Druckschrift 
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
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409
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der in der obern Lufft erzeugten Dinge.schmoltzen wird; sondern es geht ihm immer etwas ab: und erfordert überdiß seine Reinigung eine sehr grosse Arbeit; indem selbiges nicht so pur und rein, wie das Gold, sondernmit Erd und Unflath vermischter aus den Bergwercken herauskommt: So last es sich auchleichter als das Gold verzehren; und verbleiben die Säffte in silbern Geschirren nicht solang gut / als in guldenen; sondern werden vielmehr beedes am Geruch / und am Geschmacketlicher massen vergifftet; absonderlich wann sie sauer sind. Das gereinigte Silber kan manzwar / aber weil es harter und dicker als das Gold ist / nicht so dünne / wie dieses letztere schlagen.Vom gezehlten Silber=Geld bekommt man schwartze Hände; so die Unreinigkeit deß Metallsverursachet. Das Silber gesellt sich lieber zum Kupffer / als zu andern Metallen; ja wird vomKupffer im Schmeltzen noch reiner gemacht; hergegen last es sich nicht gern mit Schwefel /Zihn und Eisen vermischen; giebt auch einen hellen Klang von sich / weilen es grössere Lufft-löcher hat / dann das Gold.§. 3. Das Silber wird tieff in den Bergen erzeuget, und allda ausgegraben:Wächset gemeiniglich in einem aschen= oder graufarbigem; wie auch in einem gewissen Stein /der dem Serpentin nicht ungleich siehet. Dasjenige Silber ist theur, und hoch geschätzt, soman in einem weissen Bley=Stein findet; weil sich dasselbe gar leicht von den irrdischen Un-sauberkeiten scheiden lässet. Schwartzes oder graues Bley ist ein Anzeig einer verborgnenSilber=Ader: dann das Bley entspringt aus einem dicken Dunst, der viel Feuchtigkeit; her-gegen wenig Feuer, und eben so wenig Erde in sich hällt: Das Silber aber besteht aus einemreinern Dunst / welcher mehr Feuer / und weniger Feuchtigkeit / auch benebenst eine wohlgetheil-te oder zubereitete Erde hat. In den Marcasiten und Feursteinen findet man ebenfalls Sil-ber; doch wann diese Steine goldfärbig sind / so hat man wenig Silber daraus zu gewarten: dasWiderspiel aber ergibt sich / wann sie weiß aussehen. Aus dem Schneebergischen Bergwerckin Teutschland ward so viel Silber gezogen, das es eine Summa von Zwantzigmahl hun-dert tausend Goldgulden betragen. Das Freyburgische Bergwerck hat vor etlich hundert Jah= Jonston.ren so viel Silber gegeben, das man das gantze Königreich Böhmen darum hätte erkauffen Admir.können. Der Meißnische Fürst Heinricus hat einsmahls nahe bey der Stadt Nordhausen Postil. c.einen grossen Silbern Baum aufrichten lassen; mit dessen Blättern, die theils gulden, theils 27.silbern gewesen, er die Edelleute, so in dem daselbstigen Thurnier sich wohl gehalten, beschen-cket hat. Zuweilen seynd die Steine mit diesem Metall gantz dünn überzogen; bißweilen aberwerden auch grosse Silberstücke darvon heraus gehauen. Zu den Zeiten des Sächsischen Für-sten Albertus hat man ein so grosses Stück Silber gebrochen / daß er sich desselben in demSchacht für einen Tisch bedienet / und gesagt: Käyser Friederich ist zwar ein mächtiger undreicher Herr; aber gleichwolen dermahls mit einem solchen Tisch nicht versehen.§. 4. Aus dem Silber werden unterschiedliche Dinge theils von der Natur / theilsdurch die Kunst gemacht. Osualdus Grembs schreibet: man habe das Bildnuß des ge=Grembscreutzigten HErren Christi nebst seiner Jungfräulichen Mutter aus purem fein=Silber formir= in arb.ter in einem Bergwerck gefunden. So gedencket Agricola, daß er ein kleines silbernes Bild homin.eines Mannes, der auf seinen Schultern ein Kind getragen, gesehen habe; welches nicht durch 67. Sect.die Kunst, sondern durch die Natur also gebildet, und ehedem in dem berühmten Schönber= 5. §. 28.gischen Silberbergwerck ausgegraben worden. Allein / deß durch Kunst gearbeiteten Silbers fin= Agric. I.det man weit mehr. Bey den alten Narbonensern wurden von Silber gemachte Mühlen angetrof= 10. de nat.fen. Jonstonus erzehlet / des Barchini Astrubalis Schild seye silbern gewesen / und habe hun= fossil.dert und acht und dreißig Pfund gewogen. Caspar Baldus hat angemercket / daß man in In-dien am Königlichen Hoff denen Elephanten die Füsse aus ungeheur=grossen silbern Kesseln ge-waschen habe. Ingleichem solle an dem Hoff deß Königs Sateris Antiochi alles Kuchen=Geschirr silbern gewesen seyn: und hat Strabo in Hispanien silberne Krippen gesehen. Dem Kö-nig Ferdinando wurde das Leiden Christi / wie auch die zwölff Thaten des Herculis vonSilber verfertigt überbracht; und dem Käyser Carolo vom Cartesio eine aus Silber gemachte Majol. deSäule praesentirt / die man auf neun und viertzig tausend Goldgulden geschätzet. Wir er= metall.wehnen aber hier beym Beschluß deß ersten Theils dieser Frage billich auch des vom König coll. 10.David zu dem Tempel=Bau verordneten Golds und Silbers; da das Erstere in hundert undacht tausend; das andere hergegen in zehen mahl hundert und siebenzehen tausend Talenten be-standen: welche Summa nach deß Baronii Ausrechnung Sechshundert und drey Millio= Baron. innen / achthundert und zwölff tausend / dreyhundert und fünff und sechzig / so viel das Gold be in Nat.trifft; das Silber aber anreichend / tausend zwey hundert und acht Millionen / hundert und Mirac.ar.12.sechs und neunzig tausend Goldgulden betragen.§. 5. Das Quecksilber, von denen Griechen wegen seiner Fluͤßigkeit Wasser-Silbergenannt, wird von Kirchero beschrieben; das selbiges ein Mineralischer, aus Metalli-schem Wasser entspringender / zeher / irrdischer / mit Schwefel überaus wolgemäßigter /geiſti⸗