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A. Geistliche Literatur, a) Das hohe Lied.
ist pünktlich, Sorgfalt hat er auch auf die Bezeichnung der Betonung ver-wendet, sein Akzentuationssystem verfolgt die Grundsätze Notkers. 1 )
Willirams Werk besteht aus drei Teilen, dem lat. Vulgatatext, dem lat,in leoninischen Hexametern (Versus) verfaßten Kommentar, und dem deutschen,in lat.-deutsche Mischprosa übertragenen Kommentar. Die ursprüngliche An-ordnung war dreispaltig, in der Mitte die Vulgata, links die lat. metrische,rechts die deutsche prosaische Auslegung. Den Grund zu dieser Ein-teilung gibt Williram im Prolog Z. 25—28 an (Seemüller, QF. 28 S. 2).Sie ist noch erhalten in den Hss. BCFGKN, die übrigen Hss. habenzwar ebenfalls die drei Teile, aber nicht mehr die dreispaltige Anlage,sondern, mit verschiedener Reihenfolge der drei Teile, quer über die Seitegeschriebenen Text. 2 )
Hss. 3 ) Die Überlieferung ist sehr gut, wir besitzen von keinem frühmhd.Denkmal so viele Hss.
Seemüller kannte 17 (bezw. mit dem von ihm nicht benutzten Veesenmeyerschen Bruch-stück 18) Hss., davon 11 vollständig (A B C F G H I K L N O), 3 nicht ganz vollständig bezw.nur teilweise erhalten (D M P) und 3 nur kleine Fragmente sind (E Q R), wozu er 4 ver-lorene nachweisen konnte. Alle die 17 Hss. mit Ausnahme von D (nur in Abdruck er-halten) sind Pergamentcodices des 11. oder 12. oder des frühen 13. Jhs.
A. Die Leidener Hs., 4 ) der Leidener Williram (abgedruckt von Paulus Merula und beiHoffmann). Nach Seemüller gehört sie dem 11. Jh. an (vgl. Scherer, Leben W.s S. 249—252),sie ist wohl die älteste aller W.-Hss. und stammt vielleicht unmittelbar aus dem Archetypus(Pietsch, ZfdPh. 10, 214, setzt sie ins 12. Jh.). Jedoch bietet sie einen sehr freien Text,indem sie flüchtig und willkürlich abgefaßt und aus dem ursprünglich ostfrk. Dialekt indas Südmittelfrk. umgesetzt ist. 5 ) — B. Die BreslauerHs., 11. Jh., abgedruckt in SchiltersThesaurus I und bei Hoffmann. — C. Die Ebersberger Hs., jetzt in München Cgm.' 10, ge-schrieben in dem Kloster Willirams, 11. Jh. — D. Frehersche Hs., 6 ) nur erhalten in einemteilweisen Abdruck bei Gotthard Vögelin, Uhralte verdolmetschung dess Hohen liedesSalomonis usw. (Seemüller S. 2 u. 66—74), Wormbs 1631. — E. Monseer Fragm. in WienNr. 12847, l'k Bl., 11. Jh. (Graff, Diut. 2, 379f.). — F. Pfälzische Hs. in der Vatikan. Bibl.zu Rom, 11./12. Jh. (vgl. Bartschs Katal. Nr. 334). — G. London, Brit.Mus., 12. Jh. (Priebsch,D. Hss. in England II, 12f.). —H. Trier, 11./12. Jh. (Ad. Becker, Verzeichn. der Hss. d. Stadt-bibl. zu Trier, H. 7). — I. München Cgm. 77, 11./12. Jh. — K. Kremsmünster, 11. Jh. —L. Lambacher Hs. (Oberösterreich) in Berlin, 12. Jh. (abgedr. in v. d. Hagens Germ. 4,153ff.5, 143 ff.). — M.Stuttgart, 12. Jh. — N.. Wien 2686 aus Ambras, 12. Jh. — O. Einsiedeln,12. Jh. — P. Kaisersheimer Hs. in München Cgm 40, 11./12. Jh. — Q. Fragm. Zingerles,l'/s Bl., 12. Jh. — R. Innsbruck, Univ.-Bibl., Fragm., 1 Bl. 12./13. Jh. — Erst nach SeemüllersAusg. bekannt bezw. wieder gefunden worden sind: Bamberger Hs. v. 1528 (Pietsch, ZfdPh.9, 232); Buxheimer Bruchstücke, aus Kl. B. bei Memmingen, Anf. 13. Jh. (W. Meyer, ZfdA.28, 227—241); (Veesenmeyers Bruchst. vgl. Seemüller, QF. 24, 12 f.); Maihingener Hs.,
Glossar, QF. 28, 68—147 zusammengestellt,vgl. auch Pietsch, ZfdPh. 10, 224—227.
>) Pietsch, ZfdPh. 10,217 f.; Paul Sievers,Pal. 57 S. 32f.; Heinr. Kruse, Die Accentein den Hss. von W.s Uebersetzung usw.,Greifsw. Diss. 1913.
s ) Seemüller, QF. 24 S. 5 f. 28 S. VIII.
3 ) Graff, Diut. 3, 436ff.; Seemüller, QF.24,1 —78 28. S. X—XIV ; dazu Pietsch, ZfdPh.
9, 231—238.
4 ) Seemüller außer QF. 24, 2 u. 28, X bes.24, 63—66.
6 ) Sprache des Leid. Williram: vanHelten,Beitr. 22,437-519; H. Entholt, Straßb.Diss.1897; M. Thomas, Züricher Diss. 1897; s. auchBusch, ZfdPh. 10, 168—204.
6 ) Seemüller außer QF. 24, 2 u. 28, XIbes. 24, 66—74.