§ 7. Summa Theologiae.
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•Gottes, der Leib ist die Magd der Seele (Str. 27); Str. 28. 29. 30 die letzten Dinge. — Str. 31Schlußstrophe: Preis des Gotterlösers.
Der Stoff ist in der üblichen Reihenfolge und Gruppierung einer theo-logischen Summe oder des Katechismus gegliedert und zwar läßt sich sehrgut die Einordnung in vier Teile durchführen, welche gemäß dem Symbolum.zugrunde liegt und z. B. in der Musterdogmatik, in des Petrus LombardusSententiarum libri quatuor, eingehalten ist. Aber er ist nicht gleichmäßigbearbeitet. Manches ist weit ausgesponnen, während wichtige Bestandteiledes christlichen Glaubensinhaltes nur flüchtig erwähnt werden. So fehlt dasParadies und der Sündenfall in der Art, der biblischen Darstellung, dieGeburt Jesu und damit die Inkarnation, die Taufe, überhaupt das LebenJesu. Damit tritt Christus als Persönlichkeit zurück, wie es allerdings meistbei den Summen der Fall ist.
Dem Inhalt nach steht die Summa Theologiae in enger Beziehung zudem Ezzolied. Beide umfassen die ganze religiöse Geschichte von Ur-anfang bis zum Ende der Welt, aber doch decken sie sich nicht völlig,vor allem ist die Tendenz beider Gedichte eine verschiedene: das Ezzoliedist eine Heilsgeschichte und eine Ereignisdichtu ng, der Inhalt wird durch-lebt, die Summa Theologiae eine Glaubenslehre und eine Gedankendich-tung,_der Inhalt wird reflektiert. Dort bildet Christus der Erlöser den Mittel-punkt, am Beginn steht das uranfängliche Wort und am Schluß das Kreuz;hier durchdringt das Grunddogma der Christenlehre, die Trinität, die ganzeGedankenmasse, die Aussicht auf die Erlösung von der Sünde verleiht dabeidem lehrhaften Gehalt einen stärkeren Gefühlston.
Der Verfasser hat den Stoff sicherlich nicht selbständig zusammengestellt,er hatte als Vorlage eine kurze lat. Glaubenslehre, und zwar wahrscheinlichin poetischer Form. 1 ) Er ist seiner Quelle jedenfalls genau gefolgt, aberer hat sie in vielen Fällen nur unverständlich wiedergegeben. Das liegteinmal in der Schwierigkeit der Übertragung vieler lat. Stellen und dannin der Kürze des Ausdrucks. Schon seine Vorlage mag eine knappe Fassunggehabt haben, 2 ) die jedoch im lat. Ausdruck nicht leicht verständlich war.Der Dichter hat dann offenbar noch manche notwendige Zwischengliederausgelassen. So z. B. ist 4, 1 ff. unklar, weil nicht gesagt ist, daß „wtshelt"die Eigenschaft des Sohnes ist; Luzifer heißt, ohne Erklärung weshalb, desnidis vatir 6,1; gibrlst 7, 2 kann sich unmöglich aus dem Vorhergehenden•ergeben; s. auch Str. 18.
Auch hier treffen wir viele jener in der damaligen Theologie allgemeingültigen Sätze wieder, die sich in des Honorius Aug. populärer Religions-darstellung finden, 3 ) doch ist in keinem Fall unmittelbare Entlehnung nach-
*) Für ein lat. Original sprechen Latinismen
2 ) Der Hymnen- und Sequenzstil ist über-haupt gedrängt und inhaltreich.
3 ) Honorius gibt das theologische Wissen,
wie es überhaupt damals in den Kloster- undDomschulen gelehrt wurde. Diese Kenntnissesetzt auch die Summa Theologiae voraus.Irgendein näherer Zusammenhang zwischenbeiden braucht also nicht zu bestehen.