Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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Philosophische und Politische Beschreibung422man bereits die Losung zum Treffen geben solle. Dann das alte Sprichwort: Kommt Zeit,kommt Rath rc. ist nicht aus des Martis Schule entsprungen. Wer in dem Feld zu siegenwünschet, der muß zu Hauß sich in den Waffen üben und in der Rath=Stube den Küriß anle-gen; auch des süssen Friedens also geniessen / daß er nichts destoweniger an den Krieg gedencke:N. 85TANT CLASonsten verursacht der Friede mehr Unheil und Elend / als der Krieg selbsten: dan wen die Kriegs-Last drücket / der wird durch die Noth aufgewecket. Wer die Friedens=Stille liebet / den macht dieSicherheit faul / daß er nicht fechten kan / wann er fechten solle. Der Friede verlangt nicht ohneWaffen zu seyn; er führt ein mit einem Oehlzweig ungeflochtnes Schwerdt: muß er den Oehlzweigvon sich legen / so ist er schon zum Streit bereit und fertig. Cnejus Marius war im Krieg ein tapffererHeld; aber im Friede taugte er nichts; gestalten / da er sonsten im Feld sehr wachsam gewesen / erim Frieden hergegen also eingeschlummert / als ob er nimmermehr zum Krieg auferwachen dorffte. An-tonius hatte den Ruhm eines guten Feld=Herrens / der grosse Siege erhalten: allein / derselbe liessesich von der Friedens-Ruhe dermassen einnehmen / daß er in das künfftige an keinen Krieg mehrgedacht, die Waffen aus den Händen gelegt, und sich darmit nicht in Zeiten versehen. DerFriede solle vor den Porten des Zeug=Hauses Schildwacht stehen / und ob er schon keine Waf-fen in Händen hält, doch bereit seyn, den Streit anzugehen. Alle Kriegs-Gerätchschafften,Spiesse und Schwerdter, Helme und Pantzer, Stücke und Mörsner warten nur, biß der Marsin die Trompete stosset. Laß seyn; daß der Krieg eine Mutter alles Elends, eine Ursach allesUbels, eine Gebährerin des Blut=vergiessens, eine Mordbrennerin der Städte und Länder, einefinstere Nacht der gemeinen Ruhe / ein Schiffbruch der gemeinen Glückseeligkeit seye: Laß seyndaß der Friede eine Tochter des Himmels, ein Verlangen der Welt, eine Frey-Stadt aller Si-cherheit / und eine Freude der Burger und Bauren seye; also daß nicht nur die Menschen / denendie Natur einen Verstand gegeben / sondern auch Häuser und Felder darüber jauchtzen / und un-sre Vor=Eltern / ja ein jeder tapffrer Mann sich der grosten Mühe und Ungemach unterzogen /damit