§ 44. Andreas. § 45. S. Veit. § 46. Albanus.
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sehr oft eine Umschreibung wie der guote man, der gotes holde. Lat. Wörtersind nur vereinzelt. 1 ) Die Erweiterungen und Zusätze im Stoff und die Um-schreibungen sind Eigenschaften des Predigtstiles.
Von den Reimen 2 ) ist nur ein Viertel rein, Assonanzen herrschen alsostark vor. Die Verse sind ziemlich normal gebaut, mehr der Kürze sichnähernd; lange Verse sind selten. Reime und Versbau sind in dem Höxter-schen Stück besser als im Trierer Ägidius.
§ 44. Andreas.
Kelle 2,199.381; Piper, QD. 2,51. — Ausg.: Lambel, Germ. 12, 76-80, dazu ZföG. 24(1873), 178 Anm.; Kraus, D. Ged. S. 64—67 u. 250—259. — Scherer, QF. 12,40.
Hs.: Pergbl. des 12. Jhs., ehemals in der Bibl. des Grafen Czernin in Petersburg inBöhmen, jetzt verschollen. Der Text ist nur trümmerhaft erhalten, der Anfang fehlt. Dialekt:mitteldeutsch; Zeit der Abfassung: zweite Hälfte des 12. Jhs. .
Inhalt: Der Apostel Andreas, in Patras (Achaia) vor Gericht gezogen, wird umgekehrtans Kreuz geschlagen. Nach einer Heidenpredigt stirbt er.
Quelle ist eine lat. Andreaslegende, die am nächsten stehende Fassungist enthalten in den Virtutes Andreae des Pseudo-Abdias. 3 ) Der Stil derErzählung ist einfach (Legendenstil); lat. Verse sind ein gestreut.*) DieAssonanzen sind nicht auffallend, die Verse ziemlich regelmäßig gebaut.
§ 45. S. Veit.
Piper, GD. 2, 51—53. — Ausg.: Mone, Anz. f. K. d. teutschen Vorz. 8, 53 ff.; Kraus,D.Ged. S.24f. u. 134—147, und ZfdA. 50,328 ff.
Hs.: Bruchstücke aus Maria-Saal s. Reg.
Die Sprache der Hs. ist obd., ohne' ausgeprägte Merkmale (ch im Anl.1.17. 26. 41. 43. 60) und mit nur sehr wenigen vollen Endsilbenvokalen(hersan 27, marteroten 28, dieses im Reim). Da auch die Reime keinenAnhaltspunkt geben, so ist die Heimat des Gedichtes nicht näher zu be-stimmen denn als Baiern oder Alemannien. Abfassungszeit ca. 1170.
Inhalt: Christenverfolgung Diocletians und Maximians, die Kindheit des Heiligen.Mit der Taufe Veits bricht das Fragm. ab.
Die Quelle des Gedichtes ist unbekannt. Die Feier des Heiligen fälltauf den 15. Jan. 5 ) Erwähnt wird er in der Kehr. 6464. 69 als Helfer gegendie fallende Sucht, dabei stimmen die V 6469 ff. der Kehr, nahe zumSchluß der lat. Legende des heil. Veit. — Einfacher Legendenstil, darinVerfasser-, Einleitungs- und Beteuerungsformeln 12. 25. 36. In den Reimenbegegnen keine außergewöhnlichen Assonanzen; die Verse sind ziemlichregelmäßig gebaut.
§ 46. Albanus.
Kelle 2,199. 381; Piper, GD. 2/5 f. — Ausg.: Lachmann, Über drei Bruchstücke nieder-rhein. Ged. aus d. 12. und aus d. Anfange d. 13. Jhs., Berl. Akad. d. Wissensch. 1836 (Berlin1838), 159—190 u. Kl. Sehr. S. 519-547; Kraus, D. Ged. S. 41—45. 197—217. — Haupt,Historia Albani martyris. Monatsber. d. Berl. Akad. 1860, 241 ff.
') Grünewald S. 29.2 ) Rödiger S. 382—396.407-412; Schrö-der, Gott. Nachr. 1918, 427.s ) Kraus S. 250-253.
4 ) Grünewald S. 28.
5 ) Passion des Heiligen in den Acta Sanc-torum zum 15. Juni, p. 1021 ff., KrausS. 134—136.