Philosophische und Politische Beschreibungsteht zwischen dererley Gerechtigkeits=Pyramiden, und Königreichs=Pfeilern mitten innen: Ersoll demnach neutral seyn, und sich weder auf diese, noch jene Seite lencken; und mit der rech-ten Hand die Verdienste dergestalten belohnen, daß er auch wisse, mit der lincken auf die Frev-lende seine Donner-Keule zu schmeissen. Mahlestu einen Adler / der einen Blitz und eine Kronein den Klauen führet? Ein vortrefflicher Pinsel in der Hand eines Regenten! dann man mußjedermann das Seinige geben; damit man bey dem Ausspruch des Oraeuls verbleibe, welchesPlut. indiejenige Republic für die beste erkläret; worinnen denen Tapffern und Faulen / was jedem ge-Lacon.höret / zugetheilt werde. Und dardurch sagte Alphonsus, König in Arragonien / habe er jeder-institut.mann im schuldigen Gehorsam erhalten, des Amphiarni Schild hat die Leute verwundet, undauch wieder geheilet. Wann ein Fürst mit Milch und Oehl trieffet / so wird seine Gelindigkeitgerühmet; er aber auch der gantzen Welt bekannt gemacht/ wann er nach Erforderung der Bil-lichkeit den Essig einer ernstlichen Schärffe mit untermischet. Das Oesterreichische Stamm-Wappen ist mit Milch und Blut gemenget, damit die weisse und rothe Farbe anzeige wie manschlagen und heilen / schlachten und säugen solle. Wer an dem Ruder der Gerechtigkeit sitzet,last sich von keiner Gemüths=Neigung bewegen / von keiner Forcht erschröcken / von keinem Nu-tzen verblenden, von keiner Blutgierigkeit verleiten: Er gibt einem jeden das Seine, nach demGewicht der Verdienste. Wir nehmen aus vielen nur einen zum Muster heraus; die PerleLamorm. des Oesterreichischen Hauses / Ferdinandum II.: „Es war umsonst und vergebens / wannin vita.„man ihm die Macht eines andern, oder was er sich für Hoffnung selbsten zu machen hätte,„vorstellen wolte. Er stunde allem gantz unbeweglich entgegen; und verwandte sich nirgend„hin, als nur wo die Gerechtigkeit ihn hinführte. Es muste alles den Rechten gemäß gesche-„hen: dann sein Absehen war allein auf die Billigkeit gerichtet / und von ihme weder Verwand-„schafft / noch Hochheit / noch was anders geachtet. Wem nun dieses Gewicht mangelt / dermuß wohl leicht seyn.Cuique ſuum pondus.Für jeden richtWaag und Gewicht.Quam petimus, merx in trutinâ suspenditur acri;Redditur atque aequâ lance cuique suum.Omnia justitiae ad rigidam expendenda stateram;Seu poenas meritis, praemia sive feras.Gibt sich ein Käuffer an / der eine Wahr begehret /So wiegt man selbige auf das genauste ab:Und wird Gewicht und Waag darumen fürgekehret /Damit ein jeglicher / was ihm gebühret, hab.Folg der Gerechtigkeit; laß sie in allem rathen:So / wie dich selbe lehrt / straff oder lohn die Thaten.Die letzte Frage.Von dem Ertz / Messing und Eisen.As Ertz ist ein unreines / aus viel rochem und dickem Schwefel / wie auch auswenigem und gantz unreinem Quecksilber erzeugtes Metall: hält viel Erdenund wenig Feuchtigkeit in sich; welches daraus abzunehmen / daß es nicht verdirbt / undgar langsam rostet: dann weilen fast alle seine Feuchtigkeit verzehret ist, als ist dasselbe auchübermässig verbrannt: und dieser Ursachen halber scheinet es / haben die Alten vor Zeiten dasErtz viel höher gehalten / dann das Eisen; so daß sie nicht nur Waffen und Schilde / sich zu be-schützen; sondern auch Lantzen und Spiesse aus Ertz darum verfertigen lassen; weilen dieselbeweder durch die Zeit, noch durch den stetigen Gebrauch abgenutzet würden. Daher die Egyp-
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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