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A. Geistliche Literatur, b) Das Dogma.
7 Zeichen bei Christi Geburt, g) 352, 3—354, 7: an die 7 Verwandtschaftsgrade werden an-geknüpft die 7 Weltalter, darauf das 7. Leid des Menschen, der Tod. Himmel und Hölle.Memento mori. — C. 354, 8—355, 23: der Hymnus Laudate Dominum, es istdie letzte Siebenzahl, der Preis Gottes in den 7 Hören. Die Erzählung vom hell. Geist(334, 15 f.) strömt aus in einen Hymnus auf den dreieinigen Gott. Dann folgt noch einspezielles Lob des heil. Geistes 355, 24—356, 16. — D. Schluß^, 16—357, 17: der Dichternennt seinen Namen Priester Arnolth und das Thema seines Werkes. Gegen denTeufel, der die törichten Laien verführt, 1 ) die Marter Christi und den Ostermittwoch zu be-schimpfen. 2 ) Gebet um Aufnahme in die himmlischen Chöre.
Der Dichter scheint nicht nach einer einheitlichen Vorlage gearbeitet, viel-mehr die Masse der einzelnen Siebenzahlen aus seiner eigenen Kenntnis undwohl unter Zuhilfenahme mehrerer lat. Quellen, welche Heptaden da und dortzerstreut darboten, zusammengestellt zu haben. Das starke Hervorkehren dereigenen Person am Schlüsse (356, 16 ff.) läßt auf eine gewisse Unabhängig-keit in der Behandlung des ganzen Stoffes schließen. Dann kommt die Ge-dankenfolge, sowohl die planmäßige als die willkürlich assoziativ ablaufende,zum größten Teil auf seine Rechnung. 3 )
Seine theologischen Kenntnisse 4 ) waren nicht unbedeutend, er bringtmanche Einzelheiten bei, die sonst selten vorkommen. Aber auch ausdeutschen Quellen hat er zusammengetragen, 5 ) aus der Summa TheoL, demLeben Jesu der Ava, der Milst. Sündenklage, dem Tobiassegen. Die Namens-nennung 356, 16 — 19 (es fehlt in der Hs. ein Reim auf minne) ist der ent-sprechenden Stelle in Priester Adelbrechts Johannes Baptista nachgeahmt(248-252, Kraus, D. Ged. S. 23).e) Umgekehrt hat der Pfaffe Konrad imRolandslied und in der Kaiserchronik eine Anzahl Verse aus unserm Gedichtentlehnt. 7 )
Der lässigen Gedankenführung entspricht im Stil die bequeme Formulie-rung neuer Eingänge: alle Augenblicke begegnen Wendungen wie Na wilich iu sagen, dazwischen auch Quellenberufungen und Beteuerungen wie
! ) Zweimal spricht der Priester Arnold vontumpen leigen, 348, 27 u. 357, 4, wo er solcheLeute unmittelbar anredet. Er behandelt sienicht besonders respektvoll: „Ihr könnt eswohl verstehen, wenn ihr es euch nicht ver-drießen lassen wollt." Das Beispiel, das erdann anführt, ist aus dem wirklichen Lebengegriffen und auf den Horizont seiner Hörerberechnet. Er ist ein Volksredner, seinWerk eine Laienpredigt.
2 ) Der Mittwoch, der Tag Wodans, istnoch heute im Volke ein Unglückstag. Der.krumme" Mittwoch s. Lexer 1, 2191; DWb.5,2451 f.; Schweiz. Idiot. 3,821 f.; E. L. Roch-holz, Deutscher Glaube u. Brauch im Spiegeld. heidn. Vorz. 2,27. Der Dichter wendet sichhier gegen den Volksaberglauben.
3 ) Ueber den einheitlichen Verlauf der Er-zählung in seinem Gedicht über die heil.Juliana s. unten.
4 ) Diemer aaO. in den Anm.; SchönbachS. 479—486. — Vieles bietet Honorius Aug.
in seinen populären Lehrbüchern De imaginemundi, Elucidarius, Gemma animae und be-sonders in seiner Pfingstpredigt (Migne 172,959—966), mit der sich Arnolds Siebenzahlselbstverständlich berührt, dabeidedasgleicheThema, Lob des heil. Geistes, behandeln. Indem Abschnitt von den sieben Zeichen beider Geburt Christi 349, 19—352, 3 folgtArnold der Predigt De nativitate Domini desAbtes Wernher v. St. Blasien (Migne 157,185 ff.), vgl. Kelle S. 170. 365; Polzer-vanKol S." 104—110.
5 ) MSDII 3 ,203. 216. 269 f.; Diemer in denAnm. zu den betr. Stellen; Polzer-van Kolin den Varianten unter dem Text.
6 ) Scherer, QF. 7, 89 nach Gervinus;Kraus, D. Ged. S. 116; dagegen Kelle S. 364.
7 ) Diemer in den Anm.; Schröder, Kehr.Anm. zu 606; Emil Kettner, ZfdPh. 9,283 f.;Rödiger, Annolied S. 77 f.; Polzer-van KolS. 48. 104. 105 ff.