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A. Geistliche Literatur, b) Das Dogma.
des alten Testaments, die die Anfänge der Welt und der Menschheit um-faßt und zugleich die Heilstaten Christi vordeutet (Str. 6—9. 13,1. 21, 1—6.Str. 22—26.17, 9—14 u. 27, 3. 4). Zweimal wird ausdrücklich auf die geistigeAuslegung hingewiesen: der Inhalt des alten Bundes ist nur ein Schattender zukünftigen Dinge, die Wahrheit war zurückgehalten 24, 1—4, und dasin geistigem Sinn zu fassende Israel, die Christenheit, Spiritalis Israel 26, 1.Auch Stellen des neuen Testamentes werden symbolisch ausgelegt (12, 11 f.19, 7. 20, 3). Endlich sind aber im christlichen Geistesgebiet zahlreiche Bilderentstanden, die nicht an biblische Überlieferung anknüpften; dahin gehören11, 1 f. 21,1 ff. Die meisten dieser Allegorien begegnen auch bei Honorius, 1 )besonders in seiner Predigtsammlung, dem Speculum ecclesiae. Einige derPredigten, wie De Passione Domini (Migne 172, 907 ff.), De paschali die(927 ff.), De inventione sanctae Crucis (zum Fest der Kreuzauffindung, 941 ff.),stehen auch im Stoff dem Lied nahe, denn ihr Gegenstand ist die Heils-geschichte von der Schöpfung an und im Hauptteil ein Preis des Kreuzesin typologischer Sprache.
Auch die literarische Gestaltung des Erlösungswerkes, also die Kom-position des Themas, war längst festgesetzt 2 ) und Ezzo konnte auch hieran bekannte Vorbilder sich anlehnen. Am nächsten kommen dem LiedeHymnen und Sequenzen, die ebenfalls in gedrängter Kürze den Stoff in denHauptpunkten zusammenfassen. An der Spitze steht der prachtvolle Hymnusdes Prudentius (geb. 348) "Reich das Piektrum mir, o Knabe" (Da puerplectrum choreis ut canam fidelibus dulce Carmen, Cathem. IX, Migne 59,862—875. 3 ) In diesen Grundgedanken bewegt sich ebenso das berühmteCarmen paschale des Sedulius (um 450). Der Zeit Ezzos besonders nahestehen der Modus qui et Carelmanninc, 4 ) der mit unserm Lied auch in Einzel-heiten übereinstimmt, indem auch hier an den Anfang der ErlösungsgeschichteChristus als das Wort und als das die Finsternis überwindende Licht ge-priesen wird (MSD Nr. 19, 8 f.) und auf Christus die vordeutenden WorteJesaias 63, 1 tinetis vestibus de Bosra (V. 62) angewendet sind; und die inder Cambridger Hs. gleich darauf folgende Sequenz Grates usiae (ZfdA. 14,476-479). 6 )
Pentateuch, liber regum den zweiten Teil der• Geschichtsbücher des alten Testaments. DenKanon der biblischen Bücher hat Augustinusfestgestellt in De doctrina Christ. II, 8, wobeiGenesis den ersten Teil der historischenBücher des alten Testaments einleitet und die4 Bücher der Könige an der Spitze des zweitenstehen.
') Siehe die Anm. Diemers, Wiener SB.52, 427 ff., u.Müixenhoffs in MSD. II 3 , 169 ff.
2 ) Die Lehre von der durch das a. und n.Testament sich entwickelnden Erlösungs-geschichte hat für den populären UnterrichtAugustinus festgelegt in De catechizandisrudibus Kap. 17—27, ausführlich im 2. Teil
seines Gottesstaates.
s ) Uebersetzt von Alex. Baumgartner,Die lat. u. griech. Lit. der christl. Völker 3. u.4. Aufl. S. 159—162.
<) Siehe LG. 1,354 f.
6 ) Die Entwicklung der Heilsgeschichte istin der frühmhd. Literatur auch sonst nochbehandelt: in der Summa Theologiae, inHartmanns Rede vom Glauben, dem JüngernAnegenge. Aus der ags. Literatur ist besondersanzuführen die Einleitungspredigt Wulfstäns,da sie viele Parallelen zu dem hier bespro-chenen Thema enthält (Arth. Napier, Wulf-stan S. 6—20).