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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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404
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Philosophische und Politische Beschreibung404Es wird aber gefragt; Erstlichen: Wie das Gold von den fremden Cörperlein ge-säubert werde? Antwort: Wann man es mit Bley oder Antimonio schmeltzet; dann indemdie bleyerne Feuchtigkeit ausdämpffet / so führt sie die Unreinigkeit aus dem Gold mit sich hin-weg; nicht anders als das Wachs / oder die befeuchtete Leinwand an der Sonne alles unsau-bere von sich ausdunstet.Zweytens; Wie das Gold von den silbern Geschirren könne geschieden werden: IchPort. I. 5. antworte mit dem Porta: Wann man Salarmoniac / und halb so viel Schwefel klein zustosset /vorhero aber das verguldte Silber-Geschirr mit Oehl bestreichet / hernach mit diesem Pulverüberstreuet, und mit einer Zange über das Feuer hebt; so wird, wann das Geschirr erhitzt istund man selbiges ein wenig klopffet, das Gold wie Pulver oder Staub in die untergesetzte undmit Wasser angefüllte Schüssel herab fallen.Drittens: Wie und auf was Weiß in Peru das Gold gereinigt und bereitet werde?P. Ptolom. Antwort: Dieses wird von P. Ptolomæo, wie es ihme gelehrte Männer hinterbracht habenDisi. 5. de folgender massen beschrieben: Erstlich; stossen und zerreiben sie das mit den kleinesten Gold-Körnlein gefüllte Bergwerck=Stuck in den Mörsnern / und giessen Wasser daran / damit einmetall.gantz dünner und weicher Taig daraus werde; an den sie Saltz und Quecksilber schütten: her-nach / trücknen sie selbigen / und stossen ihn abermahl auf das zarteste: waschen ihn sodann ausvielen reinen Wassern ab; und solcher gestalten gehet alles / was nicht metallisch ist / davon hin-weg / und bleibt allein das Gold / oder das amalgamirte Silber zuruck; endlichen setzt man esauf ein mittelmässiges Feuer, damit das Quecksilber abrauche: da dann das Metall wie eineAsche liegen bleibet; so man darauffhin in den Tieglen schmeltzet / und gleichbalden zu Zainegiesset. Dieses alles aber geschiehet / damit das Metall (nach Art der Chymisten zu reden)von seiner Mutter geschieden werde: dann das Wasser und das Saltz braucht man, die me-tallische Theile abzulaugen; hergegen bedient man sich des Mercurii darzu / daß er die kleineKörnlein zusammen halte / damit sie nicht etwa durch das öfftere waschen verlohren gehen. Soviel P. Ptolomaeus.Vierdtens: Ob das Gold könne trinckbar gemacht werden? Antwort: Die Erfah-Joa. Vin. rung bezeugts: Dann der berühmte Medicus zu Londen / Franciscus Antonius, hat das Goldcent. Fin- in die Gestalt eines Honigs gebracht; und davon an die fürnehmste Teutsche Aertzte zur Probeetwas überschicht. Es waltet aber unter den neuern Chymisten / und denen Galenisten einchius inEnchirid anderer und grösserer Streit: nemlich / ob das Gold also könne bereitet / und trinckbar gemachtwerden / daß es nutzlich und ohnschädlich in den Leib einzunehmen seye? Die Chymisten sagenDogmatja; und schreiben, daß durch dergleichen Gold die Kräfften des Hertzens, und der fürnehmstenHerme-Glieder gantz wundersamer Weise erneuert / erhalten / vermehret / und die durchs Alter verlohrneStärcke wieder ersetzt, die Menschen verjüngert, und letztlich das Leben auf etlich hundert Jahrerstreckt werden möge. Ihr gröster Beweiß bestehet theils in dem vollkommlich guten Tem-perament dieses Metalls / und theils in der Erfahrung / da die Krancke ihre völlige Gesundheitvon neuem erlanget haben. Hergegen sprechen des Galeni Jünger nein; zu denen sich auchScal. Ex. Scaliger gesellet. Ihre Gründe seynd folgende; Erstlich: Unter der Nahrung / und denenCörpern, die man zu ernähren hat, muß eine Gleich- und Aehnlichkeit seyn: die sich aber zwi-erc. 272.schen dem Gold und unserem Leib nicht ergibt: angesehen unsere Leiber aus starck=gemischtenElementen zusammen gesetzt sind: dann offenbahr ists, daß die Elemente durch zerschiedene undeigentlich unzehliche Mischungen unzehlich sich verändern und verkehren / bevor sie eine tüchtigeMateri der Thiere werden; da andern theils bey denen Metallen nicht viel sothane Vermi-schungen vorgehen / und einfolglich die Element in selbigen gar wenig geändert und verkehrtanzutreffen. Zweytens; Was von unserer Hitze nicht kan überwunden und verändert werden / das kan auch unsere Leiber nicht erfrischen: Nun hält man aber das Gold für ein derglei-chen Ding: dann dasselbe ist viel härter und dichter, als daß es durch die Verdauung, wie dieSpeisen / solte mögen erweicht und zerschmoltzen werden. Deßwegen pflegen einige nach demExempel der zu Feld liegenden Türcken ihre Ducaten / daß sie ihnen nicht geraubt werden / zuverschlucken; weil sie wissen, daß selbige hernach durch den Stuhlgang wiederum von ihnengehen. Und aus diesen zweyen Meinungen kan ein jeder derjenigen beytretten / die ihme etwadie wahrscheinlichste zu seyn bedunckt.Im übrigen / last sich P. Honoratus Fabri, welcher der zweyten Meinung zugethan istHonorbeduncken: Erstlich; das Gold habe keine Artzneyische Krafft, wofern es nicht aufgelöst werde;Fabr.weilen nemlich die Krafft der Artzney völlig in denjenigen Cörperlein bestehe in die sich die Artz-Tract.Prop. 44. ney selbsten verkehre / entweder in einem Dunst / oder in einem ausgetruckten Safft: und dahe