Philosophische und Politische BeschreibungTacit. u. die Gemüther anzulocken seyn / nicht sparsam erzeigen. „Dann / wann man die Studien nichtAnnal. I. „belohnet / schreibt Tacitus, so werden die Schulen zu Grund gehen / ja auch alle Wissenschaff-„ten entweder sich verliehren / oder doch wenig geachtet seyn: Sintemalen gleichwie die Früchtenicht so wohl wegen Beschaffenheit des Bodens / als vielmehr auch durch die Gütigkeit desHimmels / und fruchtbares Wetter schön herfür= und auffwachsen; also werden ebenfalls guteKünsten / und geschickte Köpffe durch die Gutthätigkeit der Fürsten und Regenten erwecket undin Auffnahm gebracht: Dann Ehre und Belohnung seynd die beste Speisen / wormit die Tu-gend kräfftig ernähret wird.Formatur in aurum.Wird mit BedachtZu Gold gemacht.Non cum Mercurio sulfur formam induit auri,improbus accedant ni labor arsqʒ sagax.Semina virtutum juvenis latitantia menteUt surgant, opus est admonitore bono.Wer mit Mercurio und Schweffel will arbeiten,Damit er selbige in gutes Gold verkehr;Der muß mit grossem Schweiß und Sorge sie bereiten:Dann sonst macht diese Kunst nur Säck und Beutel leer.Soll man die Jugend wohl und glücklich aufferziehen;Wie hefftig hat man sich bey ihr stets zubemühen?Die X. Gsrage.Von dem Golde.As Gold ist das allerreineste Metall / welches aus einem reinen / beständigen / ro-then und über die massen klaren Quecksilber; ingleichem aus einem rothen und unbrennbaren Schwefel / die alle beede auffs beste untereinander temperiert und gemäßsiget seynd / gezeuget; auch dahero weder vom Wasser abgenutzet / noch von der Erden ausge-fretzt, noch von der Lufft verändert, noch vom Feuer verzehrt; ja nur schöner und besser wird, jeöffter es in das Feuer kommet. Doch benimmt ihm der Lemonien-Safft seine Schwere undGewicht / wie Lemnius bezeuget: und wann man ein geschmoltznes Gold / Stücke von HunernLemn.Occuli. I. wirfft / so solle selbiges sich verzehren. Daß aber die natürliche Hitze der Thiere dem Gold etwasbenehme / will Wendlerus in seiner Wahrsagung auf das Jahr 1619. behaupten; deme auch2. c.36Schnizerus beypflichtet; wann er erzehlet / daß man in dem Magen einer abgenommnen HenneSchniz.etliche guldene Pfenninge halb=verzehrter gefunden habe. Im ubrigen trifft man das Goldweiß=gläntzend fürnemlich in den Arabischen Gebürgen / und in den Teutschen Bergwercken /bey 50. Schritt tieff unter der Erden an; so sammlet man es auch häuffig in den Flüssen / als indem Tago in Portugall / in der Eder in Hessen rc. Von Ungarn meldet Ortelius folgendes:Jn den meisten Flüssen findet man guten Gold=Sand; ja man leset offt an den Wein=Reben /besonders in Goldreichen Gegenden / nicht wenig Gold ab. In Hispanien wurden Gold=Klumpen gefunden, die 10. Pfund gewogen; item in Gallizien dergleichen mit dem PflugJustinaus dem Boden hervor geackert. Auf den Böhmischen Gebürgen, schreibt Dubravius,habe man von einem Kiesel=Stein ein 12. Pfund schweres Stück Gold abgeschlagen / und solchesConston. dem König Wenceslao überbracht. In Indien wird das Gold von den Ameisen / die so großThaumat seyn als die Woͤlffe in Egypten / ausgegraben und verwahret. In den Insuln des Æthiopi-schen Meers gibt es so viel Gold ab / daß die Innwohner nur für ein Pferd ein gantzes TalentPlin. I. 6. bezahlen. Man sagt auch / es seye in der Hirn=Schale eines begrabnen Menschen Gold gewach-sen: welches eben nicht gar unglaublich scheinet: dann es hat gleichwie in denen kleinesten Stein-e.36.Ritzen /
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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