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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Löchern heraus getrieben wird / als hergegen Zihn hinein kommet. Wann die eherne Kessel / soman zu Kochung der Speisen gebraucht / verzihnt seynd / so werden sie vom Feuer nicht verderbt;sondern vielmehr / ohngeacht das Erz und das Eisen von Natur sehr hart seynd / durch das Zihn /daß denen feurigen Theilen den Eingang verbietet / kräfftig beschutzt. Doch würde man sich desZihns nicht bedienen können / wann es nicht mit Bley vermischt wäre; angesehen die Trocken-heit des Erstern durch die Feuchtigkeit des letztern gemässiget wird. Giesset man Salpeter=Geistauf Zihn, so fahet es alsbalden und hefftig an zu steden, und einer glüenden Kohle gleich zu se-hen. So ist auch calcinirtes Zihn viel schwerer, als ohncalcinirtes, wegen der fremden herzu-kommenden Theile; dann ihme sehr viel Feuchtigkeit zufliesset; so daß es endlichen durch dieCalcination zu Bley wird; indem das Bley viel Feuchtigkeit bey sich hat / wodurch sich sein Ge-wicht vermehret. Im übrigen ist das Englische Zihn weit vollkommner, das ist härter und hatauch einfolglich weniger Verwandschafft mit dem Bley / dann das Teutsche.Man fragt aber / Erstlichen: Warum das Zihn nicht raste? Antwort: Weilen es / wannes rasten solle / mehr innerliches Feuer haben müste: dann der Rost ist gleichsam ein Rueß / wor-Honor.zu ein grosses Feuer erfordert wird; wie Honoratus Fabri erinnert.Zweytens: Was das Zihn für eine Verbündnus mit den übrigen Metallen habe? Ant Fabriwort: Wann dasselbe unter die Metalle gemischt wird / so macht es solche gebrechlich / daß sie sich Tract. 7.weder ziehen noch hammern lassen; indem es sich unter ihre Theile untermenget / und diese letzte l. 2. dekleiner machet. Item; falls man Zihn an die geschmoltzne Metalle mischet / so scheidet es selbige metall.dergestalten von einander / daß sich ein jedes mit ihm besonders vereiniget: welches abermahlder Tüchtigkeit des Zihns, welches in der übrigen Metallen Lufft=Löcher eindringet, kan zuge-schrieben werden.§. 3. Das Bley ist ein aus einem sehr dicken / und gar unreinen Quecksilber / wieauch aus wenigem aber unsaubern und brennendem Schwefel erzeugtes Metall. Dem-nach bestehet dasselbe in vieler überflüssiger unflätiger Feuchtigkeit und vieler Erde. SeineSchlacken / die es nach dem Schmeltzen hinterlast / zeigen genugsam an / daß dieses Metall überdie massen roh / und nicht ausgekocht seye: wie es dann auch das Feuer nicht besteht / wie dasGold; sondern schmeltzet sehr leicht / wegen der häuffigen Feuchtigkeit; und wird zu Aschen /wann man es lange auf dem Feuer lasset: deßwegen ist es das weicheste unter allen Metallen;waͤre aber auch das leichteste / wann seine grosse Lufft=Loͤcher mit Lufft / und nicht mit einer dickenFeuchtigkeit angefüllt wären. Das Bley hat ermeldter Feuchtigkeit halber eine kalte und an-ziehende Natur: gestalten dasselbe / so man es auf das Haupt legt / eine kahle Glatze verursacht;und zu dem Ende die Lufft=Löcher des Haupts also verstopffet / daß der zu Zieglung der Haarebenöthigte Nahrungs=Safft nicht eindringen kan. Man pflegt auch Mörsner und Stössel ausBley zu machen; und ein und andere Saͤffte darinnen zu zerreiben, damit sie desto kühler wer-den mögen: welcher Ursachen halber das Bley denen Nieren nutzlich ist / und die Keuschheit bey-behält: inmassen der Redner Calvus nach des Plinii Zeugnus solchergestalten sich von der Un-keuschheit abgezogen / und seine Leibs=Kräfften zum Studieren erhalten. Eben dergleichen habenauch die alte Fechter gethan / damit sie bey ihrer Stärcke verbleiben möchten: so waren nicht we-niger die Musicanten gewohnt / Bley auf die Brust zu legen / und dardurch ihre Stimme zu ver-bessern: welches Nero, damit er desto schöner singen moge / ebenfalls practicieret. Es ist aberdas Bley nicht nur der Stimme, sondern auch dem Magen und der Lungen sehr nutzlich; danndiese letztre wird durch selbiges beseuchtet / und mit einer süssen Kühlung erfrischet. Sonstentrucknet das Bley die Wunden / nicht zwar dardurch / daß es die Feuchtigkeit ausziehet / sonderndaß es die Lufft=Löcher verstopffet / und mit seiner Kälte zugleich die Entzündung des verletztenGlieds verhindert.Zu diesen erstermeldten Eigenschafften lassen sich billich auch noch folgende hinzu setzen:Erstlich; das Bley gibt einen düstern Thon von sich; weßwegen man es ein stummes Metallheisset: solches aber kommt daher, weil die Feuchtigkeit in demselben die Oberhand hat, und sei-ne Theile nicht wohl mit einander verbunden seynd. Zum Andern; das Bley ob es schon schmel-tzet entzündet sich niemahls; wegen seiner übermässigen Feuchtigkeit; und siehet man dessen eineGleichheit an dem Wasser, welches, ob es gleich siedheiß ist, doch nicht angeflammet wird; da-hero ein in geschmoltznes Bley geworffenes Papier, oder Schwefel, oder Schieß-Pulver nie-mahlen brennen werden. Wan man die Hände mit Pappeln=oder Bingel=Kraut=Safft schmie-ret / kan man selbige ohne Schaden in geschmoltznem Bley waschen; doch muß dieses waschen Lemn l.2geschwind und hurtig geschehen. Zum Dritten; wann man das Bley unter Silber und Kupf= de occulifer / als dürre Metalle / in gleichem Gewicht vermischet / so werden diese letztere von seiner wässeri= c. 34.gen Zehigkeit dermassen schlacht gemacht / daß sie leichter fliessen und schmeltzen. Zum Vierdten;ein bleyernes Gefaͤß / das mit Wasser angefüllt beym Feuer stehet / verschmeltzet nicht; weil dasWasser die Lufft=Löcher des Bleyes verschlossen hält, daß die Feuer=Geisterlein nicht durch drin-