Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Zweytens: Ob das Eisen, so man es in gewisse mineralische Wasser stosset, in Ertz ver-wandelt werde? Antwort: Dieses ist durch die Erfahrung aus deme bekannt; was wir vondenen mineralischen Wassern angeführet haben: wiewohlen ich der Meinung bin, es seye sol-ches keine eigentliche und wesentliche Verwandlung; indeme die eherne durch die mineralischeWasser herbeygeführte Cörperlein sich bloß an das Eisen anhängen / und dasselbige allgemachund unvermercklich mit ihrer Anreibung verdünneren / auch also mithin in Ertz verkehren.Drittens: Woher das Eisen roste? Antwort: Der Rost entstehet aus dem Dunst, sodurch die Lufft-Lücher hervor dringt; aber von der feuchten Oberfläche des Eisens angehaltenund demnach zu Rost wird: welchen letztern man wiederum mit Hirschen-Unschlitt und Oehldarum verhindert / weilen durch dergleichen Fettigkeiten die Eisen Lufft-Löcher verstopffet werden /daß erdeuter Dunst nicht ausdämpffen mag. Doch ist zur Abtreibung des bereits angewach-senen Rosts nichts dienlichers, dann Bleyweiß und Gyptz; das allerbeste abrr das Weinstein-Oehl. Von sothanem Rost melden die Scribenten / daß er einer anziehenden Natur seye: da-hero stillet er wie Honoratus Fabri erwehnet / wegen Verstopffung der Adern den Blutfluß der Hon. Fa-Weiber; ja verhindert / wann er getruncken wird die Empfängnus: um welcher Ursachen willen briTract.er auch das Eisen untüchtig macht / daß es von dem Magnet nicht angezogen wird / und hat 8. Phys.man ebenmässig angemercket, daß das Eisen insonderheit von Menschen-Blut sehr rostig wer= 1.2.de, und schwer wieder zu säubern seye; weilen nemlich das Blut, wann es lang darob bleibt,tieff hinein frist / und mit seiner zeben Feuchtigkeit in das Eisen sich fest setzet.Vierdtens: Welches Eisen-Bergwerck das beste seye? Antwort: Wann es schwer,fest / und weder mit irrdischen / steinischen / noch andern metallischen Cörpern vermischt / auch blau-lichter Farbe ist; so hält man es für das beste. Im übrigen breiten sich die Eisen=Adern unterallen Metallen zum weitesten aus. An der See=Seite in Cantabrien, wo sie an den Oceanstosset / siehet man einen hohen und jehen Berg / welcher / wann wir dem Plinio glauben / gantz Plin. l. 34und gar aus solcher Materi bestehen solle. In Indien ist das Eisen trefflich trar; wie dann c.14.Pegavetta schreibt; daß bey der Insul Zabur um vierzehen Pfund Eisen fünffzig Pfund Goldesgegeben seyn. Das Damascenische Eisen solle das allerhärteste / und voll kleiner Adern seyn /die zwar durch den öfftern Gebrauch ausgeloͤscht / jedoch / wann man Zitronen=Safft / und Kupf-fer=Wasser darüber schüttet / wiederum sichtbar werden. Sonsten pflegt man gemeines Eisendem Damascenischen darmit gleich zu machen / wann das erstere poliert / und mit Kalch einige Li-nien darob gezogen; so fort beym Feuer oder an der Sonne getrocknet / und mit Kupffer=Wasserabgewaschen werden: dann der Kalch ätzet Flecken durch seine Schärffe in das Eisen und dasKupffer-Wasser gibt ihnen hernach die behörige Farbe.In Sicilien wächset das Eisen / wann es ausgegraben worden / immer von neuem an:und unter solchem Anwachsen, bekommen die Erde und die Bäum-Stämme eine Materi, dieAnfangs einem dicken Safft gleichet / hernach aber allmählich härter wird. Auf der Insul Ja-va major findet man ein Kraut / schreibt Hirnheim; dessen Marckt von unten biß oben aus ei= Hirnh. desern ist / und welches eine Frucht trägt / so man mit keinem Eisen durschneiden kan. Marcus Pau-Typhogenlus Venetus erzehlet: In der Provintz Chinchin (ist ein Königreich in der Tartarey) seye ein hum.c.10.Berg, wo man Stahl grabe, daraus Tuch gewürcket werde, welches nicht verbrenne: dann Vener. I. 1.dasselbige Bergwerck gebe Fäden / wie der Flachs; dieselbe dörre man an der Sonne / stosse sie ineinem ehernen Mörsner / wasche und reinige sie von dem anhengenden Unflat; hechle oder käme c. 47.sie ferner, wie andern Flachs, und lasse sie zu einer Leinwand würcken. Wann man nun die-selbe bleichen wolle / werffe man sie ins Feuer; daraus man sie nach Verfliessung einer Stundunversehrt / und Schnee=weiß hervorziehen könne. Und so viel auch von den gegrabnen Din-gen und denen Metallen.Politische Schluß=Rede.Zu Friedens-Zeiten soll man auch an den Krieg gedencken.On den neugeworbnen Römischen Soldaten schreibet Vegetius folgendes:Im Winter wurden höltzerne Pferde unter einem Dach / und im Sommer in freyem Feld auffgestellt: auf diese musten die neue Soldaten erstlich ohne Waffen / biß sie es gewohnethernach aber in voller Rüstung sich schwingen lernen: dann durch diese stetige Übung ward-zuwegen gebracht, daß die welche man in Friedens-Zeiten so fleissig getrillt, bey ereignendem-Lermen in einem Treffen ungesaumt auf ihre Pferde zu kommen wusten. Man kan unmög-lich unter einem Tumult etwas geschicklich bewerckstelligen / wann es nicht vorhero bey guterWeil und Ruhe wohl erwogen und probiert worden. Es ist eine liederliche Kriegs-Anstaltwann man erst Waffen herbeyschaffen / zu Rath gehen / und Proviant zusammen führen will / damanGgg 3