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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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§ 13. Priester Arnold, Von der Siebenzahl zum Lobe des heiligen Geistes. 73

334, 14. 29. 335, 8. 18. 337, 10. 338, 4. 340, 19. 341, 5. 20. 27. 342, 15. 345,23. 26. 29. 346, 15. 17.21. 24. 347,7. 348,19. 26. 351,13. 24. 352,3. 7.10.17.

Neben den belehrenden Partien mit ihrer siebenfachen Einteilung (oftaufzählend, z. B. mit aneinanderreihendem so: 335, 28 ff. 346, 3 ff. 346,18 ff. 346, 29 ff.) finden sich auch paränetische mit gehobener Stimmung,Preisworte auf Gott und besonders auf den heiligen Geist (333, 12 ff. 334,2 ff., vor allem aber im Laudate Dominum 354, 8355, 23). Als in einemLehrgedicht, das auf Vortrag berechnet ist, herrscht als Redeform der dieHörer bezw. die ganze Christenheit einbegreifende Gemeinschaftsplural.Einen besonders gelehrten Anstrich hat der Verfasser seinem Werke durchdie Anfüllung mit lat. Zitaten und Kunstausdrücken verliehen. 1 )

Metrik. Die Reime sind überwiegend rein, 2 ) es finden sich aber einigeschwere Assonanzen. Die Verse sind von ungleichem Umfang, nicht seltenüberlang.

Der Lobgesang auf den heiligen Geist 354, 8355, 23 bildet dieKrönung des ganzen Lobgedichtes und den notwendigen Abschluß. Er istalso nicht etwa nur ohne weiteren Plan hineingeflickt, aber er fällt durchseinen Inhalt, der einen in sich abgeschlossenen Hymnus bildet, aus derUmgebung heraus, Müllenhoff und Scherer haben ihn denn auch als einselbständiges Gedicht, unter dem Titel Laudate Dominum, in den Denk-mälern herausgegeben (Nr. 45 u. II 3 , 269271). 3 ) Da mit dem Aufschwungder Stimmung auch andere sprachliche Ausdrucksmittel als in dem sonstlehrhaften Gedicht sich einstellen mußten, so kann aus dem Stil nicht aufeinen andern Verfasser geschlossen werden. Auch nicht aus der Metrik. 4 )

Der Hymnus besteht aus 7 Strophen, entsprechend der Siebenzahl. Str.

1 u. 2, der Eingang, sprechen von dem täglich siebenmaligen Psalm-gesang der Hören, Str. 3. 4. 5. 7 vom Preis der einzelnen Teile der Schöp-fung, Str. 6 vom Lob der Menschen und Engel mit den jubilierenden In-strumenten. Zugrunde liegt Ps. 148, mit dem Ps. 150 und Stellen aus demGesang der drei Männer im Feuerofen 5 ) (von Daniel 3, 59 an) und Jes. 6,

2 f. (Apokal. 4, 8) verbunden sind; die Einführung der 7 Hören durch Davidin Str. 1. 2 stammt aus Ps. 118, 164, dazu L Paral. 16, 40 (vgl. 2. Paral. 13,11; Ps. 54, 18.«)

Die fünf ersten Strophen haben 10 Verse, die zwei letzten 8. Von Str. 3an beginnen sie mit NA loben {lobe wir) dich {dich trehttn) aver, außerStr. 5; damit zusammen hängt, daß das Reimwort auf in diesen Strophenauf a ausgehen muß, d. h. ein lat. Wort ist. Die Schlußverse lauten vonStr. 2 an abwechselnd laudate dominum de celis und laudate dominum in

') Grunewald S. 1719. Laudate Dom.ebda S. 9.

2 ) W. Grimm, ZGdR., Kl. Sehr. 4,168.

3 ) Scherer, QF. 7, 82 f.; Rödiger, Anz. 1,87 f.; Schröder, Gott. Nachr. 1918, 424.

4 ) Schönbach S. 459470. 486.6 ) In Dominica ad Laudes gehören Canti-cum trium puerorumund Ps.148 zum officium.6 ) MSD. II 3 , 270 f.