Philosophische und Politische Beschreibung* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *Jos. e. J. c. n.**Eilffte Abtheilung.Von den Bergen / Höhlen oder Klüfften /und unterirrdischen Feuern.NBwohlen es vielmehr einem Geographo oder Erd=Beschreiber / als einemMetedristen oder Auslegern der Meteören zustehet / von den Bergen /Klüfften / Höhlen / und unterirrdischen Feuern zu handlen; doch / weilen dersel-ben bey Tractirung der irrdischen Impressionen oder Eintruckungen öfftersMeldung geschiehet; und ihre Erklärung zu besserer Verständnus der folgen-den Materi insonderheit nutzlich seyn mag: so haben wir diesen kurtzen Discurshier mit einbringen / und selbigen in drey Haupt-Fragen eintheilen wollen.Ist demnachDie I. Frage.Von denen Bergen.Ragt sichs / Erstlichen: Was ein Berg seye? Antwort: Ein Berg ist nichts anders /Z als eine Erhöhung der Erden, so mit der Wurtzel oder dem untern Theil den Bodenberühret. Oder / die Berge werden daher zu Latein Montes genennt / weilen sie überEdie andere Erde hervorragen.Zweytens: Ob die Berge von Anfang der Welt her gewesen? Antwort: Hierüber seynddie Gelehrte nicht einerley Memung: Dann einige wollen behaupten, die Berge seyen mit derErden erschaffen worden; andere aber halten darvor / die Wasser der Sündfluth hätten anerstdie Erde ausgespühlet / und Berge auffgeworffen. Allein / die Erstere haben den klaren Text derHeil. Schrifft für sich / worinn der Berge noch vor der Sündfluth gedacht wird; indem Mo-ses in seinem ersten Buch am 7. Capitel berichtet / daß die Wasser 15. Ehlen über die Spitzen derhöchsten Berge gegangen: und im 8. Capitel / daß die Arche am 27ten Monatstag auf dem Arme-nischen Gebürg sich niedergelassen / und am ersten Tag des zebenden Monden die Spitze der Ber-ge sich wieder gezeiget hätten: Wiewohlen dessen auch ein Beweiß von der Nutzbarkeit herzu-nehmen wäre; dann wer solte glauben, daß das Menschliche Geschlecht so viel Jahr=hunderthindurch, die zwischen der Welt-Erschaffung und der Sündfluth verloffen, des ungemeinenund vielen Nutzens / den die Berge schaffen / seyen beraubt gewesen? gestalten diese letztere nichtnur dem gantzen Welt=Gebäu eine Zierde und Schönheit geben; sondern auch / weilen aus ihnen häuffige Wasser=Ströhme hervorkommen / zur Gesundheit der Länder / zur Auffhaltung dergewaltigen Winde / zur Verhinderung einer durch das Meer und die Flüsse besorgender Über-schwemmung; ingleichem zur Fruchtbarkeit und Uberfluß aller Dinge einen unentbehrlichenKirch. in Vorschub thun. Dahero steht Kircherus in den Gedancken / daß fast kein berühmter Bergitin. ext. seye den die Natur nicht mit seinen verborgnen Wasser-Behaltern zu dem Ende und in dem2. dial. 3. Absehen begabet habe damit die Berge, gleichsam als Brüste der Welt, die aus dem grossenWelt=Meer ausgezogne Feuchtigkeit folgends in alle Gegenden und Oerter der Erben so wohlzur Nahrung der Gewächsen, als auch zu der Menschen und Thiere nothwendigem GebrauchDamese. austheilen könten. Dannenhero lassen wir uns des Damascem Meinung wohl gefallen / wel-l.2.fid.or. che dahin ziehlet; die Erde seye zwar Anfangs mit Wasser umflossen gewesen / und der Naturthodox. c. nach in runder Form erschaffen worden; an dem dritten Schöpffungs-Tag aber, woran die9. & 10. Wasser sich vom Trocknen geschieden / hätten sich die Berge hervor gethan / und in die Höheerhoben.Drit⸗
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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