der in der obern Lufft erzeugten Dinge403Ritzen, also auch in der Nath der Menschlichen Hirn=Schaale ein metallischer Dunst zusam-men gerinnen können: und hält Magirus darfür / daß gleichfalls in den Köpffen der ForellenGold wachſe.C. 2. Dem Gold werden folgende Eigenschafften zugeschrieben: Erstlich / dasGold ist das allerweicheste und dünneste Metall; und deßwegen last es sich ungemein weit auseinander ziehen / also daß man mit einer Untze Gold acht Pfund Silber überziehen; oder besserzu sagen / siebenhundert und fünffzig Blättlein mit dem Hammer von dem Goldschlager geschla-gen werden können. Daß sich aber das Gold ermeldter massen ausdähnen lasset, kommt theils Pün. lib.von seiner Weichheit / theils von der sonderbahren Zusammenhaltung seiner Theilen her: dann 33. c. 3.diese Weichheit macht / daß die Theile weichen; hergegen wird von ihrer genauen Zusammen-haltung die Zertrennung verhindert; wie man dessen Gleichheit siehet an der setten Erde / undan dem weichen Wachs: worzu noch die Dichte des Coͤrpers kommet; dann bißweilen geschie-hets / daß der Cörper / indem man ihn zu einem Drat ziehet / aus Mangel der Materi zubricht;welche weil sie dünn / und grosse Lufftlöcher hat / sobalden sie die höchste Dünnigkeit erlangt / zueiner lautern Leerheit wird; wie an dem Eichen=Mispel / oder Vogel=Leim wahrzunehmen: da-hero dann kein Wunder, wann eine Trenn= und Zertheilung darauff erfolget.Zum Andern; Das Gold ist nicht fett; einfolglich beschmutzt es nichts / und wird auchim Feuer nicht verzehret: dann unter allen Metallen geht nur dem Gold alleinig im Feuer nichtsab; wie Aristoteles berichtet; wiewohlen solches bloß in sensu physico oder oder natürlichemVerstand anzunehmen; gestalten daß an selbigen unverspührlicher Weiß etwas abgehe / oderausrauche / kan nicht vernemet werden: nicht minder wird es zerstört / oder doch in Kalch ver-kehrt, wann man gewisse Saltze unter dasselbe mischet. Bevor es anfaht zu schmeltzen, wirdes roth und glüend; weilen die Feuchtigkeit viel ehender sich verdünnert / als die feurige Theilezu sothaner Glüung sich zusammen hengen und verbinden. Wann es aber einmahl entzündetist / so löschet man es mit harter Mühe wieder; weilen die versammlete Feuer=Theile durch dieFeuchtigkeit nicht so leichtlich zertrennt werden können.Zum Dritten; Das Gold ist das schwereste unter allen Metallen; so daß es dieselbe ander Reinigkeit / und auch am Gewicht übertrifft. Diese Schwere wird von seiner dichten Sub-stanz und Wesen verursacht; weilen es nemlich durch die Hitze auffs genaueste zusammen ge-trieben ist: dann es hat eine gemässigte Wärme und Truckne. Deßwegen solle es des Men-schen Hertz frölich machen / die Lebens=Geister stärcken / den Leib vor der Fäulung verwahren / denAussatz heilen / und so fort; wovon ein mehrers bey dem Plinio zu lesen.Plin. l. 13.Solchen erst=berührten Eigenschafften seynd noch weiter diese beyzurucken: Das Gold c.i.nutzt sich nicht viel ab. Wann man dasselbe durch Chymische Kunst aufflöset, wird es so gei-stig / daß es / so man es mit einer eisern Spatel umrühret / oder auf andere Art erhitzet / alsbalden Sennert.mit einem Geprassel sich entzündet / und ein einiger Scrupel dessen eine viel grössere Würckung ex Crolliothut / als ein halb Pfund Schieß=Pulver: ja etliche wenige Körnlein schlagen durch einen höl= c. 18. detzern Tisch hindurch und gerad unter sich nach dem Centro oder Mittel=Punct. Das Gold consens.klingt nicht / weil es gar enge Lufft=Loͤchlein hat; deßwegen es auch keinen Thon von sich gibt / & Dissen-man schlage darauff / wie man wolle. Es theilet weder seine noch eine andere Farbe andern chymicorsCoͤrpern mit; ausgenommen den Probier=Stein; dann wann es an demselben gestrichen wird /so machet es guldne Striche oder Linien darob: welcher Ursachen halbers es / und weil es keineUnsauberkeit an sich hat / die Hände nicht beschmutzet / wann es angerühret oder gezehlet wird.Falls das Gold mit einem andern Metall vermischt ist / so gibt es eine sehr anmuthige Himmel-blaue Farbe, so die Mahler Ultramarin nennen. Legt man es in Scheid-Wasser, wormit dieGoldschmidt das Gold vom Silber zu scheiden pflegen; so wird es zu keinem Schlamm; son-dern theilet sich nur in unverspührliche Theile / welche nach ausgetrocknetem Wasser wieder ihrevorige Form bekommen. Das Gold last sich nicht so glatt und sauber schleiffen oder polieren /als das Silber: dann es ragen immerdar an demselbigen einige Berglein und Hügelein her-vor; und deßwegen behält es stets seine gelbe Farbe / die von solcher Ungleichheit seiner Ober-fläche herrühret. Wann man durch ein dünn geschlagnes Gold-Blättlein siehet, so scheinetalles grün zu seyn: welche Farbe aber von den wenigen / und aus dem Object durch das Blaͤtt-lein nach dem Aug unordentlich gezogenen Strahlen entstehet. Sonsten wird das Gold solang mit Quecksilber eingetraͤnckt, biß es so weich wird, wie Butter; und dieses nennet manAmalgama. Wo man sich zu den Wunden aus Gold gemachter Instrumenten bedienet,da hat man eine gar glückliche Heilung zu gewarten: dann weilen das Gold einer vortrefflich-gemässigter Natur ist, so kan dem Leib dardurch nichts schädliches beygebracht werden: unddaher kommts / daß man unter die köstlichsten Artzneyen auch Gold mit einzumischen pfleget.Eee 2.
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Seite
403
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten