist hessisch (Nassau), der des Gedichtesmittelfrk. 1 ) Zeit der Abfassung um 11801190. Der Name des Verfasserskommt in den Bruchstücken nicht vor. Er war jedenfalls ein Geistlicher.Seiner lat. Vorlage (Visio Tnugdali) gegenüber verhält er sich ganz unselb-ständig, er folgt ihr genau; nur von Zeit zu Zeit hat er einen überflüssigenVers eingeschoben, um einen Reim zu gewinnen. Lat. Zitate sind häufig. 2 )Die Verse erstrecken sich oft über das normale Maß hinaus, unreineReime sind selten.

2. Albers Tnugdalus.

Hs.: Wien Nr. 2696 (s. oben S. 17); Hoffmanns Verzeichn. S. 2730.

Die Sprache des Gedichtes ist bairisch. 3 ) Der Verfasser macht Angabenüber sich und sein Werk: In der Einleitung (2274) wird berichtet: einirischer Ritter hatte die Vision im Jahr 1149 (richtiger 1148) (2243); ein Mönchhörte sie aus dessen eigenem Munde erzählen und brachte dann den Berichtdavon in das Nonnenkloster S. Paul in Regenburg, dort schrieb er dieGeschichte (lateinisch) nieder (4462), veranlaßt durch drei Frauen (Kloster-frauen) Ütegebe, Heilka und Gisel (6774), er, der Verfasser (Alber), hatsie verdeutscht (6366). Am Schluß nennt er seinen Namen, Alber, 2185,er war Priester 2184, Veranlasser zu seinem Werke war bruoder Kuonrätze Winneberge 2150 f., das ist das Prämonstratenserkloster Windberg zwischenRegensburg und Straubing. 4 ) Dort war also Alber Mönch, Konrad warwohl ebenfalls Mönch, vielleicht derselbe, der 1191 Abt wurde. 5 ) ÄhnlicheMitteilungen über die Quelle enthält der Prolog der lat. Visio, hier erfahrenwir auch den Namen des Mönches, Marcus, sicherlich 6 ) eines Iren, der dasMysterium aus barbarischer Sprache (d. i. aus dem Irischen) ins Lateinischeübertrug (Wagner S. 4, 57); als Auftraggeberin wird jedoch nur eineÄbtissin G. (Gisela, Äbtissin von S. Paul) genannt (S. 3,1 f.). 7 )

Die lat. Visio Tnugdali (Tundali), Prosa, 8 ) vom Frater Marcus um 1150

') Kraus S. 217220.

2 ) Grunewald S. 28.

») Sprenger, Diss. S. 532; Scherer,D. Stud. 1, 14; Zwierzina, ZfdA. 44, 111. 45,73. 407 f.

4 ) Windberger Psalmen, s. LG. II, 2. Abt.

*) Sprenger aaO. S. 5257; WagnerS. XLVII ff.; Steinmeyer, Allg. d. Biogr. 1,219; Schröder, ZfdA. 50, 391 f.

6 ) Von der Mitte des 11. bis ins 13. Jh.war der Verkehr zwischen irischen Mönchenund deutschen Klöstern wieder besondersrege. Im Jahr 1076 wurde in Regensburg dasspätere S. Jakobskloster gegründet und vonhier aus entstanden noch verschiedene andereKlöster, in Würzburg, Nürnberg, Eichstätt,Wien und dann weiter in Schwaben und

Mitteldeutschland. Sie wurdenSchotten-klöster'' genannt, die MöncheSchot}en-mönche", von Scotus, das den Schotten undden nahverwandten Iren bezeichnet; H. Zim-mer, Preuß. Jahrb. 59, Jan. bis Juni 1887,2759, bes. S. 49.

') Schröder aaO.

8 ) Schade, VisioTnugdali,Königsberg 1869;Wagner, Etat S. IXXXVIII u. 156. Daslat. Gedicht, in 1601 Hexametern, ist ab-gedruckt S. 57110, dazu Einl. S. XXIXXXXIX; Emil Peters, Die Vision des Tnug-dalus, Progr. Berlin 1895, S. 10 ff. Die lat.Hss. haben die Namenform Tundalus, Tnug-dalus, Tungdalus oder auch noch andereVarianten.

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