Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.tier die Gewohnheit gehabt / daß sie auf der Verstorbnen Leichnamme eherne Tafeln geleget / odereherne spitzige Pfriemen in selbige gestecket, um dardurch die Fäulnus abzuwenden; wie Pieriusin Hieroglyphicis bezeuget. Des Ertzes gibt es unterschiedliche Gattungen ab: wann dasselberoth aussiehet, so nennet man es Cyprisches Ertz, oder mit dem gemeinen Nahmen, Kupffer;weilen es auf der Insul Cypern häuffig wächset, und also wohl dorther seine Benennung magbekommen haben. Wann man das Kupffer mit Cobalt vermengt, so erhält es eine gelbe Farbe,und wird Messing genennt. Sonsten findet man auch weisses Ertz, welches man zu wegenbringt / so man Zihn darunter mischt. Das Corinthische Ertz ist dasjenige / das bey Eroberungund Verbrennung der Stadt mit zerschiednen andern Metallen zusammen geschmoltzen. Nochein anders Ertz aber heisset man Cronen-Ertz, welches, wann es sehr dünn geschlagen, und dieBlättlein mit Ochsen=Galle bestrichen werden, eine schöne Gold=Farbe gewinnet. Uberdißwofern man etwa rothes und gelbes Ertz unter einander vermischet, wird ein schwartzes Kupfser daraus / so man Bronzo nennet. Hieraus nun ist offenbahr / daß nur das rothe Ertz alleinrein; und eigentlich zu reden, bloß eine einige Gattung des Ertzes seye: dann so es eine andereFarbe überkommt / und annimmt / rührt solches nicht von der Natur, sondern von der Fär-bung her.§. 2. Das Ertz hat unterschiedliche Eigenschafften; darunter zuförderst seineSchwere, womit es unter den Metallen die Mittel-Stelle hält, zu beobachten fürkommt: danndas Ertz ist schwerer, als das Eisen und das Zihn; jedoch leichter als das Gold, Silber undBley; nachdem nemlich mehr oder weniger untermischter Erden und Feuchtigkeit / in Ansehungund Vergleichung gegen den übrigen Metallen, bey ihme sich findet: dahero auch ein eisernerAmboß auf einem geschmoltznen Ertz oben zu schwimmen pfleget. Und eben dergleichen magauch von seiner Trockenheit und Härte, so von der festen Zusammenhaltung seiner Theile her-rühret gesagt werden: welcher Ursachen halber es dann nicht gern schmiltzet; gar leicht aber sicherhitzet und entzündet; auch wann es entzündt ist, dermassen absonderlich zu Nacht-Zeit glän-tzet, daß es darmit dem Sonnen-Glantz etlicher massen gleichet. Sonsten ist das Ertz sehrklingend; und wird deßwegen zu Glocken und Saiten an den musicalischen Instrumenten ge-braucht. Man calciniert auch dasselbe mit Schweffel / so man daran geust; und löset es herge-gen mit Essig=Geist und mit Salamoniac-Geist auf. Das Quecksilber vermengt sich gar un-gern und weit härter mit dem Ertz / als mit einigen andern Metallen; das Eisen ausgenommen.Zwischen dem gemeinen Ertz, daß durch das Feuer von seinen Schlaggen gereinigt wird, unddem Kessel=Ertz / welches dunckler und schlechter ist / waltet kein Haupt=Unterscheid: obschon daserstere eine schönere Gold=Farbe hat, und leicht kan gezogen und gegossen werden; das letztereaber / weil es sehr viel irrdischer Unreinigkeit bey sich führt / sich zwar giessen / jedoch nicht ziehenlässet. Wann man Wasser in geschmoltznes Ertz giesset / wird es einen grossen Knall thun / undmithin aus dem Gefaͤß lauffen: welches auch geschiehet / wann entweder ein Stein / oder etwasanders feuchtes und nasses in solch geschmoltzen Ertz geworffen oder geschüttet wird: da nem-lich das Wasser unter das geschmoltzne Ertz hinunter schlieffet, alsbalden sich verdünnert, unddas Geschirr zerschlaͤget; nicht anders als das Schieß=Pulver zu thun pflegt / wann es in Mitteneines Stein=Hauffens schnell angezündet wird. Das polierte Ertz / falls man es mit Wasseroder Blut bespritzt / rostet bald; ja so man es mit Saltz / Essig / oder Urin anfeuchtet / verkehrt essich ungesaumt in einen grünen Rost: dann / weilen alle diese Dinge die Lufft-Löcher erweitern /so kan auch der unreine Dunst leichtlich heraus dringen / und zu einem Rost werden.Es wird gefragt; Erstlichen: Woraus man abnehmen könne, daß ein Ertz=Bergwerckvorhanden seye? Antwort: Zum Ersten / last sich solches aus dem Rost schliessen: dann ausder Ertz=Ader steigt ein Dunst auf welcher, so er eine mit Erden vermischte Feuchtigkeit antrifft,zu einem Rost anwächset. Zum Andern; die Zeichen eines Ertz=Bergwercks seynd gelbe undHimmelblau=farbige Steine / wie auch die viele Erden=Risse. Die Ursache dessen ist / wie Kir-Kirch.cherus meldet; daß das Quecksilber / welches durch die allzu starcke Hitze in die Höhe getrieben Mund.wird, denen Steinen ihre innerliche Feuchtigkeit benimmt; woraus dann solcherley Risse und subr. l. 10.Schrunden nothwendig entstehen müssen. Zum Dritten; wann aus einem Berge vitriolischeWasser von grüner Farbe / und eines metallischen Geruchs; und die den Boden von einer fau= sect. 4. c. 9.len / grünen / dünnen und schleimigen Materi / gleichwie mit einer Haut überziehen / entspringen;so kan man urtheilen, daß in selbigem Berg sich ein Ertz finde. Im übrigen erzehlet Jonstonusdaß es in Cypern ein gewisses Ertz abgebe / so dem Gold nicht ungleich sehe / welches von den Jonst. deadmir.Bauren in sehr kleine Stücklein zerschnitten / ausgesäet / und wann es durch Regen und Sonnenschein zum Wachßthum und rechter Zeitigung gelanget, eingesammlet werde. Allein, ich fest, c. 22.will dieses der Verantwortung des Authors überlassen haben: dann meines Orts halte es füreine Fabel: wiewohlen ich auch nicht zu widersprechen begehre / daß dergleichen Ertz etwa zu-Ggg2