der in der obern Lufft erzeugten Dinge.nächtliche Schrecken vertrieben; Sie sollen auch da ein Mann selbige träget / trefflich roth; her-egen, wann sie ein Weibs-Bild umhenget, bleich und weiß werden; doch, so man sie mitSenff=Saamen überdecket / ihre rothe Farbe wieder erhalten. In dem Mittelländischen Meerwerden die Corallen sehr häuffig gesammlet; inmassen die Marsilienser jährlich einen Corallen-Fang fürnehmen und selbige mit Netzen aus dem Grund der See heraus fischen. Bey denVor-Gebürg der guten Hoffnung trifft man Felsen an, worauff sehr spitzige Corallen gefun-den werden.I. 7. Es aͤussern sich auch Steine in belebten Coͤrpern; Wie der Bezoar=Stein;davon wir im vorhergehendem einige Anregung gethan. Derselbe wächset in dem Magen ge-wisser Indianischer Geissen; und ist gantz hautig wie die Zwibeln, wegen des klebichten undstemmachenden Saffts / den die Kräuter / so von solchen Thieren gefressen werden / in sich haben;gestalten man oͤffters mitten in dergleichen Stein ein gantzes Kraut / so noch nicht zu Stein wor-den, und einen unvergleichlichen Geruch von sich gegeben, angetroffen. Besagter Bezoar-Stein thut dem Gifft mächtigen Widerstand; ziehet zu Pest=Zeiten das Gifft an sich / und heiletdie von gifftigen Thieren empfangne sonst tödtliche Stich / wann er gepulvert darauff gelegtwird. So ist auch nichts verwunderlichers, als daß man von Schlangen Steine uberkommt:massen dann die Wasser=Schlange nach des Hollerii Bericht einen Stein auswerffen solle derein treffliches Mittel wider die fallende Sucht seye. In Indien / in dem Königreich Quamsi,wie P Michael Boimus in seiner Sinesischen Flora erzehlet / findet man in dem Haupt gewisserSchlangen / so die Portugesen Cobras de Cabelo, das ist / haarichte Schlangen nennen / einenStein, der die Schlangen-Biß heilet, daran sonsten ein Mensch inner 24. Stunden sterbenmüste. Ingleichem wird in der Sinesischen Provintz Xanturg aus dem Magen der Kühe eingelber Stein genommen / der an der Grosse einem Gänß=Ey gleichet / doch nicht so dicht / als derBezoar=Stein / aber eines leichtern Wesens / auch von denen Aertzten weit höher an Tugenden /dann der Bezoar / geschätzet ist. P. Kircherus vermeldet in seinem erleutertem Sina / daß er einen solchen Stein gehabt habe: und wächset selbiger in dem Bauch des Thiers wie der Bezoar-Stein. Sonsten werden auch in andern Thieren Steine von grossen Tugenden gefunden;als der Hahnen=Stein in denen Gockel=Hahnen; der Schwalben=Stein in denen Schwalben;der Kroten-Stein in den Kroten. Nichtweniger bringt man aus Indien kostbare Steine, dievon dem Stachel=Schwein herkommen / und ein gewisses Mittel wider das Fieber seyn. DieZiebeth=Thiere habe ebenfalls einen Stein / oder vielmehr eine Feuchtigkeit / welche / wann sie ge-rinnet, einen trefflichen Geruch, den man Zibeth heisset, von sich gibet.Letzlich ists aus der Erfahrung überflüssig bekannt / daß in unterschiedlichen Glie-dern und Theilen des Menschlichen Leibs auch Steine zuwachsen pflegen. Moebius Moeb. inversichert; er habe sehr viel Steinlein / so die Figur eines Würffels / und allerhandfarbige Flecken Fundam.wie ein Marmor gehabt / in der Leber einer verstorbnen Hauptmännin gesehen. Man erzehlet / Med. phy-daß in einer gewissen Jungfrauen ein Stein so hart und gläntzend wie ein Christall / auch dere scolog. c. 14.massen groß gewachsen / daß man ihn zu einem Siegel hätte gebrauchen können. Nicolaus Tul-pius schreibet; es seyen von einem alten 70. jährigen Weib / nachdem sie vorhero eine Zeitlang Ephem.mit dem Fieber= oder Lenden=Schmertzen geplagt gewesen / auf einmahl / nicht anders / als wann Germ.die Nieren sich völlig eröffnet hätten / mehr dann 300. Steinlein gekomen. Ein armer Mann zu Med.Leipzig war viel Jahr lang mit grausamen Kopff=Schmertzen behafftet / die er ihme seiner Mei= Phys. Dec.nung nach durch Geniessung einer Maul=Beer zugezogen. Wie nun keine Artzney=Mittel bey 1. Anno 8.ihme angeschlagen / und er nach seinem Todt geöffnet worden / zeigte sich in seinem Hirn ein A. ob/schen=farbiger Stein / der an Gestalt und Grösse einer Maul=Beer gleichte. Der Amsterdami=Tulp. l. 2.sche Burgermeister Johann de Witt, verstarb an den Stein=Schmertzen; und als man ihn Observ.öffnete, fande man in der Blasen 29. Steine; welche, wie obbenannter Tulpius berichtet, an Med. 6.Gestalt und Grösse einander zwar ungleich, aber anbey so glatt, leicht, und dem Bezoar=Stein 4.so ähnlich gewesen / daß man den klügsten Apothecker darmit hätte betriegen können. Schottusbezeuget / daß in der Weiblichen Mutter eine Frucht zu Stein worden seye: und bey dem Thua. Schenk.no lieset man / daß ein steinern Kind / welches die Mutter 28. Jahr lang im Leib getragen / und Observ.nach ihrem Todt heraus geschnitten worden / noch heut zu Tag als ein Wunder gezeigt werde. SchottHier fragt man Erstlich: Ob ein Stein gleichsam alle Stund wachsen könne? Daniel PhysicurCrugerus* antwortet mit ja; und schliesset solches daraus / daß er von einer 60. jährigen Frau= l. 5. c. 17.en / welcher er mit gehörigen Artzneyen darzu behülfflich gewesen / alle Tage zum wenigsten 15. Thuan.Steinlein / die alle die Form und Grösse einer Erbsen gehabt / getrieben; so daß endlich / als diesesimmerfort gewähret, über hundert dergleichen Steinlein von ihr gekommen; auch sie ein halb 176. Hist.Jahr hernach / da sie abermahl mit dieser Stein=Gebuhrt überfallen worden / von neuem bey200. Steine auf vorige Weise von sich gegeben.Bbb 2Zwey-.* Ephem. Germ. Curios. Des. 2. Ann. 4. Obs. 140
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Meteorologia philosophico-politica : Das ist: Philosophische und Politische Beschreib- und Erklärung der Meteorischen/ oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In Zwölff zerschiednen Aus Meteorologischen Fragen/ und Politischen Schluß-Reden bestehenden; wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn-Bildern gezierten Abtheilungen ... Anjetzo ... aus dem Lateinischen in das Teutsche übersetzt
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