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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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A. Geistliche Literatur, c) Geistliche Epik.

Stil. Die Sprache ist in derZukunft", wie in allen Schilderungen vonHimmel und Hölle, dramatisch bewegt, in der Vision des Apostels einfacherzählend. In jenem Teile sind lat. Sätze eingestreut, 1 ) Die Verse bewegensich im Mittelmaß. In den Reimen finden sich einige stärkere vokalischeAssonanzen, mehr in dem zweiten als in dem ersten Teil.

§ 51. Patricius.

Kelle 2, 195 f. 379 f.; Piper, GD. 2, 13. Ausg.: Keinz und Bartsch, Germ. 31,6674; Kraus, D. Ged. S. 3035. 157182; R. Verdeyen en J. Endepols, Tondalus'visioen en St. Patricius' vagevuur I, s'Gravenhage 1914; H. J. E. Endepols, Patricius. DieHijstorie van Sunte Patricius Vegevuer. Naar en Berlijnsch Hs. uitgeg., Groningen 1919.Ders., Museum XXVII (1921), Nr. 7.

Hs.: München Cgm. 5249 Nr. 38, Perg., Anf. 13. Jhs., 8 z. Teil sehr kleine Ausschnitte.

Der Dialekt des Gedichtes ist alemann., Abfassungszeit: um 1160.Patricius ist der berühmte Apostel Irlands (S. Patrick), gestorben 464, seinFesttag ist der 17. März. Quelle ist eine lat., in Irland entstandene Vitades Heiligen.

In unser Bruchstück fallen einige seiner Wundertaten. Die erste Ge-schichte ist die Erweckung des toten Königs Echu, der dem Heiligen be-richtet, was er von dem Glücke der Seligen und von den Strafen derGottlosen gesehen. 2 ) Das bekannteste Stück der Legende, S. Patricii Fege-feuer, 3 ) Purgatorium S. Patricii, die Erzählung der Reinigung eines adeligenWüstlings im Fegefeuer, ist. in dem Bruchstück nicht enthalten. Dielat. Quelle ist durch belebende Züge erweitert. Über die Reimkunst undRhythmik des Gedichtes läßt sich bei dem Übeln Zustand der Bruchstückenichts Bestimmtes sagen.

§ 52. Die Vision des Tundalus.

Kelle 2, 194 f. 379; Piper, GD. 2, 611, Hof. Ep. S. 724. Ausg. des mfrk. Tundalus:Lachmann, Ober drei Bruchstücke S. 159190 u. Kl. Sehr. S. 519547 (Berl. Bruchstücke);FR. Grimme, Beitr. 13, 340358 (Grimmes Bruchstücke);; Kraus, D. Ged. Nr. XI, S. 46-62.217246 (krit. Herstellung unter Benutzung von den Berliner und Grimmes Bruchstücken). Ausg. von Albers Tnugdalus: Hahn, Ged. S. 4166; beide zusammen, der mfrk. Tun-dalus und Albers Tnugdalus, hgb. von Albr Wagner, Visio Tnugdali, lat. und altdeutsch,Erlangen 1882, dazu Ernst Voigt, Anz. 8, 350368. MOllenhoff, ZfdA. 13, 575; Haupt,ebda 15,258 f. (Textverbesserungen); Sprenger, Albers Tundalus, Diss. Halle 1875; Ders.Germ. 22, 264272, Alber v. Regensburg und die Eneide ebda 27, 287 f., Konjekturen ebda35,404-406. 37, 414; Scherer, QF. 12, 94 f., D. Stud. 1, 14; Schröder, ZfdA 52, 190-192(Lesarten und Kritik); Elis. Peters S. 108 ff.; Verdeyen en Endepols s. oben § 51.

Es gibt zwei mhd. Tundalusdichtungen:

1. Der mittelfränkische (Lachmann: niederrheinische) Tundalus.

Hs., Bruchstücke: 1. Berlin Ms. germ. quart642, Doppelpergbl., 13.Jh.,V. 1 175(Kraus),früher in Meusebachs Bibliothek; 2. drei Doppelpergbl. in Grimmes Besitz, gehörten zur

nis zur Vis. Pauli s. Max Voigt, DLZ. 1920,316. Zwei deutsche Prosafassungen derVis. Pauli des 15. Jhs. bei Brandes S. 4245. 8188.

') Grunewald S. 27. Zukunft 63. ausPs. 33, 22, steht auch im Rolandsl. 7700;

64 = 1 der Milst. Sündenkl.

2 ) Das war also eine Jenseitsvision; vgl.Baesecke, Münch. Oswald S. 368.

3 ) Vgl- Köpke, Passional (s. LG. II, 2. Abt.)S. 234, 75-240, 96.