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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
311
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Sehende Abtheilung.Von dem Erdbeben.[XIßhero haben wir von denen wässerigen Meteoren gehandelt: ist nochübrig / daß wir auch von den irrdischen Eintruckungen / und zwar erstlichvon dem Erdbeben einige Meldung thun. Es ist aber dieses Meteorum einerschröcklicher und entsetzlicher Anblick der ein- und niedersinckenden Natur.Dann wo solte jemand seine genugsame Sicherheit finden können? wann das-jenige / so darum unbeweglich und fest gestellt ist / damit alles sich auf dasselbesteure / und von ihme gehalten werde / selbsten wancket / und / welches doch dieErde für sich eigen und besonders hat / seine Ohnbeweglichkeit verliehret.Von dieser unterirrdischen Erschütterung nun solle Untersuchung geschehen;und zwar Erstlich woher sie verursacht werde; Zweytens wie viel Arten der-selben seyen / und was sie vor Vor-Zeichen habe. Drittens, von den Wür-ckungen des Erdbebens; und dann Vierdtens, von dessen Gethön, Ort, Zeit,Grösse und Währung.Die I. Frage.Was das Erdbeben seye? und woher selbiges verur-sacht werde?As Erdbeben von den Griechen Geld, des genannt, ist eine Bewegung der Erden,so an ein und anderm ihrer Theile sich zuträget; indeme nemlich / unterschiedlicheErden-Gegenden durch starcke Bewegungen erschüttert werden. Daß es nun der-gleichen Bebungen abgebe, daran zweiffelt niemand; oder es solte der, so solches wi-dersprechen wolte, billich dem ewigen Schlaff überlassen werden. Ich sage aber: An ein undanderem ihrer Theile; weilen die gantze Erd=Kugel sich nicht zugleich und mit einander bewe-zet; (dann was für eine ungeheure Macht und Gewalt würde erfordert, wann eine so grosseLast bewegt werden solte) sondern es leiden nur zerschiedene bald weite bald kleine Erd=Stricheeine Erschutterung: welches auch mit unzehlichen Exempeln genugsam zu erweisen stehet. Al-lein / obschon die Sache an und für sich selbsten richtig und gewiß ist; so findet sich doch einenicht geringe Schwierigkeit darinn / daß man dessen Ursprung und Ursache nicht ergründen kan;als worüber die Weltweisen nicht einerley Meinungen geführet: Dann Democritus hielte da-vor; daß das Regen-Wasser, wann es sich in die Erde verschlieffe, in ihren Höhlen aber nichtRaum genug habe, und dahero mit Gewalt zuruck getrieben werde, dieselbe zitterend und be-bend mache: Welcher Wahn jedoch deßwegen für falsch zu erachten ist / weilen man nicht abse-hen kan / warum dieser Wasser=Zufluß dermassen starck und hefftig seyn solle / daß er die Erde soentsetzlich erschüttern könte. Thales Milesius vermeinte; die Erde zittere und schwimme gleich-sam wie ein Schiff auf dem Wasser / von welchem es hin und wieder geworffen / und damit ei-nes Theils also angefüllet werde, daß es sich auf die Seite lege: wiewohlen solche Gedanckeneine schlechte Welt=Weißheit anzeigen; indem offenbahr und bekannt ist / daß die Erde nichtauf dem Wasser schwimmet / sondern wegen ihrer Schwere in dem Centro oder Mittel=Punctder Welt ruhet. Andere / die da behaupten wollen / die Erde seye ein grosses Thier / geben vor;ihre Bewegung seye gleichsam ein Fieber/ wovon sie angestossen werde: Allein / dergleichen Ein-fall / daß nemlich die Erde ein Leben haben solle / ist schon vorlängsten als erstorben aus der Welt-weiſen