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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
109
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Fünffte Abtheilung.Von denen Meteoren / so in der Höhescheinen.IN der vorigen Section haben wir von denen feurigen Meteoren / diewahrhafftig in der Lufft bestehen und angezündet werden (ausgenommendie Ober=Mondische Cometen) gehandelt: anjetzo aber schreiten wir zu denenjenigen / die nicht feurig seynd / sondern nur scheinen / das ist / die / ob schon sie imWerck selbsten sich nirgend befinden doch der Art und Gestalt nach gesehen wer-den. Man nennet sie sonsten auch liechte Meteoren; weilen sie von dem Lichtin den Wolcken / die demselben wegen ihrer Dicke keinen völligen Durchganggestatten / ihre Bildung bekommen: dann es werden aus der mannigfaltigenZuruckbrechung deß Lichts die Strahlen vermehrt / und zerschiedentlich ver-mischt; auch hernach aus solcher Strahlen-Vermischung einige Farben ent-weder nur schlechthin / oder unter der Gestalt eines Bildnus / herfür gebracht,Deßwegen Aristoteles diesen Meteoren den Nahmen / φάσμαια, das ist Er-scheinungen / Gespenste / Gesichte zugeleget; inmassen / wie Seneca meldet / die= Senec. l.selbe in der Wolcke keine Substanz oder Wesen haben; sondern nur in ei-ner leeren brtrieglichen Gleichnus ohne Wesen bestehen; nicht anders alseine im Spiegel oder Wasser erscheinende Bildnus. Es seynd aber selbige für-nemlich: γαλαξία oder die Milch-Straß, der Hof oder die Cron, die Neben-Sonne, der Neben-Mond, die Sonnen-Striche, die Farben der Wolcken, derRegenbogen: von deren jedem wir insonderheit etwas weniges der angefange-nen Kürtze gemäß berichten wollen: Ist alsoDie I. Frage.Von der Milch=Strasse.Nter denen scheinenden Meteoren kommt uns gleich Anfangs die Milch=Strasse vondie Hand / welche der Poet kurtz / doch artig in folgenden Versen beschreibet;Est via sublimis coelo manifesta sereno;Lactea nomen habet, candore notabilis ipso.Wann der Himmel heiter scheinetUnd wann keine Wolcke weinet;Schaut man in der Höh die StraßDie da von der Milche naßIhren Nahmen hat empfangen;Und mit weisser Farb kan prangen /Welche sie bey dunckler NachtSelbsten hell und kenntbar macht.Es wäre zwar hier nicht der Ort / wo von der Milch=Straß als die unserer unten angeführtenMeynung nach wir für kein Meteorum erkennen / solte geredet werden; dieweilen aber Aristo-teles