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A. Geistliche Literatur, c) Geistliche Epik.
wird als Beistand zur Abfassung des Gedichtes angerufen. 1 ) II. Hauptteil Str. 2—19: a) Str. 2.3. 4 Salomos Wahl zwischen Reichtum und Weisheit nach 3. Reg. 3, 5—13 bezw. 2. Paral. 1,7—12. b) Str. 5. 5 b . 6. 7 An Stelle des bibl. Tempelbaus ist eine Geschichte von Salomound einem Drachen gesetzt (Str. 5 b ), die Beschreibung des Tempels und der Gefäße (Str. 6.7) ist aus 3. Reg. 6, 15 ff. und 7, 38 ff. (bis 7, 50) bezw. 2. Paral. 3, 3 ff. und 4,6 ff. zusammen-gezogen, die Priester sind 2. Paral. 8, 14 entnommen. Die im alten Testament folgende Tempel-weihe sowie die Beihilfe Hirams ist übergangen, c) Str. 8—15 Die Geschichte der Königinvon Saba ist besonders ausführlich erzählt, hier wollte der Dichter ein Bild von SalomosReichtum und glänzender Hofhaltung geben, denn solche Schilderungen waren ganz imGeschmacke der Zeit. Er benutzt als Grundlage 3. Reg. 10, 1—21 bezw. 2. Paral. 9, 1—20:die Königin kommt mit Schätzen, 3. Reg. 10, 1. 2. 10 bezw. 2. Paral. 9, 1. 9 (Str. 13); siesieht die Einrichtung von Salomos Hof, den Tisch, die Speise, die Diener, 3. Reg. 10, 5bezw. 2. Paral. 9, 4 (Str. 10. 11) unter Beiziehung von Cant. Cantic. 3, 9 f. 2 ) (zu Str. 10) 3 ) und3, 7 f. (zu Str. II). 4 ) Dem Dichter aber ist es darum zu tun, Salomos Pracht weiter aus-zuführen, er sagt darum ein Mehreres über die Hofbeamten (Str. 8. 9. 11) in Anlehnung an3. Reg. 4, 7. 27 und fügt den Thron und die Tischgeräte dazu, die in der biblischen Er-zählung erst später erwähnt sind (Str. 8. 9) aus 3. Reg. 10, 18 f. bezw. 2. Paral. 9, 17 f. und3. Reg. 10, 21 bezw. 2. Paral. 9, 20. Mit dieser Vorwegnahme hat er die Schilderung vonSalomos Reichtum in einen einheitlichen Zusammenhang gebracht. Es blieb nun noch übrig,auch die Weisheit des Königs, die die Königin an dieser Stelle preist, 3. Reg. 10, 4. 6—8,auch 23, bezw. 2. Paral. 9, 3. 5—7, dazu auch 12, zu berühren: dieses tat er mit der inder Hs. folgenden Str. 12; am Schluß erwähnt er hier noch kurz Salomos Heeresmacht inJerusalem, nach 3. Reg. 10, 26 bezw. 2. Paral. 9, 25. Jetzt endlich konnte er mit der Königinvon Saba weiterfahren; dieses geschieht mit Str. 14.15 = 3.Reg. 10, 6—8. 13 bezw. 2.Paral. 9,5—7. 12. Der Abschnitt, die Königin von Saba und Salomos Reichtum und Weisheit, istalso nach einem bewußten Plane gearbeitet, d) Str. 16. 17. 18 In der allegorischen Deutungvon Salomo und der Königin auf Christus und die Kirche, der Dienstmannen auf dieBischöfe folgt er einer bekannten Allegorie, e) Str. 19 Der Friedenskönig stammt aus 1. Paral.22, 7—9. 5 ) So gipfelt das Gedicht in einer Verherrlichung der Kirche mit den Bischöfenund des Fürsten als eines Friedensherrschers. III. Schluß Str. 20: Bitte zu Gott um Ver-leihung des himml. Jerusalems. 6 )
Eine besondere Betrachtung erheischt die Geschichte von Salomo unddem Drachen, 7 ) Str. 5 b . Sie ist nicht der Bibel entnommen, sondern isteine jüdische, talmudische Sage. 8 ) Die unmittelbare Quelle für den deutschen
mundi beginnt das Gedicht wie ein Hymnus:mit lux, lumen, auch inclitus, werden oftformelhafte Hymnen- bezw. Sequenzenein-gänge gebildet.
') Vgl. das Gedicht De Heinrico LG. I, 231.
*) Scherer, QF. 7, 56; da buch beziehtsich also auf das HL.
») Vgl.Williram ed.SEEMüLLERS.21 Kap.52;ferculum Cant. 3, 9 wird auch bei HonoriusAug., Migne 172, 406 D. 408 D dem mensagleichgesetzt.
4 ) Williram S. 20 Kap. 51.
5 ) Vgl. auch Honorius Aug., Migne 172,404 B. 407 A. 1099 C.
6 ) Müllenhoff in MSD. macht Strophen-umstellungen zwischen Str. 7 u. 15: seineReihenfolge gegenüber der Hs. ist Str. 7. 13.10. 8. 9. 11. 12. 14. 15ff. Er vereinigt die dreiStrophen der Königin von Saba (seine Str.
13. 14. 15), aber sie sind in der Bibel eben-falls getrennt. Die Beziehung des Pron. sä
14, 1 auf Ein kunigin 13,1 ist allerdings nachdem langen Zwischenraum von fünf Strophenfür den Hörer oder Leser nicht recht ver-ständlich, vom Standpunkt des Dichters ausaber begreiflich, denn er wußte bei der Kon-zeption wohl, um wen es sich handelt. DerVor. Text ist gewiß manchfach entstellt, aberbei Annahme von Lücken kommt man überVermutungen nicht hinaus (vgl.WAAG, 2. Aufl.S. XXVII).
7 ) Scherer, ZfdA. 22,19—24. Es ist eineätiologische (begründete oder begründende)Sage, es soll begründet werden, weshalb derTempel ohne Eisenwerk gebaut wurde (3. Reg.6,7); Kelle 2,121.
8 ) Vogt, Salman S.XLIXff. 213«.