Philosophische und Politische Beschreibung„ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ „ -⸸⛪.S* * * * * * * * * * * * * * * * ** * * *Neundte Votheilung.Von denen Bronnen und Flüssen / wie auchandern waͤsserigen Meteoren.NAchdem wir das Meer besehen / so müssen wir nun auch in gegenwärti-ger Abtheilung den Uhrsprung und Natur der Bronnen und Flüsse un-tersuchen. Denenselben hat GOtt / unaufhörlich Tag und Nacht fortzulauf-fen gebotten: und zugleich / wie Constantinus Magnus bey dem Eusebio re-det / denen Menschen in der allerfleissigsten Sache eine Gleichnus des ewigenLebens vorstellen wollen. Im übrigen wie offenbahr und sichtbar die Bron-nen und Flüsse uns vor Augen sich zeigen, eben so verborgen ist hergegen ihrUhrsprung; dergestalten daß hierinn die Scribenten über die massen ungleicheMeinungen führen; und deßwegen sehr schwer fället/ bey so grosser Mißhellikeit die Warheit zu finden. Damit wir uns jedoch diese Schwerigkeit nichtabwendig machen lassen; so seye demnachDie I. Frage.Was die Bronnen und Flüsse seyen? Item / von ihremihrem Unterscheid / und von ihrem Uhrsprung.In Bronn ist ein aus der Oberfläche der Erden beständig und immerdar hervorquel-lendes Wasser. Ein Strohm ist ein grösseres in seinem Rinnsaal beständig fort-lauffendes Wasser. Ein Fluß'ist ein Strohm / der etwas umfleust. Ein Bach istein kleines aus einer Quelle in eine Bachmutter sich ergiessendes, und immerdar fort-rinnendes Wasser. Ein Feld= oder Regen=Bach ist ein Fluß / der durch plötzliche Schlag-Regen anwächset, zu dürren Zeiten aber versieget, und austrocknet. Ein Bronn ist derohalbenvon einem Fluß darinnen unterschieden, daß er nicht in einem Rinnsaal fortläuffet, oder dochwann diß geschiehet / gar klein schwach ist. Im übrigen bestehen die Bronnen und Flüsse ausWasser / als ihrer Materi; und dann aus dem Hervor=quellen aus der Ader / als ihrer Form-Eine grössere Schwerigkeit ereignet sich über dem Uhrsprung der Bronnen und Flüsse;da dann des Fromondi Meinung gantz keinen Platz findet, wann er vorgibt; es seye ein tiefferAbgrund / und gleichsam die Leber dieses grossen Thiers / der Welt; woraus aller Flüsse undBronnen Wasser herkomme. Dann hierwider wird eingewendet Erstlichen; daß man voneinem solchen Abgrund oder Tieffe, ohne Grund rede; man wolte dann unter dem Nahmen,Abgrund, das Meer verstehen; wovon die Heil. Schrifft meldet, und sich dieses Worts für dasMeer bedienet / laut des 36sten Psalmen: Deine Rechte ist wie eine grosse Tieffe. Zum An-dern; daß es nicht schwerer zugehe, wann die Bronnen und Flüsse aus dem Meer; als wannsie aus dergleichen Abgrund / falls einer in der Natur wäre / hervorkommen müsten: und alsohätte man vielmehr das Erste für wahr anzunehmen.Indem wir nun diesen Einfäll gäntzlich verwerffen; so sagen wir hergegen,§. 2. Daß die kleinere Flüsse / wie auch die meiste Bronnen aus den Regen=Wassernentstehen. Die Ursache ist Erstlichen; weilen die Berge / als welche eine sehr grosse und weiteOberfläche haben / viel Wasser von denen Regen und Schnee durch die Ritzen und Oeffnungen insich ziehen / womit die Erde wie ein Schwamm genätzet wird: Wann derowegen ein solches Wasser durch die innerliche Hitze der Erden über sich dampffet / und diese Dämpffe hernach in denHöhlen Berge sich wieder abkühlen und zu Wasser werden; so können alsdann kleine bestän-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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