der in der obern Lufft erzeugten Dinge.Wann man Quecksilber in eine ausgehohlte Hasel=Nuß verschließt, in rothe Seiden einnähet, Quercet.und an den Halß hänget; so dient es zum Præservativ für die Pest: hengt man selbiges aber l. 2. pest.also an / daß es den Magen berührt / so solle es absonderlich die Colicam oder Bauch=Grimmen aleæ. c. 5.vertreiben: Sonsten hat der Mercurius fürnemlich grossen Nutzen in der Frantzosen=Kranck-Plater. deheit; weil er die Gänge eröffnet, wodurch diese Kranckheit mit samt der andern unreinen Feuch=Dolor.tigkeit ausgetrieben wird. Verwunderlich ist / was Lemnius erzehlet: Daß wann einer / so die c. 13.Frantzosen habe einen gulden Ring im Mund halte / und mit der Zunge hin und her wältze / Lemn.l.2.das Quecksilber, so in seinem Leib sich befinde, sich an den guldnen Ring so anhenge, daß er, de oceult.wann man ihn heraus nehme, gantz silbern aussehe; wann er aber über das Feuer gehalten c.35.werde / seinen vorigen Glantz bekomme. Doch ist zu mercken / daß der Mercurius dem mensch-lichen Leib schädlich und ein Gifft seye, wann man dessen zu viel zu sich nehmet; nicht zwar,wie einige wollen, wegen seiner Schwere; dann dadurch befördert er vielmehr den Stuhl-gang; sondern darum, daß er sich unter das Geblüt vermischt, und die natürliche Wärme aus-löschet: dahero siehet man auch / daß diejenige / so immerdar mit dem Mercurio umgehen / unddessen Ausdünstungen an sich ziehen / lahm und Gichtbrüchig zu werden pflegen: wie solchesdann die Quecksilber=Graber genugsam erfahren; als welchen stets die Zähne wacklen / und ih-re Kräfften dermassen geschwächt werden, daß sie kaum vier Jahr hindurch mit gesundem Leibin dergleichen Gruben ausdauren können; anbetrachtet der Mercurius mit seinem Dunst ihreinnere Gliedmassen verderbt und verzehret. Deßwegen man zu Freyberg einer Stadt in Meis-sen in den Lungen der Berg-Knappen offtermahlen Quecksilber gefunden hat. Es erzehletCardanus; es seyen in dem, Schedel=Bein eines Weibs / so von Kopff=Weh gestorben / zweyUntzen Quecksilber angetroffen worden; und dieses zwar seiner Meinung nach aus der Ursa-chen; weilen dieselbe sich täglich geschmincket / so habe der Mercurius, indem das feuchte von demTrocknen sich zusammen treiben lasset / sich allgemach in dem Hirn gesammlet.Es entstehet die Frage: Erstlich; wo das Quecksilber gefunden werde? Antwort: Manfindet selbiges gantz lauter in Lachen / wie Jonstonus behauptet; indem das Wasser / so aus derQuecksilber-Adern tropffnet, es befeuchtet, mithin auf solche Weiß zusammen treibet, und zuQuecksilber verkehret. Auf dem Berg Gimnavada, 6. Meilen von Cracau / quillt zu gewissenZeiten des Jahrs das Quecksilber aus dem Boden hervor: und bezeuget ein gewisser Scribent / AutorTydaß er um das Fest St. Johannis des Tauffers sehr viel Tropffen Quecksilbers in der Grösse rociniieiner Erbsen auf den Wurtzeln der Kräuter gesammlet habe. Im übrigen bemercket Vitruvius, Chym. I.2.daß / wo häuffige Bronnen=Quellen entspringen / und dabey der Boden mit schönem Graß be= c. 3.wachsen seye / allda gemeiniglich eine Quecksilber=Ader könne vermuthet werden: dahero dann Vürw.l.diejenige / so eine solche Ader suchen wollen / im Monat May bey heitern Morgen=Stunden auf 8. 6. 3.die Nebel acht zu haben pflegen, die von den Spitzen der Bergen auffsteigen und in Gestalt desMonds sich über einen gewissen Ort ausbreiten.Zum Andern: Ob aus dem Mercurio ein Zinober werde? Ich antworte mit ja: dañgleichwie aus dem gegrabnen Menning ein Quecksilber fliesset; also entstehet auch aus demMercurio diejenige Gattung des Mennings / so man Zinnober heisset; und zwar vermittelst desuntermischten Schwefels; wodurch ferner die rothe Farbe sich ergiebet: und siehet man desseneine Gleichheit an dem Blut / welches durch die öfftere und fleissige Durchseihung in die weisse-ste Milch mag verwandelt werden.Politische Schluß=Rede.Die Rent=Kammer solle niemahlen leer seyn.JEr weise Salomo meldet in seinem Prediger: Daß dem Geld alles gehorsam seye.Desselben Gewalt und Bottmässigkeit erstrecket sich weit und breit, so wohl über Herrenals Knechte; so wohl über Freunde / als Feinde. Eines Regenten Befehl werden nichtsonderlich geachtet, wann sie mit diesem Mittel nicht versehen seynd. Durch Geben und Be-fehlen wird eine Sache wohl ausgeführt. Ist der Geld=Hauffe groß / so vermehren sich auchalle Glücks-Gaben; wie Horatius deutlich schreibet:Horat.Virtus, fama, decus, divina, humanaque pulcrisDivitiis parent; quas qui construxerit, illeClarus erit, fortis, justus, sapiens, etiam Rex,Et quicquid volet.RuhmFff 2
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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