§ 5. Das St. Trudperter HL. 37
die abilen unde die allir wirsten 103,10—13, zu den beiden letzten Artengehören die Hoffärtigen und Widersetzlichen, die wirderbmhtigen 104, 9 f.),die Empfindlichen und die im Wohlleben sind und die wollen, daß manihnen schmeichle und die mit ihrem vornehmen Geschlecht prahlen 104,17—22. Ein besonderes Laster ist das Murren, das geheime Lästern gegendie Obrigkeit, murmel 59, 30. 134, 17, murmul uf die maisterscaft odiruf die bruoderscaft 98, 11, und unnützes Geschwätz, mit murmurle undemit unnutzeme chösen 67, 12 f. (Benedikt. Regel Kap. V und VI). Unmittel-bar eine lat. Bezeichnung der Benediktinerregel ist elatio 119,3 (soviel wiesuperbia), vgl. auch ypochrisis 119,4. Andere, die der Teufel irre führt,sind die Fürwitzigen und die allem nachgehen, was sie anzieht, die an jederBlume riechen und nach allen Dingen greifen und die, die keinen geord-neten Willen, kein Maß haben 66, 23—67, 28. Noch andere sind die Un-stäten, die der Teufel von einer Statt zur andern treibt, die ihr Kloster ver-lassen und in eine Klause gehen oder Einsiedler werden 70,1—24 (vgl.Bened.-Reg. Kap. I). Und am Schluß des ganzen Buches wird den Nonnenje nach ihrem Verhalten gegen die Tugenden eine Note gegeben: die denEifer haben, ein tugendhaftes Leben zu führen, sind Bräute des allmächtigenGottes, die nur den Willen dazu haben, sind Jungfrauen, denen beidesmangelt, sind Kebse 147,25—148,6. Eine besondere Pflichtenreihe ist an-geknüpft an die Erklärung der acht Seligpreisungen 109,2—116,2.
Nur durch Mühsal und Arbeit, durch Abtötung des Fleisches und guteWerke" kann man vollkommen {darnaht) werden, was fleischlich Gutes denVollkommenen und in der Gottesfurcht Starken geschieht, essen, schlafen,Leibespflege, auch schönes Wetter, Blumen, blühende Bäume in der Sommers-zeit, das fliehen sie, weil sie wohl wissen, daß der Mensch zu nichts taugtals zum Arbeiten (d. i. „geistlich" arbeiten) 85,9—22, vgl. 11, 19—28. 44,20-24. 107, 27—30. 133,10—28. Das tätige Leben, die Liebe zum Nächsten,ist dargestellt an Martha, das kontemplative (gaistliche), die Liebe zu Gott,an Maria 79, 32—80, 25. Auch die Mühsale der Versuchung {bechomnge)dienen zum Guten, zur Besserung 104,11. 110,30. 137,24-31. 142,12f.142,33—143,3. Beati qui lugent ist der Spruch der Seligkeit für die welt-verachtenden Gemüter, darum ist uns mehr zu suchen Weinen als Singen143, 24—29. Gott tröste sie, die diese Welt als eine Verbannung auf sichgenommen haben . . ., dainnen man mehr weinen muß als singen, denn daist keine ganze Liebe als nur die Hoffnung, heraus zu kommen 107, 4—10,vgl. 106,5—107,25. Mit königlicher Freude hat das Buch angefangen, esendet mit einem jammervollen Schmerze, es fing an mit einem königlichenSänge, nun geht es aus mit inniglichem Weinen 145, 6—10. Vom Jubel-gesang im Brautkuß zum Scheiden der treu Liebenden führt das HL., vomOsculetur me osculo oris suo zum Fuge a me, dilecte mi, aber diese Tränensind süß 144, 5—9, denn die Liebenden scheiden sich in ungetrübter Minne145, 11 f., und diese süßen Tränen kräftigen die Braut zum Kampf gegen