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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
Entstehung
Seite
384
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Philosophische und Politische Beschreibung384wächset in der Grösse einer Hasel-Nuß ausser dem Gold; und ist der Arabische kleiner als selbi-ger. In dem Gold wächset der Diamant / welcher an der Grösse einem Hirsch=Korn gleichet:item der Macedonische / der so groß wie ein Kukummer=Saame ist; ingleichem der Ziprische / soeine Kupffer=Farbe; und dann derjenige / welcher eine Eisen=Farbe hat; wiewohlen die zwey letz-tere nicht sonderlich hoch geschätzet werden. Die Durchsichtigkeit und Glantz des Diamantswird den Lufft-Löchlein und Blättlein / woraus er bestehet / und die bequem seynd / den Schimmerdes Liechts zurück zu werffen / zugeschrieben. Sonsten achtet man diejenige für die reineste Dia-mante, die man aus den Bergen gräbet; wie auch die, so bißweilen mitten in einem andernStein gefunden werden. Der Indianische / der aus einem Felsen kommt / hat den Vorzug vorvor dem welchen man aus der Erde gräbet: doch halten etliche den für den besten, den man inden Flüssen antrifft. An denen Diamanten sennd unterschiedliche Farben wahrzunehmen; danzu Zeiten siehet man gelbe, wie die Topaser; bißweilen grünlechte und blaue. Wann er beyNacht gerieben wird / so leuchtet er; und schlägt man ihn / so funckelt er wegen des Feuers / so erin sich hat. Johann Baptista Tavernier, ein berühmter Jubilier / berichtet in seiner Orientali-Tavern.schen Reiß-Beschreibung; daß der Mogol in Indostan ihme einen grossen vortrefflich hellenI.2.c.18.Diamant in Gestalt eines halben Hennen Eyes gezeiget habe; den er/ Tavernier, auf 11723278Seyfr. in Francken geschätzet. So solle auch der Groß=Hertzog von Florentz einen unvergleichlich schö-Medull. nen Diamant besitzen / der nach des Johann Heinrich Seyfrieds Schätzung 1304167. GuldenMir. nat. werth seyn solle.Hier könte man fragen: Ob der Diamant dermassen hart seye / daß er weder durch ei-l.2.c.5.serne Hammer, noch durchs Feuer, sondern alleinig durch frisches und warmes Bocks-Blut,absonderlich wann der Bock etlich Tag vorher mit Petersilien / Weiden und Wein gefütteetworden / sich zerbrechen lasse? Antwort: Es seynd zwar einige / auch aus den neuen Scribenten /welche vermeinen; solches grosse Natur-Wunder und diese seltzame Krafft und Widerwärtig-keit des Diamants und Bocks-Bluts entspringe aus einer verborgnen Ursache. Allein / dasWiderspiel ist bereits aus der Erfahrung bekannt: dann der Diamant kan mit dem Hammerzu Pulver gemacht / und mit einem eisern Stössel zerrieben / wie auch von Laugen Feuer zu einemKalch gebrannt werden.Doch hat der Diamant zerschiedene andere Eigenschafften und Würckungen: DannErstlich, ist er mit einer anziehenden Krafft wie der Agtstein begabt. Zweytens, wann mansein Pulver niesset und zu sich nimmt / so verursacht es einen Durchlauff; weil er das Ingeweidscharff angreifft / und verletzet; indem es nicht kan verdauet werden: wiewohlen solches ihrerviele darum in Zweifel ziehen wollen; weilen man erfahren / daß einige Sclaven die Demante /so sie entwendet / damit ihr Diebstahl nicht offenbar werde / verschlucket / und hernach dieselbe oh-ne Abbruch ihrer Gesundheit wider gantz von ihnen durch den Stuhl gegangen; deßwegen solleCardan. ein drachma eingenommnen Demant=Pulvers eben so wenig / als ein Stuck Brods Schadenl.2tract. 5 bringen. Ein pur lauteres Fabelwerck aber ist es; daß ein Eisen / so man an einen Demant rei-contrado bet sich gegen Norden kehren; item daß derselbe / wann man ihne bey sich träget / Freundschafftstifften / wie auch ein Zeichen der Tapffer- und Beständigkeit seyn; und daß er / so er an den linckenArm gebunden wird, die nächtliche Forcht, und schreckende Träume vertreiben solle.§. 5. Die uͤbrige Gattungen der Edelgesteinen seynd fuͤrnemlich folgende:Erstlichen; Der Saphir ist ein durchsichtiger, über die massen harter, und Himmel=blau-färbiger Edelgestein. Er wächset absonderlich in denen Orientalischen Ländern und Indien;und welcher gleichsam mit weissen Wölcklein schimmert / der wird für den besten gehalten. Imübrigen / weilen er gläntzende guldene Puncten oder Sternlein hat / und auch bißweilen weiß ist;so zehlet ihn Scribonius, wiewohl ohne Grund / unter diejenige Edelgestein / die / von was für einer Gattung sie auch seyn mögen / einerley Farbe haben und behalten. Er ist mit einer stärckenden / und das Hertz frölich machenden Krafft begabt; und solle seinen Glantz verliehren / wann ervon einem unreinen Menschen getragen wird; Er widersteht auch dem Gifft; ist gut für dieAugen / und erhält das Gesicht.Zweytens; Der Schmaragd ist ein durchscheinender, gebrechlicher anbey harter, undgrün=färbiger; ja unter allen grünen Edelgesteinen der fürnehmste Stein. Die ScythischeSchmaragden hält man für die feineste; es gibt aber derselben sehr viel Gattungen ab. Die-jenige sollen die beste seyn / welche / so man sie an einen Probier=Stein reibet / einen Kupffer=fär-bigen Flecken hinterlassen. Zu Genua wird in der Sacristey der Domm-Kirche ein heiligerBecher verwahret / der aus einem Schmaragd von unschätzbarem Werth bestehet / sechseggichtJovius in und in Gestalt einer Speiß=Schüssel ausgehöhlet ist: Er solle eine Beut von einer SyrischenConsalvo. Victori / und dem heiligen Laurentio gewidmet worden seyn. Manan lieset auch / daß NeroAndr.dem Kämpffen der Fechter in einem Schmaragd wie in einem Spiegel zugesehen habe: Da-Bacciushero man diesen Edelstein nur den Neronianischen Stein zu nennen pflegen. Er hat verwun-de gimis.derliche