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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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A. Geistliche Literatur, c) Geistliche Epik.

Er redet von seiner Persönlichkeit, er bekennt seine Unzulänglichkeit, be-sonders im Eingang der Veronica und der Girheit (im Autorenprolog) sprichter von sich; Wernher dagegen stellt sich ganz zurück, nur seinen Namennennt er in der letzten Zeile seines Gedichtes. Die formalen Kriterien desStils ergeben deutliche Unterschiede, besonders im Satzbau und im Formel-wesen. Zu einer eingehenderen Wertabwägung beider Dichter reichen ihreuns erhaltenen Werke nicht hin. Aber es zeigt sich doch Wernher als dergelehrtere und formgewandtere, der Wilde Mann als der vorstellungskräftigere.

c) Die letzten Dinge.§ 34. Linzer (Gleinker) Antichrist.

Kelle 2, 164166. 361363; Piper, GD. 1, 61 f. Ausg.: Gefunden 1834 und hgb. vonHoffmann, Fundgr. 2, 104134. Mart. Scheins, Ist Hartmann der alte der Verfasserdes Linzer Entecrist? ZfdA. 16, 157164; Scherer, QF. 1, 69. 12, 35 f.; Aug. Wundrack,Marburger Diss. 1886; Reuschel, Weltgerichtsdichtungen S. 1014, dazu Zwierzina, Anz.23,199 f.; Schröder, ZfdA. 47, 289 f. (Tcxtkrit.); Schröder, Die Heimat des Linzer Ente-'Christ, Gott. Nachr. 1918, 340346; Elis. Peters S. 139.

Hs.: Öffentl. Bibl. zu Linz, Perg., Anfang des 13. Jhs., stammt aus dem aufgehobenen,um 1121 gegründeten Benediktinerkloster Gleink (Gleunk) im Trauntal.

Die Orthographie der Hs. ist obd. (bair. und alemann. Merkmale lassensich feststellen, ohne besonders hervorzutreten) mit starkem rheinfrk. Ein-schlag. Das Original scheint alemannisch gewesen zu sein. Um 1170 scheintes, den Assonanzen zufolge, entstanden zu sein. 1 )

Der Inhalt ist im Gedicht selbst durch Überschriften angegeben. Sie betiteln die dreieschatologischen Teile: I. De anticristo, Elia et Enoch (106, 1126, 38). II. De signis XV.dierum ante diem iudicij (127, 1129, 32). III. De aduentu christi ad ivdicivm (129, 33134,42); in diesem letzten Teil sind am Schluß auch die Hölle (133, 26134, 6) und der Himmel(134, 742) behandelt.

Der Verfasser zitiert oft die Quellen, am häufigsten nennt er die Apokalypsedes Johannes: 110,41. 111,38. 112,33. 115,32. 116,15. 125,24. 126,6.(134, 9). 134, 21, Paulus führt er an 109, 24 u. 125, 4 (Thessal.), 130, 7(1. Kor.), David (Psalmen) 129, 33, Jeremias {der wissage) 115, 25, Daniel126, 33, in dem evangelio 124, 13 (124, 25. 130, 11), Hieronymus 108, 16.110, 2. 127, 1, Beda 126, 4. Vieles schöpft er auch sonst aus den biblischenSchriften, ohne sie zu nennen. Die Grundlage aber für den I. Teil, denAntichrist, bildet Adsos Liber de Antichristo; die Reihenfolge der DarstellungAdsos ist nicht streng eingehalten, wahrscheinlich hat dem Dichter nochein anderes lat. Werk vorgelegen, dem er genauer gefolgt ist. Nicht so aus-führlich wie der Antichrist sind die beiden nächsten Teile, die 15 Zeichenund das Gericht, behandelt, in denen die allgemein bekannten Tatsachenmitgeteilt werden. Durch die Methode, die Schriftstellen lat.») mit darauf-

x ) Wundrack S. 617; Reuschel aaO.;Zwierzina aaO.; Schröder, Gört. Nachr.aaO. weist auf alemann. Ursprung hin.Die Orthographie des handschriftl. Textes hatAehnlichkeit mit der des Friedberger Christund Ant., der betr. md. Schreiber hat also

wohl der Wetterau angehört. Sitneliche 122,7. 125, 17 findet sich in Herborts Troj. Krieg1155, vgl. Bech, Germ. 5, 502.

2 ) Siehe die Anmerkungen von Hoffmannunter dem Text seiner Ausg.; WundrackS. 3749; Grünewald S. 15.