Philosophische und Politische Beschreibunghen: er ist auch sehr gut für die Augen / dämpffet die Fieber=Hitze / und gibt einen Geruch vonsich / wann er angezündet wird.Neuntens; Der Gnich ist ein durchsichtiger / weicher Edelstein / und gleicht an der Far-be denen Finger=Nägeln / die auf dem Menschen=Fleisch liegen. Er wird aus Indien und Ara-bien hergebracht. Albertus Magnus meldet, er habe durch die Erfahrung erlernet, daß so mandiesen Stein an den Halß henge, er alle Kräfften des Leibes stärcke: welches dann niemandenunglaublich vorkommen darff; weilen er durch seine Kälte die Geister zusammen treibet und ver-einigt / auch durch sein gemässigt Liecht und Wärme kräfftig macht. Und eben darumen solle erauch, wann er an dem Halß getragen wird, der Unkeuschheit steuren: Zu welchem Ende ihn dieIndianer gemeiniglich zu tragen pflegen. Der Spannische Tyran̄ / Polycrates, hat den Onich-Stein so hoch gehalten / daß / da er bey seinem beständigen guten Glück auch ein Unglück erfah-ren wollen er seinen Ring / darein ein Onich=Stein gefast gewesen in das Meer geworffen. ZuCölln in der Kirche zu den 3. Königen wird ein Onich auffbehalten / welcher über eine Spannebreit ist; und lauffen seine weisse Adern also unter einander / daß sie zweyer Jünglinge Häuptergleichen; die schwartze Adern aber fügen sich dergestalten zusammen / daß sie eine Schlange / undein Mohren=Haupt mit einem schwartzen Bart vorstellen. Wann man zwey Onich=Stein aneinander reibet, so werden sie dardurch so sehr erhitzt, daß man sie nicht in den Händen haltenZehendens; Der Jaspis ist ein grüner mit Blut=Flecken oder Tropffen untersprengterStein. Er ist hart / und hat eine staubige Rauhigkeit / daß er nicht sonderlich rein kan poliertoder geschliffen werden. Man achtet denjenigen für den besten / den man in den ScythischenGeburgen findet / und der aus Orient herkommet. Wann man ihn gerad auf den Magen hen-Sennert.l.5. Epie. get / so solle er denselben stärcken: nicht weniger stillet er den Bauch= und Blut=Fluß / wie auchdas Bluten aus der Nasen / wann er an den Halß gehengt wird. Wann ihn einer / der die fal-scient.lende Sucht hat / auf den Magen=Schlund bindet / und einen Tag und Nacht träget; so wirdnatur.selbiger / dafern ein Schweiß darauff erfolgt / davon befreyet; wo sich aber kein Schweiß spüh-Bacciusde gemm. ren lasset / es mit der Haut bezahlen müssen. Plinius bezeuget; er habe einen Jaspis gesehen /der seye eylf Untzen groß / und des Neronis Bildnuß in einem Brust=Harnisch / daraus formiertPlin.c.9.gewesen. Sonsten findet man selbigen in einem Himmelblau=farbigem Kisel=Stein.Agricol.Eylfftens; Vorgemeldtem Jaspis können auch noch folgende beygezehlet werden:l.6. de fes.Der Sarder ist ein dunckel=rother oder Fleisch=farbiger Edelstein: den besten / so halbdurchscheinend ist / findet man in Sardinien. Er schärffet den Verstand; macht das Gemüthfrölich / und stillet das Nasen-Bluten; dienet auch / die Zähne weiß zu erhalten.Der Türkis ist ein dunckler Edelstein, einer Himmel=blauen mit grünen vermischter Far-be. Er erfrischet das Hertz und das Gesicht.Der Topas ist ein Edelgestein, der mit seinem Glantz und Farbe dem Gold sich verglei-chet. An der Grösse übertrifft er alle andere Edelsteine. Wie dann der Arsinoae des Ptolo-mæi Philadelphi Gemahlin daraus eine Bild=Säule vier Finger groß zu Ehren gemacht / undin dem Tempel auffgestellet worden.Der Nieren=Stein hat seinen Nahmen von den Nieren / denen er sehr fürträglich ist: erhat auch zerschiedene Farben / wie der Jaspis; und wird in Neu=Spanien gefunden. Wannman ihn an den Halß henget, so zerbricht er die Steine in dem Leib dermassen, daß sie durchbeede Augen / und sonsten durch den gantzen Leib allenthalben ihren Ausgang suchen.Zwoͤlfftens; Die Perle ist ein Stein / der in denen Meer-Muscheln wächset / und aus run-den Schaalen bestehet. Man gibt vor, der Perlen Erzeugung geschehe auf folgende Weiß: nem-lich, die Meer-Muschlen oder Austern empfinden zur Frühlings-Zeit eine Begierde, zu empfa-hen: dahero kriechen sie an das Uffer und breiten sich aus; da sie dann den Himmels=Thau ansich ziehen / mithin geschwängert werden / und hernach die Perlen gebähren; welche folglich ih-rem Alter und Grösse nach / auch nach der Beschaffenheit des eingenommnen Thaues / das ist / nachseiner Reinig= oder Unreinigkeit, auch entweder groß oder klein, schlecht oder schön zu seyn pfle-gen. Die schöne / obschon nicht runde Perlen wachsen in runden; die schlechte hergegen in lang-lechten Muschlen: So werden ebenfalls diejenige für die herrlichste geschätzet / die in der Tieffund auffm Boden des Meers liegen; die aber auffm Wasser oben schwimmen, haben keinensonderlichen Glantz. Die Egyptische Königin / Cleopatra, solle einsmahls dem Antonio III.des Antonii Sohn / in einem Becher zwey durch chymische Kunst zerlassene Perlen / die auf50000. Sestertien geschätzt worden, zugetruncken haben. Im Jahr Christi 1633. hat man indem Persischen Meer=Busem nahe bey Catifa eine Perlen von vortreflicher Grösse und Schön-heit gefunden; welche dem Persischen König überbracht / und von ihme um 32000. Toman,oder fünffmahlhundert tausend Reichsthaler erkaufft worden; wie Tavernier in seiner Orien-talischen Reiß=Beschreibung berichtet. Im übrigen ist dieser Stein mit einer verwunderlichenStär-
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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