der in der obern Lufft erzeugten Dinge.sen vergeblich wider den Feind gebraucht. Dannenhero pflegte der Macedonische König Phi-lippus zu sagen: Ficht mit silbernen Spiessen / so wirstu gewinnen. Diß ist die beste Kriegs-List, die nicht aus dem Gehirn, sondern aus dem Beutel herkommt: dann die Sehn=Ader desKriegs besteht nach des Pindari Ausspruch in dem Geld. Dasselbe schmidet im Rath die An-schläge; bringt denen Soldaten auf dem Schlacht=Feld einen hertzhafften Muth bey; undmacht so wohl den General, als auch den geringsten Musquetierer tapffer. Es hat derjenigedie herrschende Krafft des Gelds sehr artig vorgestellt / welcher ein Feld=Stück / daraus ein gros-ser Hauffen gemüntzten Gelds gegen einem feindlichen Thurn abgeschossen wird / mit dieser U-berschrifft mahlen lassen: Ihme widerstehet nichts! Dann es ist doch keine Vestung so starck,die nicht durch sothanen guldnen Sturm=Bock niedergestossen werden könne. Was nicht„ Ant. Me-mit Waffen zu bezwingen ist / seynd des Antonii Melisiei Gedancken / das mag leicht durch„ liss. Serm.Gold überwunden werden: alles muß sich dem Geld unterwerffen.„ Und Horatius spricht: 34.Aurum per medios ire ſatellites,Et perrumpere amat ſaxa, potentiusIctu fulmineo.Das Gold dringt durch die Wacht, und kan die Stein zer-reissen;Ja / pfleget stärcker / dann der Donner drein zu schmeissen.Die Schlacht=Ordnung / die nicht so wohl mit Eisen / als mit Gold ausgerüstet ist / hat man bil-lich für die allerbeste und stärckeste zu achten. Hastu eine guldene Faust, so kansiu eine eiserneMaur niederreissen und zerbrechen. Bezahle die Soldaten fleissig und richtig; so wirstu un-unfehlbar über deine Feinde siegen.Imperia pretio quolibet conſtant benè.Senec. inThebaid.Ein Reich / wo Silber und das Gold die Pfeiler sind;Steht unvergleichlich fest und wie ein Felß gegründt.Zwey Dinge seynd, sagte Dion, dadurch ein Reich erworben, erhalten und vermehret wird; Dion. I.nemlich / Soldaten und Geld. Dieses wuste Kayser Vespasianus wohl; darum war er der= 41.massen emsig / seine Rent-Kammer mit Geld anzufüllen / daß er selbiges auf allerley Weiß zu-sammen scharrete / und hielte den Geld=Geruch für angenehme / er komme gleich woher er wolle. Reusn. inDie Uhr hat seine Krafft vom Gewicht / und das gemeine Wesen sein Leben von der Rent=Kam=Symb.mer: fehlt es hier / so fehlt es allenthalben; so daß man nicht unbillich über selbige diese Wort Impp.setzen solte: Nichts ohne mich. Jedoch muß ein Politicus nicht allzusehr auf das Geld=sammlenverpicht seyn. Es ist unterweilen ein grosser Gewinn / wann man zu rechter Zeit und am rechtenOrt des Gelds nicht achtet: hergegen lautet es schändlich / so man die Unterthanen nur fürSchwämme gebrauchen will. Man kan es keinen Gewinn, sondern einen Verlust nennen,wann man Kisten und Kästen voll anfüllet / und mithin sich einen üblen Nahmen machet. Wirddas Geld allzu scharff eingetrieben / so erwirbt man dardurch keinen Vortheil / sondern eitel Haßund Feindschafft. Ein König / sagt Curtius, muß gedencken, daß er ein Fürst / und kein Kauff-mann seye. Wer aus allem ein Gewinn ziehen will / dem mangelt es gemeiniglich an allem.Daß der Reichthum im Gebrauch / und nicht im Besitz bestehe, bezeuget der Fürst unter den Arist. inWeltweisen Aristoteles. Dannenhero soll man rechte Maaß im Geld=sammlen halten; kei= Rhetor.nes weges aber dasselbe vergraben. Ein verborgnes Metall rostet und verliehrt seinen Glantz.Wann die Müntze nicht ausgegeben wird, so fällt ihr Wehrt. Das Geld kommt nur deßwe-gen in die Rent=Kammer, damit es wieder zum Nutzen des gemeinen Wesens hinaus gehe.Es ist kein Laster schändlicher / absonderlich an Fürsten und Obrigkeiten / als der Geitz / wie Ci- Cicer. l.2.cero versichert: dann sie seynd keinem Menschen nutzlich / ihnen aber selbsten am schädlichsten. de Offic.Das Geld muß mit einem freygebigen Gemuth eingenommen werden; und ein Politicus sollihm das Geld / und nicht sich dem Geld unterwürffig machen: dann ihme gebührt, dem Geldzu gebieten / nicht aber zu dienen. Der Reichthum hat einen grossen Gewalt / wann er recht ge-braucht wird. Wer zu Hauß / oder zu Feld keine Großmuth oder Freygebigkeit sehen lasset / derist kein Verwalter, sondern ein Hüter seiner Güter. Eines solchen Menschen Reichthum hatIsocrates nicht unfein denen auf jehen Felsen wachsenden Baͤumen verglichen / welche nicht denMenschen / sondern nur den Raben und Würmen zu Nutzen kommen: Dahero sich Horatiusvernehmen lasset:NonFff 3
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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