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A. Geistliche Literatur, b) Das Dogma.
excelsis, welche beiden Sätze den 1. Vers von Ps. 148 bilden. — Das Vers-maß ist regelmäßiger als in dem vorhergehenden Teile Arnolds, überlangeVerse begegnen nicht. Der Vortrag des Hymnus war gesangsmäßiger alsder der lehrhaften Teile.
§ 14. Deutung der Meßgebräuche.
Kelle 2, 174. 367; Piper, QD. 2, 126. — Ausg.: Pfeiffer, ZfdA. 1, 270—284; Kelle,Speculum Ecclesiae S. 144—157; Leitzmann, Kl. geistl. Ged. S. 14—20. 30. — Steinmeyer,ZfdA. 24, 92 (Collation); Kraus, Vom Rechte S. 50—56. 88—96; Schröder, Anz. 17, 295—297; Kraus, D. Ged. S. 148 f.
Hs.: München, Cgm. 39, aus Benediktbeuren, Perg., letztes Drittel des 12. Jhs. Inner-halb dieser Predigtsammlung (Ausg.; Kelle, Speculum Ecclesiae, München 1858, vgl. Petzet,Catalogus Tom. V, I, 2, Ausg. 1920 S. 66—68), an eine Predigt De virginibus angeschlossen,folgt, in nicht abgesetzten Versen, also sich von dem umgebenden Predigttext nicht abhebend,auf Bl. 132b—142a unS er Gedicht. Der Text ist sehr fehlerhaft. — Wolfenbüttel, Pergament-doppelbl., 14. Jh., geht von 120 bis 144.') Der Text ist viel besser als in M, aber die langenVerse sind gekürzt.
Der Dialekt 2 ) der Hs. und des Gedichtes ist wohl elsässisch, die Ab-fassungszeit ist um 1160 anzusetzen.
Inhalt. A. 1—78 Nach einer Warnung vor dem Teufel folgen Lehren für den Be-arbeiter und Vortrager einer Rede. — B. 79—186 Allgemeines über die Messe: mit Demutwollen wir an sie herantreten 79—114; der Priester 115—130; der Teufel als Verführer zurSünde 131—152; der Priester als Hirte der Gläubigen 153—186. — C. 187—336 die Klei-dung des Priesters. — D. 337—524 der Meßritus.
Ein liturgischer Stoff ist hier in deutsche Verse gebracht, 3 ) die einzelnenPunkte sind symbolisch ausgelegt und folgen in richtiger Anordnung auf-einander, aber nicht alle zur Messe gehörigen Stücke sind erörtert.
Trotzdem der Inhalt in Einzelerklärung zerfällt, ist die Ausführung dochnicht einförmig und die Sprache ist eindrucksvoll. Die Beschreibung derKleidung und der Vorgänge ist in Handlung aufgelöst. Der Verfasser be-sitzt Anschauungskraft, er verweilt gerne bei Bildern, die dann selbständigfür sich wirken: die Arbeit des Vogelstellers 9 ff.; der Hirte, der die Schafebehütet oder auch, wenn eines sich von den andern absondert, es mit demStab schlägt, daß ihm das Auge blutet oder von Tränen naß wird 161 ff.Er versetzt sich in das Gefühl des Helden, indem er den christlichen Ritterzeichnet, der den Volkskampf durchzufechten vermag gegen den schwarzenMeister (den Teufel) und ohne Wunden wieder zu seinem lieben Herrnzurückkehrt zum himmlischen Jerusalem 279 ff. Gott ist der liebe Herr, demwir die Huld verletzen. Der Priester dient Gott, und er hat an ihm einenarmen Dienstmann 348 ff. Hier bewegt sich der Dichter in dem Vorstellungs-kreis des Heldenepos. Besonders da, wo von dem Recht die Rede ist, stehtdie „Deutung der Meßgebräuche" dem Inhalt nach den Gedichten VomRechte und Von der Hochzeit nahe, aber die inneren Beziehungen, die gewiß
x ) v. Heinemann, ZfdA. 32, 117 f.; Kraus,D. Ged. S. 149 Anm.
2 ) Rödiger, ZfdA. 20, 317 f.; SchröderaaO.; Kraus, D. Ged. aaO.
3 ) M.alterl. liturg. Literatur über Priester-kleidung u. Meßgebräuche s. bei Kraus, VomRechte S. 88—96.