Philosophische und Politische BeschreibungWelches Gedicht der Alten der Alciatus in folgenden Versen erkläret;Ter geminos inter fuerat concordia fratres,Tanta simul pietas mutua, & unus amor,Invicti humanis ut viribus ampla tenerentRegna, uno dicti nomine Geryonis.Drey Brüder hatten sich in Eintracht so vertragenDaß sie zugleich ihr Land und Reich sehr wohl regiert:Es durffte auch kein Feind sich an dieselbe wagen;Und auf sie ward ein Heer vergebens angeführt:Drum hatten sie nur einen Nahmen;Und hiessen Geryon zusammen.Wo man einig ist, da ist man auch sicher. Der Igel förcht sich nicht, wann er sich zusammengezogen hat. Ein Eintracht-liebendes Gemüth ist eine eherne Maur: und wo die Einigkeit re-gieret / da kan einem Königreich an Glückseeligkeit nichts ermanglen. Welcher Ursachen halberdann Camillus der Eintracht / als einer Göttin / einen Tempel auffgebaut / und aller Sachen U-berfluß und Fruchtbarkeit ihr alleinig zugeschrieben: gestalten das Alterthum ebenfalls hieraufabgesehen / und demnach die Einigkeit auf den Müntzen also abbilden lassen / daß sie entweder inder rechten Hand einen Becher / und in der lincken ein Uberfluß=Horn; oder aber einen Zepterworaus allerhand Fruchten hervor gewachsen / gehalten. Deßwegen Silius recht geschrieben:Dives concordia rebus.Wo Einigkeit das Zepter führtDa wird kein Mangel nie gespührt.Allein / gleichwie einer Stadt nichts fürträglichers / als die Einigkeit ist; also kan ihr hergegennichts schädlichers, als die Zwitracht fallen: dann was jenes auffrichtet, das kehret diese wiederum. Denen / die nur auf List und Schelmen=Stuͤcke dencken / gibt die Zweytracht und Aufruhrzur Ausführung ihrer Boßheit die bequemste Gelegenheit an Handen. Durch die innerlichZwistigkeiten der Burger werden dem Feind alle Heimlichkeiten offenbar; und indem die erstresich trennen / kommt der Letzte zu Kräfften. Ein eintzeler Feind ist leicht überwunden; da entge-Plat. Stob. gen es Mühe braucht / wann es mit andern in Bündnus stehet. Dieses hat Scilurus, der ach-Serm. 82. tzig Soͤhne gehabt, wohl erkannt; dahero er, als er auf dem Todt=Bette gelegen, einemjeden derselben einen zusamm=gebundnen Büschel Pfeile zugeben / und mithin / daß er solchen zer-brechen solle, befohlen; auch da es keiner aller angewannten Stärcke ungeachtet bewerckstelli-gen können / selbsten darauf einen Pfeil nach dem andern herausgezogen, und sie samtlichen sol-chergestalten leichtlich zerbrochen; mit dieser angehengten Ermahnung: „Werdet ihr einig seyn /„so werdet ihr unüberwindlich bleiben; werdet ihr aber Zanck und Zwitracht unter euch einreis-„sen lassen, so werdet ihr unmaͤchtig und bald bezwungen seyn. Nemlich, es ist eine unwider-sprechliche Wahrheit / was das bekannte Sprichwort mit dem Sallustio sagt: Fried ernährt;Unfried verzehrt!Trahit unus in unam.Er bringt sie stetIn einer Kett.Attrahit in firmam Magnites aera catenam,Quae sine lege prius sparsa fuére solo.Foedere distractos studeas connectere pacis:Nam vis concordes vincere nulla potest.Wird man viel eisern Ring mit dem Magnet berühren;Ob gleich der eine hier / der andere da zu seh'n;
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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