der in der obern Lufft erzeugten Dinge.derliche Tugenden: dann er stellet die rothe Ruhr und alle Blut=Flüsse; er heilet die vergifftBisse; und wann sie ihm zu mächtig seynd, so zerspringt er. Wann er an die Hüffte einer Sennert.schwangern Frauen gebunden wird / solle er die Gebuhrt befördern; hergegen / so man ihn auf l. 5. Epit.ihren Bauch legt / die Frucht zuruck halten. Ist er in einen Ring gefasst / oder hängt man ihn sciens, na-an den Halß / und er berührt solchergestalten die blosse Haut / so verhütet er den Schlag. Er cur. c. 5.solle auch die geile Begierden verhindern; ja gar entzwey springen, wann er im Beyschlaff die Plater. l.1.Haut berührt: deßwegen wird er der keusche Stein genennt.Drittens; Der Jacinth ist ein Edelgestein in der Grösse einer Linse / und hat einen viel-farbigen Glantz: bey heiterem Wetter ist er hell / und bey duncklem dunckel; also auch nechst beydem Feuer scheinet er zimlich roth und dunckel; wann er aber davon entfernt lieget, so gläntzeter. Er verdicket und erfrischet die menschliche Leiber wegen seiner beständigen Kälte; hat aucheine stärckende Krafft; widersteht dem Gifft; und solle frolich machen. Die Jacinthen die mehrdem Chrisolit / dann dem Amethist gleichen / werden für die schlechteste geschätzet.Vierdtens; Der Amethist ist ein Edelgestein, so fast eine Farbe hat, wie der Jacinth;ausgenom̅en daß in diesem letztern ein heller Purpur-Glantz in dem erstern aber selbiger etwasschwächer und blasser erscheinet. Wann man den Amethist auf den Nabel leget / so ziehet erAnfangs den Dampff des Weins heraus / vertreibt ihn folgends / und hilfft also wider die Trun-ckenheit; wie Aristoteles berichtet. Er solle auch die Gemüther besänfftigen / den Verstandschärffen und den Schlaff benehmen.Fünfften; Der Carbuncel ist ein Feuer=liechter, und eine Flamme vorstellender Edelge-stein. Desselbigen finden sich fürnemlich dreyerley Arten: Die Erste scheinet im Finstern: dieAndere zwar auch / aber nur alsdann / wann sie in ein schwartzes Gefäß gelegt / und ein Wasserdarüber gegossen wird: die Dritte hergegen schätzet man nicht so hoch / weil sie ihr Liecht erst voneinem fremden Liecht nemlich von der Sonnen / oder von einer Fackel erhalten muß. Iosephus,Venetianischer Abgesandter an den Persianischen König Usuncassen, hat erzehlet / daß ermeldter Engelgr.König ihme einen Carbuncel=Stein von so unvergleichlicher Schönheit gezeiget / daß er mit in Luc.Geld nicht zu bezahlen gewesen. Ludovicus Virtonæ berichtet; der König zu Pega (ist eine Evang.Provintz in Indien) habe einen dermassen grossen und hell=scheinenden Carbuncel=Stein, daß part.i.wer denselben bey Nacht anschaue, ihn nicht anders beduncke, als ob er von denen Sonnen-Strahlen selbsten beleuchtet seye. Sonsten ist dieser Edelgestein dem Gifft sehr zuwider: undwann den Poeten zu glauben / so solle er die Geilheit dämpffen / das Gemüth frölich machen;und wann ein Unfall obhanden / die Farbe veränderen. Der nechste nach dem Carbuncel istder Chalcedonier, ein hell-liechter, und wie ein Stern schön funcklender Stein; man sagt; erseye nutzlich wider die Forcht / und vertreibe die Traurigkeit. Der Rubin ist ein rother Edel-stein / der in der Finsternuß wie ein Feuer=Füncklein schimmert. Er wird unterweilen so großgefunden / daß man Gefässe / die fast einen Nössel halten / daraus verfertigen kan: er hat auchdie Krafft / das Gifft auszutreiben.Sechstens; Der Chrisolit ist ein hell=scheinender Edelstein / Gold=farbig und mit einemvielfältigem Liecht-Glantz begabt; er ist fast der härteste Stein nach dem Diamant: wann manihn unter der Zunge hält, stillet er denen, die das Fieber haben, den Durst: und solle der Me-lancholey zuwider sehn. Agricola bezeuget; er habe einen Erdschollen gesehen / der in Teutsch-land aus einem Bergwerck gegraben worden / so in mehr als 60. Chrisoliten bestanden / die alleviereggickt; und der Gröste darunter eine Untz breit und 2. Finger lang gewesen / aber weil er sehrweich war / nicht geschliffen werden können.Siebendens: Der Sonnen=Stein ist ein harter / gläntzender Stein / in welchem mandie Sonne oder auch den Mond wann man ihn gegen selbige wendet, inwendig leuchten siehet.Achtens; Der Agat hat so viel unterschiedliche Arten / daß man ihn kaum für einerleyStein achten kan: Dann man findet weissen / rothen / gelben / Aschen=färbigen / grünen / schwar-tzen / blauen Agat; so daß dieser Stein an aller andern Edelgesteinen Farben nicht genug hat.Uberdiß erscheinen in ihme auch Adern und Flecken / welche bald eine Taube / bald ein Horn / baldein, zwey oder mehr Bäumlein und Gestraͤuche, ja bißweilen Flüsse und Menschen vorstellen.In den Historien ist des Pyrrhi, Königs in Epiro, Agat=Stein berühmt; von welchem berich-tet wird / daß in selbigem die neun Musen mit ihren zugehorigen Instrumenten / nebst dem aufder Zitter spielendem Apollo zu sehen gewesen; und es geschienen / als ob die Natur damals mitdenen Mahlern sich in ein Wett=Streit eingelassen. Von des grossen Alexanders Edelgesteinerzehlet Piccartus; daß / so man ihn in eine Waag=Schaale geleget / er alles in der andern Piccart.Schaale befindliches Gewicht überwogen habe; und er derowegen der triumphierende Stein in Orat.genennt worden seye: doch habe er seine Schwere verlohren / wann man nur so viel Aschen / de Lusiboals man mit den fordersten Finger=Spitzen fassen können / auf ihn geworffen. Der Agat=Stein natura,soll dem Pestilentzischen Gifft / item den Vipern und scorpionen Stichen und Bissen widerste=
Druckschrift
Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Seite
385
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten