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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 1 (1922) Frühmittelhochdeutsche Zeit
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§ 6. Ezzos Gesang.

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dem Gottesdienst: 2,1.5. 8,11. 9,9. 11,6. 12,7. 19,7. 21,2.26, 1.4.27,1.29,1. 30,4.!)

Vers- und Strophengliederung. Meist sind die zwei Verse einesReimpaares zu einer inhaltlichen Einheit zusammengefaßt, indem der Sinnder Periode mit dem zweiten Verse schließt. Die Strophe gliedert sich dannin einzelne Reimpaare, z. B. Str. 7. Die Sätze also sind dann parataktischnebeneinander gestellt, 2 ) nahezu ganze Strophen bestehen aus Parallelsätzen,die oft mit einförmig sich wiederholendem aneinander gereiht sind, wasder syntaktischen Architektonik eine monumentale Kraft verleiht. Dieser Satz-bau paßt zu dem Kunststil der Zeit, 3 ) er hat die starre Gedrungenheit einerromanischen Krypta. Von den 30 echten Strophen des Liedes enthalten diemeisten, nämlich 21, 12 Zeilen, und zwar Str. 39. 11 (nach der Hs. V). 14.1829; 8 Zeilen haben die beiden ersten Str. 1 u. 2; 10 Zeilen: Str. 10(nach V); 14 Zeilen: 12 u. 13 (nach V) 15. 17. 30; 16 Zeilen: Str. 16.*) JedeStrophe ist eine in sich einheitliche und gegen die folgende Strophe mehroder weniger deutlich abgehobene Gedankenreihe. Die Abschlüsse derStrophen sind nicht durch Verlängerung des letzten Verses markiert, immerhinsind doch manche Schlußverse etwas mehr gedehnt. 5 ) In vielen Strophensteht gleich in den ersten Zeilen das inhaltgebende Wort: Str. 3: got; 4:Got; 5: der man; 6: Adam beviel; 7: sterne; 8: Baptista Johannes; 10:ein chint; 11: demo chinde; 12: Daz chint; 13: Antiquiis dierum; 22: Ditzesageten uns e; 24: Daz was allez geistlich; 26: Spiritalis Israel; 27: Ocrux benedieta; 28: Trehtin; 29: O crux salvatoris; 30: Unser urlöse istgetan. Besonders die lat. Eingänge bilden einen starken Sinneseinsatz.

Der Rhythmus ist ziemlich ebenmäßig 6 ) (normaler Typus), Über-füllungen oder Kürzungen der Senkungen wiegen nicht schwer. Von den182 Reimen sind (die Reime - x als klingend gerechnet) 76 rein, 106unrein (Assonanzen). Volle Flexionsvokale in den echten Strophen werdendurch die Reime bezeugt in ca. 25 Fällen.'') Schwache Endsilben sind oftTräger des Reims; oft ist ein einsilbiges Wort mit der Flexionssilbe eines

J ) Grünewald S. 7; EmilHenrici, Sprach-mischung in älterer Dichtung Deutschlands,1913, S. 38 f., wo noch andere frühmhd. Ge-dichte ausgezogen sind.

2 ) Behaghel, Beitr. 30, 431 ff.

2 ) Er ist aber nicht etwa erst aus diesemallgemeinen Stilprinzip der Zeit hervor-gegangen, vielmehr entspricht er dem germa-nischen strengen Zeilenstil; zu diesem vgl.Heusler, ZfdA. 57, 5 ff. und Hoops Real-lexikon 1, 457 ff.; Neckel, Beiträge zur Edda-forschung an verschiedenen Stellen u. Germ.-roman. Monatsschrift 5 (1913), 523 f.

4 ) Schade, Geis«. Ged. S. XXIII ff. u. DecasS. 30 ff. gewinnt 68 6zeil. Strophen; Simrock,Ahd. Leseb. (1851), Schade, Ad. Lesebuch(1862), Diemer, Wiener SB. 55,320323 u.-K.

H0FMANN,Münch.SB.1871,1,303 u.3C8, stellenregelmäßige .12zeil. Strophen her; zu Giskes u.bes.MüLLENHOFFS Einteilung s. Steinmeyer,MSD. II 3 , 185 f.; R. Buchholz, ZfdPh. 33,141 f. Die Strophen des Liedes haben alsoungleicheZeilenzahl, wie d. meisten strophischgebauten Gedichte der Zeit, vgl. LG. 1, 227Anm. 3.

6 ) Vgl. Vogt, Beitr. 2, 257261. Dieeinzelnen Zeilen bilden dann nach der Ter-minologie der liturgischen MusikmelodischeSatzteile", das Reimpaar ist einemelodischePeriode". Zur Verlängerung der letzten Vers-zeile im liturgischen Gesang s. oben S. 14.

c ) Saran S. 252. 253. 254.

7 ) Vogt, Beitr. 2,261.

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